Über den Autor
Über mich:
Mein Name ist Andreas Hoffmann und ich bin Ritter. Huch, das klingt wie aus ner Werbung eines Online-Rollenspiels. Dann fange ich lieber noch mal von vorne an: Ich bin 32 Jahre alt und betreibe seit einiger Zeit (sind glaube ich jetzt etwas über 3 Jahre) ein aufwändiges Hobby: an Wochenenden packe ich Sachen ein (Schwert, Rüstung, Gewandung, Zelt, Frau..ah, nein halt, die Frau wird später erwähnt….) und dann fahre ich mit meiner Frau und Freunden zu anderen Verrückten los und wir hausen dann das ganze Wochenende in Zelten, reden komisch, schlagen mit Eisenschwerter auf uns ein und so weiter. Kurz gesagt: ich bin ein Mittelalter-Fan. Als solcher beschränke ich mich allerdings nicht darauf mir in Museen oder Büchern das Leben wie es im Mittelalter mal gewesen sein könnte anzuschauen, nein ich möchte das alles selbst erleben. Und selbst spüren. Ich möchte wissen, wie es sich anfühlt in einer Ritterrüstung zu laufen und zu kämpfen. Ich möchte erleben, wie man früher auf Reisen in Zelten gewohnt hat, wie es schmeckt wenn man auf offenem Feuer kocht und vieles mehr. Lange war das für mich nicht möglich, zum einen weil andere Hobbys mehr Zeit in Anspruch nahmen und zum anderen weil mir noch gar nicht richtig bewusst war, das man das so alles erleben kann.
Sicher bekam man als Kind schon mal einen Vorgeschmack, wenn man sich einmal im Jahr zu Fasching verkleiden durfte. Dann konnte man schon mal reinschnuppern, wie das denn so ist, wenn man etwas anderes darstellt. Doch ist das überhaupt kein Vergleich zur mittelalterlichen Darstellung, wie wir sie betreiben. Wir gehen bei unserer Darstellung weit über das “Verkleiden” hinaus. Wir leben (so weit wir das rekonstruieren und nachvollziehen können und so weit es für uns machbar ist) an einem Wochenende so, wie man im Mittelalter gelebt haben könnte.
Natürlich wird der ein oder andere jetzt einwerfen: “Aber alles is ja dann doch nicht so wie früher bei Euch!”. Das ist natürlich richtig, es gibt einfach auch Dinge aus der Gegenwart (gerade aus dem hygienischen Bereich) da kann der moderne Mensch einfach auch nicht mehr verzichten. Aber wir versuchen dies dennoch so gut es geht zu kaschieren.
Jetzt habe ich erzählt, warum ich dieses Hobby betreibe. Vielleicht schreibe ich jetz auch noch schnell einen Absatz, wie ich denn zu diesem Hobby gekommen bin, bevor ich hier noch die Fakten zu meiner Person offen lege.
Ja, wie bin ich eigentlich dazu gekommen? Auch diese Frage wird mir sehr oft gestellt. Und so genau weiss ich die Antwort leider auch nicht. Sicher ist es zum einen Teil die Faszination die schon von Kind auf in mir wohnte, wenn ich einen Ritter sah. Eine Faszination, die schwer zu beschreiben ist, die aber bestimmt jeder von uns schon mal gespürt hat. Auch Filme und Spielzeuge vertieften dann etwas die Faszination am Mittelalter, wobei ich hier noch sagen kann, das wohl in meiner Kindheit die Faszination für Ritter und das Mittelalter allgemein genauso groß war wie bei den meisten Jungs in meinem Alter. Und was kommt dann? Klar.. das erste Schild. Vom Papa aus Holz gezimmert, dazu ein Holzschwert. Stolz wie Oskar läuft man damit ums Haus und fühlt sich schon wie ein richtiger Ritter. Tja, aber dann kommt die schlimme Zeit. Pupertät… Erwachsenwerden… und wegen so nem Kram wie Mädchen, Schule, Abitur, Berufsausbildung vergisst man dann auch schnell mal seine Faszination fürs Mittelalter. Sicher schaut man sich noch gerne Mittelalterfilme an, aber auf die Idee sich noch als Ritter zu “verkleiden” kommt man eigentlich nicht mehr. Ich nehme an, das es bei den meisten Leute so ist und das man den “Schritt zurück” dann nicht mehr wagt. Bei mir hat es auch etwas gedauert, ich war schon Ende 20 als doch wieder merkte: “He, da gibt es Leute (wohlgemerkt: erwachsene Leute!) die machen einen auf Ritter und Burgfräulein. Und nicht nur das, es gibt eigentlich alles, was im Mittelalter auch vertreten war.. und zwar in den ganzen 1000 Jahren des Mittelalters. Da gibt es also welche, die schlüpfen am Wochenende (weil sie ja in der Woche auch ganz normal arbeiten gehen) in eine anderer Rolle. Es gibt Wikinger, Priester, Adelige, Ritter, Mägde, Hexen, Burgfräuleins und so weiter. Nun ist man als Erwachsener aber doch noch etwas vorsichtig und bevor man da gleich hinrennt und mitmachen will, schaut man es sich doch erstmal eine Weile aus sicherer Entfernung aus an. So war das jedenfalls bei mir: als ich wusste, das es an Wochenenden ganze Märkte gibt, die mittelalterlich aufgebaut sind, bei denen sogar die Akteure und Besucher in mittelalterlichen Gewändern herumlaufen, da plante ich an jedem möglichen Wochenende mal einen sogenannten “Marktbesuch” ein. Ich ging also auf solche Märkte, schaut mir an was die Leute da so machen, wie sie leben und an diesem Wochenende wohnen. Das war zunächst einmal sehr interessant, jedoch für mich immer noch kein Grund sofort zu sagen “ja, das will ich auch”. Erst als ich dann Leute kennen lernte unter anderem auch Kathy, meine jetzige Freundin, die die gleichen Interessen hatten, wagten wir gemeinsam mehr: wir besorgten oder nähten uns (das mit dem Nähen gilt aber nur für die Kathy) unsere erste “Gewandung” und gingen damit nun “gewandet” auf Märkte. Ich muss sagen, das war schon ein tolles Gefühl. Obwohl wir in unserer ersten Gewandung wohl eher aussahen, als hätten wir uns von einem Faschingsumzug auf einen Mittelaltermarkt verlaufen, fühlten wir uns doch irgendwie dazugehörig.
