Werkzeuge im Mittelalter

Einen interessanten Gastbeitrag über Werkzeuge im Mittelalter hat uns Jörg Herling für den Mittelalter-Blog zugeschickt. Diesen Beitrag möchten wir hier veröffentlichen:

Werkzeuge im Mittelalter

Im Mittelalter waren Werkzeuge zum Beispiel im Haushalt, in handwerklichen Berufen oder im landwirtschaftlichen Bereich essentiell. Im frühen Mittelalter gab es universelle Werkzeuge für jedermann, wie beispielsweise Messer, Zange, Hammer oder Axt, die von den Männern oft am Gürtel getragen wurden. Obwohl die Eigenschaften von Eisen bereits bekannt waren, wurden auch im Mittelalter noch viele Werkzeuge aus Holz oder Stein hergestellt, da die Eisenverarbeitung noch nicht überall verbreitet oder gänzlich zu teuer war.

Zu den meist genutzten Werkzeugen der Bauern gehörten Hacke, Beil und Spaten. Die mittelalterlichen Spaten sahen den heutigen bereits sehr ähnlich. Der größte Unterschied ist, dass sie aus Holz bestanden und gänzlich die Schneide mit einer Metallkante versetzt war. Zum Ackerbau dienten Pflug und Egge, welche von Ochsen oder Pferden über das Feld gezogen wurden und den Bauern das Pflügen und Sähen erleichterten.

Später erst, als sich die Handwerker spezialisierten, wurden auch spezielle Werkzeuge für die jeweiligen Berufe entwickelt und angefertigt. In diesem Zusammenhang entstanden auch im späten Mittelalter die Zünfte, die Vorläufer unser heutigen Gewerkschaften, welche sich für die Rechte der verschiedenen Berufsgruppen einsetzten.

Das Messer

Ein sehr beliebtes Werkzeug war im Mittelalter das Messer, da es für unzählige Zwecke eingesetzt werden konnte. Das mittelalterliche Allzweckmesser gehörte zu der Standardausrüstung und auch Frauen trugen es stets mit sich, da ein Messer auch ein wichtiges Werkzeug für die Nahrungszubereitung war. Rostfreie Messer gab es im Mittelalter natürlich noch nicht, aber einige Wissenschaftler argumentieren, dass es sogar gesundheitsfördernd und nicht schädlich sei, wenn Rost mit Lebensmitteln in Kontakt kommt. Der Gebrauch des Messers beim Essen selbst etablierte sich später, denn erst ab dem 18. Jahrhundert wurden Messer und Gabel als Essbesteck benutzt, da gute Tischmanieren im bürgerlichen Europa zunehmend wichtiger wurden.

Eine Weiterentwicklung des Allzweckmessers ist der Dolch, welcher besonders  in den mittelalterlichen Heeren als Waffe benutzt wurde. Zuerst war der Dolch nur eine Zweitwaffe, die beim Verlust des Schwertes zum Einsatz kommen sollte, doch da es keine standesspezifischen Vorgaben zum Dolch gab, wurde dieser zu einer beliebten Waffe, die zum Übel stolzer Ritter häufig verdeckt getragen wurde.

Fazit

Allgemein kann man sagen, dass unsere einfachen Werkzeuge heute noch genau so wie im späten Mittelalter benutzt werden. Zwar haben wir eine größere Auswahl an Materialien wie beispielsweise Aluminium oder Plastik und können feinere Werkzeuge mit Hilfe von Maschinen herstellen, doch das Prinzip ist immer noch das gleiche, also sollten wir uns bei unseren Vorfahren für die Ideenvielfalt bedanken.

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4 Antworten auf „Werkzeuge im Mittelalter“

  1. Es ist immer wieder faszinierend über Werkzeuge oder Waffen des Mittelalters zu lesen. Wie schwierig muß das Leben früher gewesen sein. Und auch wenn es soviel zu lesen gibt, wie wenig wissen wir darüber

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