Archive for the ‘Besuchte Mittelaltfeste’ Category

Der Frühling kündigt sich langsam an und sofort eröffnen auch schon die ersten mittelalterlichen Frühlingsmärkte.
Gestern besuchten wir den Frühlingsmarkt auf Burg Herzberg (Hessen, Breitenbach am Herzberg), Hessens höchster Höhenburg. Nach der Enttäuschung mit dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt vor zwei Jahren eben auf dieser Burg Herzberg haben wir allerdings keine großen Erwartungen in den Frühlingsmarkt gesetzt. Jedoch wurden wir schon an der Kasse positiv überrascht: anstatt der im Internet angekündigten Eintrittspreise von 4,- Euro pro Erwachsenem wurden nur 3,- Euro verlangt. Allerdings gab es auch keinen Nachlass für Gewandete, aber wir haben den Markt auch nicht in Gewandung besucht.

Der Markt war zwar klein, aber dennoch schön anzusehen. An das Motto “7. bis 11. Jahrhundert” haben sich Veranstalter, Standbetreiber und auch die Lagernden gehalten: es fanden sich überwiegend Wikinger-Lagergrppen auf den Gelände und auch die Standbetreiber boten ihre Waren in passenden Wikingerzelten an. Sehr schön einheitlich und passend zu den Jahrhunderten. Hier mal ein Lob an alle Beteiligten.

Auch der Eintritt zur Burg musste diesmal (anders als auf dem Weihnachtsmarkt) nicht zusätzlich gezahlt werden, sondern war bereits im Eintrittspreis enthalten. In der Vorburg fanden sich noch einige Stände und auch ein kleines Lager, die Hochburg konnte zwar besichtigt werden, war aber frei von Ausstellern oder Lagernden.
Kulinarisch kann man über die Veranstaltung auch nichts schlechtes sagen. Zwar bot die “Burgschenke” wieder in einer Würstchenbude mit davor stehenden, blau bedruckten Sonnenschirmen, Bratwürstchen an, doch auch im weiteren Teil der Burg gab es “Würstchen im Teigmantel” und andere frisch im Holzofen gebackene Köstlichkeiten zu erschwinglichen Preisen. Der heiße Met (es ging doch ein starker und kalter Wind noch auf der Burg) durfte bei diesen Temperaturen noch nicht fehlen.

Zusammengefasst war der Besuch auf Burg Herzberg ein schöne Auftakt in die Mittelalter-Saison mit einem kleinen, beschaulichen Markt und tollen Lagernden. Und da ich ohne Gewandung dort war, konnte ich auch wieder einmal die große Kamera mitnehmen  und habe Euch noch tolle Bilder mitgebracht:

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Im letzten Beitrag habe ich ja ein wenig über die Verunstaltung einer Romanvorlage mit einem Mittelalterfilm (“Die Rache der Wanderhure) durch Sat1 gelästert. Was mir gerade in diesem Zusammenhang auch wieder bezüglich “Sat1″ eingefallen ist:

Es war im letzten Sommer, auf dem Regensburg Spectaculum am Griesser Spitz in Regensburg. Das Mittelalterfest ist in vollem Gange und am Samstag heißt es vom Veranstalter: “Morgen kommt Sat1 Bayern hier zu besuch.” Ok, denkt man sich, das ist ja nix Neues auch in 2010 haben die bereits einen kleinen Beitrag über das Mittelalterfest mit der historischen Regensburger-Altstadt gesendet, der ja garnichtmal so schlecht war. Man freut sich also schon etwas darauf. Am Sonntagmorgen dann: Viele Autos von Sat1, ein ganzes Team welches die Autos entläd. Vor unseren Augen wird mitten im Mittelalterlager ein großer Sat1-Infostand (mit Glücksrad zum Drehen und Entertainment Stand mit Flachbildschirm usw.) aufgebaut. Herzstück des Standes: ein riesiger, aufblasbarer Sat1 Ball!! Und das ganze auch noch direkt vor unserem Lager!! Was bitte war das wieder für ein Sabotageakt von Sat1? Hat der beliebte Privatsender nun plötzlich etwas gegen Mittelaltermärkte? Oder hat man hier den tieferen Sinn von solchen Märkten nicht verstanden? Sicher kommt es vor (sogar sehr oft  und wir schliessen uns da auch nicht aus) das man sein Lager, sein Zelt, seine Gewandung und Ausstattung mit denen man auf solchen Märkten auftritt, nicht 100%ig authentisch gestalten kann. Doch das ist doch noch lange kein Grund einen großen, aufblasbaren… BALL… mitten auf einer Mittelalterveranstaltung platziert!