Und die Mittelalterszene ist tolerant! Man bekommt zwar hier und da gesagt, das das Gewand noch nicht ganz den historischen Tatsachen entspricht, aber man kann auch verstehen das gerade “Anfänger” oder auch Einsteiger eben weder die Erfahrung noch das nötige Geld haben um sofort alles perfekt darzustellen.
Aber wie kommt man nun zu einem gewandeten Marktbesucher zu einem Lagerbewohner und Zweimastzeltbesitzer? Also bei uns war das so: Bekannte von uns, die das Hobby Mittelalter schon eine längere Zeit betrieben, nun aber aus zeitlichen und beruflichen Gründen das Hobby leider aufgeben mussten haben uns ein Angebot gemacht. Sie verkauften uns ihre Lagerausstattung inklusive Zelt zu einem Freundschaftspreis. Das war im Grunde unser Einstieg in die Welt der Lagernden. Wir hatten ein Wikingerzelt, einen Tonkrug, mehrere Tonbecher, Kissen und Ess-Spieße (mittelalterliche Gabel). Wie unser erstes Lager verlief werde ich bei Gelegenheit hier in einem extra Artikel ausführlich beschreiben.
Von nun an ging es bergauf: wir lagerten auf Mittelalterveranstaltungen, gründeten eine Mittelaltergruppe und kauften nach und nach weitere Zelte hinzu. Im Jahre 2009 schlossen wir uns einer ebenfalls gerade neu gegründeten Mittelaltergruppe an und fahren seither gemeinsam auf Lager.
Doch jetzt die versprochenen Fakten zu meiner Person:

Andreas von Schwarzenfells
Ich bin 31 Jahre alt und stelle einen freien Ritter Anfang des 14. Jahrhunderts (1312, wenn ich ne genaue Jahreszahl sagen müsste) dar. Zu meiner Ausrüstung gehört eine Rüstung (Kettenhemd, Kettenhaube, Plattenhandschuhe, Kettenhandschuhe, Topfhelm), ein Wappenrock, Schild, Dolch und Schwerter. Falls ich mal nicht als kämpfender Ritter über den Markt ziehe, dann habe ich eine Korbtruhe voller weiterer Gewandung, Tunikas, Surcots usw., was ein Ritter eben privat so trägt. Wir (meine Freundin und ich) besitzen noch zwei kleinere Zelte sowie unsere “Sommerresidenz”: ein doppelspeichenrad Zelt “Artus” vom Hersteller “FamWest” und natürlich Geschirr fürs Wochenende und so weiter.
Ich fotografiere auch gerne mit meiner Canon 350D (eines der besagten Utensilien, auf die der moderne Mensch nicht verzichten kann) und schreibe auch gerne meine Erfahrungen und auch Meinungen zu besuchten Veranstaltung ins Netz.
Vor einiger Zeit habe ich ein Online-Portal gegründet www.Mittelalter-Treffpunkt.de. Dort gibt es ein Forum zum Austausch unter Gleichgesinnten. Herzstück des Portals ist allerdings die Marktbewertung. Hier können besuchte Mittelalterveranstaltungen eingetragen und bewertet werden. Auch Bilder von den Veranstaltungen können dort der Bewertung in einer Galerie hinzugefügt werden. Die Idee dabei ist, das man ein Referenzliste hat, in der man z.B. im nächsten Jahr nachschauen kann, wenn man den Besuch einer Mittelalterveranstaltung plant und diese im vergangenen Jahr schon einmal stattgefunden hat, dann kann man dort nachschauen ob sich der Besuch wirklich lohnt (und das ist in den meisten Fällen so). Auch sollen die Veranstalter dadurch kontrolliert werden. Nur weil es gerade “in” ist schreiben sich viele “Mittelaltermarkt” auf die Fahnen, obwohl die Veranstaltung selbst wohl kaum was damit zu tun hat.
So, das war erstmal in Kürze alles von mir und über mich was mir selbst so eingefallen ist. Wenn mir noch mehr einfällt, schreib ich das gerne noch dazu ,-)