Schade von den Veranstaltern, dass so etwas zugelassen wird. Viele Stände und Gruppen geben sich große Mühe sich auf Mittelalterveranstaltungen egal welcher Art möglichst real und eben mittelalterlich zu präsentieren. Es kommt einem Schlag ins Gesicht jedes Mittelalterdarstellers gleich, wenn dann vom Veranstalter ein solcher “Stand” zugelassen wird. Auch wenn es sich um einen Fernsehsender handelt, sollte das nicht mehr toleriert werden. Apropos Fernsehsender: wenn man jetzt zumindest von Sat1 erwartet, dass ein langer Bericht über den Markt und die Veranstaltung ausgestrahlt wird, da hat wird man schon wieder bitter enttäuscht. Ganze 1,5 Minuten war ein Bericht lang, den Sat1 am Abend ausstrahlte und in dem hauptsächlich ein großer, aufblasbarer Sat1 Ball zu sehen war und ein Glücksrad neben einer Moderatorin, die man in ein Cinderella-Kostüm gesteckt hat.

Ich muss zugeben, dass das Team der Sat1-Crew vor Ort sehr nett war (und wir auch zu ihnen, denn es hat keiner den Aufblasball oder das nervige Gebläse, welches den Ball ständig mit Luft versorgen musste mit irgendwelchen Hieb-, Stich-, Wurf- oder Schußwaffen angegriffen) und wohl auch am Morgen des gleichen Tages noch garnicht wussten, dass sie eigentlich auf ein Mittelaltermarkt fahren. Dennoch hoffe ich, dass dies nun ein einmaliges Versehen der Veranstalter “Stadtmaus Regensburg” war, denn wenn in diesem Jahr noch ein Riesenrad, Autoscooter und ein Zuckerwattestand auf dem Markt zu finden sind, werde zumindest ich diese Veranstaltung in Zukunft meiden.

Hier noch die Fotos von diesem… Ding:

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Ich greife mit diesem Beitrag mal die Anregung von meinem Kollegen Mario auf, der kürzlich sagte “Du musst mal über die Veranstaltungen in deinem Blog berichten, BEVOR die stattfinden. Sonst is es ja immer zu spät, sich die noch anzuschauen. Daher jetzt mal vorher der Bericht von der Veranstaltung der nächsten beiden Wochenenden. Wer das jetzt nicht vorher liest, ist aber selbst schuld ;-)

Bereits am nächsten Sonntag, dem 14.08. ist es wieder Zeit, den Drachen zu jagen! Mit einem großen historischen Festzug zur Drachenstich-Arena in Furth im Wald (Bayern) ziehen die Ritter, Knappen, Knechte, Mägde und Burgdamen durch Furth im Wald und eröffnen somit das historische Treiben in der Stadt. Hier wird natürlich eine angemessene Abordnung des vereinigten teutschen Lagers vertreten sein. Weitere Informationen zum Drachenstich in Furth im Wald, einem sensationellen Schauspiel findet ihr hier: www.drachenstich.de

Das Wochenende vom 19.08. bis 21.08. steht dann wieder unter dem Motto “Hüte dich vor dem Schwert – Cave Gladium”. Das wohl größte, mittelalterliche Heerlager Bayerns schlägt in diesem Jahr etwas weniger Zelte auf als in den Vorjahren, jedoch wird es bestimmt wieder gigantisch. Hier werden die Zelte des vereinigten teutschen Lagers auch wie gewohnt zu besichtigen sein. Weitere Informationen zum Cave Gladium findet ihr hier: www.cave-gladium.de

P.S.: alle Bruchenballmannschaften können in diesem Jahr aufatmen: der zweimalige Meister (2008, 2009) und einmalige Vizemeister (2010), die sensationelle Mannschaft des vereinigten teutschen Lagers wird in diesem Jahr nicht mehr am Turnier teilnehmen. Wir haben beschlossen, unsere Bruchenball-Karriere aufzugeben und den jüngeren Talenten eine Chance zu geben. Also strengt Euch an, Bruchenballspieler. Wir werden das ganze aber mit professionellem Auge beobachten.

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Vom 22. bis 24. Juli 2011 war es wieder so weit: Das Mittelalter lebt auf dem Grieser Spitz in Regensburg!

Bereits am Donnerstag haben die ersten dort Ihre Zelte aufgebaut. Wir kamen diesmal erst am Freitag, und bauten das vereinigte teutsche Lager direkt an der Spitze des Spitzes (kann man das so sagen?) auf. Auch wenn wir auf das große, schwarz-weiße Zelt diesmal verzichteten, so hatten wir doch noch einige Zelte in unserem Lager aufzubieten. Als Küchen- und Versorgungszelt diente uns heuer ein kleines rundes Schwarzenfellser Zelt (schwarz-gelb), was jedoch auch ausreichte.

Trotz der schlechten Wettervorhersage wagten wir am Freitag Mittag den Aufbau des Lagers, der dann schon gegen 14:00 Uhr abgeschlossen war. Und ich kann sagen: das Wetter hielt das ganze Wochenende super durch. Wir hatten keinen Regen, bis auf Sonntag Vormittag, da hat es mal kurz genieselt, aber da waren wir zum Glück im Zuber beim Michel. Das Lagerwochenende in Regensburg war wieder super schön. Das wider Erwartens gute Wetter lockte doch viele Besucher an den Grieser Spitz und in unserem Lager gab es neben den Waffen und Rüstungen der Ritter, den Zelten der Burgfräuleins und Ritter auch ein neues Highlight: Hoger von Soisburg präsentierte seinen selbst gebauten Steh- und Kniepranger und diverse Schandgeigen aus Holz. Unter dem großen Sonnensegel, dass wir diesmal mit Seitenwänden aus den beiden kleineren Segeln ausgestattet hatten, konnte man Katharina von Schwarzenfells beim Brettchenweben zuschauen und sich das ganze auch erklären lassen. Auch beim Kochen und Braten konnte der neugierige Besucher dem vereinigten teutschen Lager zuschauen, es wurde auf der großen Kochstelle gekockt und gegrillt.

Da wir in diesem Jahr keinen Schaukampf aufführten, konnten wir uns etwas mehr Zeit nehmen für andere Dinge. Einen ausgiebigen Zubertermin z.B. oder das geniale Puppenspiel der Kistlers, deren Hozlwurmzirkus oder die Pest-Show am Abend waren für uns willkommen Programmpunkte. Aber auch der Gaukler Jolandolo (seine Freunde nennen ihn auch www.derfahnenschwinger.de ) begeisterte uns mit seiner Vorführung, wie auch die Dreschflegel mit ihrem Schaukampfstück und natürlich Fjonn von den Inseln.

Das diesjährige Mittelalter Spectaculum am Grieser Spitz in Regensburg war von Händlern, Lagernden, Darstellern und Besuchern gut frequentiert. Die üblichen Kritikpunkte aus den vergangenen Jahren bleiben aber dennoch bestehen: der Schneider-Weiße Stand war nicht gerade ein Glanzstück mit seinen Bierbänken und den dazu passenden Sonnenschirmen. In diesem Jahr schlug sogar der Fernsehsender SAT 1 eine kleine Sendestation mitten im Mittelalterlager auf: in einem runden, aufblasbaren Plastik-Sat1-Ball konnte man auf einem Flachbildschirm aktuelle Nachrichten und Wetter schauen und ein Kamerateam von Sat 1 Bayern 17:30 war ständig irgendwo zum Filmen. Hier hätte man sicher einen besseren Platz für den Sat1-Stand gefunden als mitten im Ritterlager… aber naja, das war sicher auch eine einmalige Sache. Außerdem waren die Mitarbeiter von SAT1 sehr nett und man konnte sich auch gegenseitig beim Abbauen helfen.

Fazit: auch in diesem Jahr haben wir wieder einen schönen Mittelaltermarkt in Regensburg erlebt, auch dank des guten Wetters. Es hat wieder viel Spaß gemacht und hier sind noch einige Bilder:

Hier noch einige weiterführende Links zum Thema Mittelaltermarkt in Regensburg:

Webseite des Veranstalters “Stadtmaus” in Regensburg mit weiteren Bildern zur Veranstaltung 2011
Webseite vereinigtes teutsches Lager mit der kompletten Bildergalerie
Zeitungsbericht der Mittelbayrischen Zeitung, auf der Seite der Stadtmaus
Video vom mittelbayrische.tv (starring: Holger & Waltraud bei Minute 00:42 )

und weils so schön war:
Video von mittelbayrische.tv 2010 (starring: vereingtes teutsches Lager 00:25 und 00:33 sowie 01:03 )

 

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Aus aktuellem Anlass (da das Thema “Mittelalter”-Märkte jetzt mal gerade wieder auf verschiedenen Blogs diskutiert wird, schreibe ich heute mal eine kleine Anleitung zum Bewerten von besuchten Mittelalter-Veranstaltungen.

Warum sollte man überhaupt eine besuchte Mittelalter-Veranstaltung bewerten? Ganz einfach: Ziel der Marktbewertungen ist es, eine Art “Guide” für Mittelaltermärkte zu erstellen. Hier kann man z.B. anderen durch eine Marktbewertung mitteilen, welcher Eindruck der Markt auf den Besucher gemacht hat. Was toll war, was nicht so toll war usw. Das kann anderen, mutmaßlichen Besuchern schon bei der Entscheidung “gehe ich jetzt auf den Markt in… oder nicht?” helfen, wenn dieser sich dann die Marktbewertung vom gleichen Markt im letzten Jahr anschauen kann. Der zweite, große Aspekt der Marktbewertungen ist die Qualität der Märkte. Hier hat sich in der letzten Zeit einiges getan (siehe meine letzten Blogeinträge). Einige Märkte scheinen nicht mehr unbedingt so viel wert auf Ambiente oder eine gewisse “Grundauthenzität” zu legen. Auch das sollte in die Bewertungen mit einfließen, so dass auch Veranstalter ein Feedback bekommen, wie der Markt oder die Veranstaltung bei den Besuchern angekommen ist. Weiterhin weiß man auch schon in etwa wie viel Geld man sich denn eigentlich für den Marktbesuch einstecken muss, wenn man in einer Marktbewertung schon lesen kann, was Parken, Eintritt, Essen und Trinken kosten.

Prinzip verstanden? Super, dann kanns ja losgehen. Sind nur noch zwei kleine Fragen zu klären:
1. Wo kann ich denn solche Marktbewertungen abgeben? – Ein großes Bewertungsportal, speziell für Mittelalter-Veranstaltungen findet Ihr unter www.Marktbewertungen.de . Hier findet Ihr Marktbewertungen von Besuchern nach Bundesländern getrennt aufgelistet. Marktbewertungen.de ist Teil der Mittelalter-Internet Community www.Mittelalter-Treffpunkt.de , in der sich seit 2008 Mittelalter-Fans treffen.

2. Was gehört alles in eine Marktbewertung (bei www.Marktbewertungen.de ) hinein? – Auch diese Frage ist relativ leicht zu beantworten. Das Bewertungsportal bietet eine Vorlage mit verschiedenen Fragen, die einfach nur ausgefüllt werden müssen. Es ist aber wichtig, dass man schon beim Marktbesuch auf einige Dinge achtet. Von Mittelalter-Treffpunkt.de gibts da ein schönes Tutorial mit den Lego-Figuren, dass ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Einfach auf das erste Bild links klicken und dann mit dem Weiter-Button durch die Bilder durchklicken.

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Hallo, nach der lustigen Bildergeschichte im letzten Beitrag, jetzt wieder mal was etwas in die ernstere Richtung. Es geht wieder einmal um die Mittelaltermärkte.

Vor Kurzem war bei uns in Poppenhausen der “2. Rhöner Brot- und Biermarkt “. Der war vor allem deshalb toll, weil wir nur aus der Haustüre gehen mussten und schon mitten drin waren. Der Besuch dieses “normalen” Marktes hat mich aber dann doch mal ins Grübeln gebracht. Wenn ich den Brot- und Biermarkt nämlich mal mit dem letzten, von mir besuchten, Mittelaltermarkt vergleiche, dann stellen sich mir doch einige Fragen. Vor allem die Frage, wohin die “Mittelalter”-Märkte gerade steuern ist mir da sehr in den Sinn gekommen.

Aber vergleichen wir doch mal: zunächst mal: Eintrittspreis. Auf dem Mittelaltermarkt: 5,- Euro. Auf dem Biermarkt: 0,- Euro. Oha, denkt man da jetzt. Aber dafür wurde einem bei dem Mittelaltermarkt ja sicher mehr geboten, schließlich hat man Eintritt gezahlt. Naja, weit gefehlt. Was wurde einem auf dem Mittelaltermarkt geboten? Ein paar Typen mit freiem Oberkörper die auf einem Dudelsack (ja, es war wirklich ein DUDELsack und keine Sackpfeife!) das mittelalterliche Lied “Yellow Submarine” (oder war das vielleicht doch nicht mittelalterlich??) fehlerfrei nachspielen konnten. Ich glaube, “We will rock you” gehörte auch noch zum umfangreichen Repertoire. Super. Auf dem Biermarkt erklang zünftige “Biermusik” des Musikvereins Cäcilia, das passte zum Ambiente und die hatten auch keine freien Oberkörper.

Kommen wir mal zum eben schon angesprochenen Ambiente. Was gabs denn so auf dem Mittelaltermarkt zu sehen? Ja, da waren die vielen Lagergruppen, die dort ihre Lager und Zelte aufgeschlagen haben. Leider ist es wohl auch in der letzten Zeit in der Szene Sitte geworden, dass man sein Zelt, sein Schwert, seine Kochstelle mit einem möglichst abschreckend aussehenden Zaun gegen neugierige Besucher absichert. Warum eigentlich noch niemand auf die Idee gekommen ist, dafür Stacheldraht herzunehmen, damit es auch ja kein Besucher wagt diese heilige Absperrung gar zu übersteigen, entzieht sich aber meiner Kenntnis. Naja, man kann ja auch von der Absperrung aus zuschauen, was die da so in ihren Zelten bzw. unter ihren Sonnensegeln machen… und was machen die da? Ja.. eigentlich garnix. Wenn man zu richtigen Uhrzeit kommt (meistens so um die Mittagszeit), dann kann man vereinzelte Exemplare der Gattung homo gromius (der gemeine Mittelalterfan) evtl. sogar im Rudel bei der Nahrungsaufnahme beobachten. Das wäre dann aber schon ein großes Highlight. Auf die Idee, sich mal zur Absperrung zu begeben, wo ja der Besucher schon seit ein paar Minuten angestrengt versucht zu erkennen, was da unter dem Sonnensegel getrieben wird und den Besucher evlt. anzusprechen, sprich eine Kommunikation aufzubauen, ist an diesem Tag aber niemand gekommen. War auch schon nachmittags. Vielleicht lags daran.
Andres auf dem Biermarkt. Da gabs eigentlich überall Stände und Zelte wo einem jeder gleich was zeigen oder anbieten wollte. Ok, die wollen ihre Produkte da auch verkaufen, aber immerhin.

Jetzt mal zum wichtigen Teil: dem Essen. Ich mag das ja bekanntlich, also das Essen. Von daher kann man schon sagen, dass ich zumindest auf DEM Gebiet Experte bin. Also was gabs zu essen? Auf dem Mittelaltermarkt: gegrillte Fleischspieße, bei einem Anbieter, der sich passender Weiße “der Spießer” nannte. In der Mittelalterszene sind wir auch so kreativ, dass wir tollen Dingen außergewöhnliche Namen geben, deshalb sind das keine Grillspieße sondern Ritterspieße. Ich gebe zu, von der Wortschöpfung her ist das ein wenig unglücklich gewählt, könnte man hier doch der Annahme verfallen, es wären Teile eines Ritters aufgespießt worden. Wahrscheinlich orientiert sich der Name aber an der angestrebten Kundschaft: den Rittern. Zudem gabs auch leckere Brote mit Knoblauch und so weiter. Geschmacklich war das sehr gut, muss ich sagen. Bis man sieht, was es kostet: Ritterspieß: 5,- Euro (aufsteigen), Knoblauchbrot: 5,- euro.. achso, Sie möchten noch 7-8 kleine Speckwürfel draufhaben? Ja, dann macht das 5,50 Euro für EIN (in Zahlen: 1) Knoblauchbrot. Nein, das war kein ganzer Laib Brot mit 5 ganzen Knoblauchzehen drauf. Das war.. so ein kleines Ding.. vielleicht so groß wie ein BigMac. Möglicherweise sind in den gezahlten 5,50 Euro für ein solches Knoblauchbrot auch noch 40% Aktienanteile an der Verkaufsbude des Verkäufers enthalten, aber darauf hat man mich wohl vergessen hinzuweisen.
Und jetzt ratet mal, was ein Knoblauchbrot auf dem Biermarkt gekostet hat? Ja.. gut geraten: 1,50 Euro. Und der Verkaufsstand auf dem Biermarkt, wo es die Brote gab, war jetzt optisch nicht schlechter als der auf dem Mittelaltermarkt. Festzustellen ist ein krasser Preisanstieg bei Knoblauchbroten im Mittelalter. Das liegt sicher daran, dass der Knoblauchkurs im Mittelalter noch sehr hoch war…
Aber wir stellen fest: Essen auf Mittelaltermärkten: sehr teuer. Vielleicht kann mir irgendwann mal jemand erklären, warum das so ist, verstehen kann ichs absolut nicht.

Was für das Essen gilt, gilt leider auch für die Getränke. Bier auf MA-Markt im Durchsnitt: 5,- Euro für 0.33 l. Bier auf dem Biermarkt: 2,70 Euro. Das Lustige dabei ist: auf den Mittelaltermärkten kommen findige Bierverkäufer ja auf die Idee, ihr Produkt noch mit diversen Zusätzen zu “verbessern”. Da gibt es dann ein “Kirschbier”, ein “Metbier” usw.
Haltet Euch fest, denn jetzt kommt der Knaller: auf dem Biermarkt gabs Bier, das ist nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut. Irgendwie lustig, oder? Auf dem Biermarkt war das Bier mittelalterlicher als auf dem Mittelaltermarkt.

Warum gehe ich jetzt so auf Mittelaltermärkte los? Weil ich langsam glaube, dass der Name “Mittelalter” langsam viel zu kommerziell ausgenutzt wird. Versteht mich nicht falsch, ich war schon auf vielen Mittelaltermärkten, die wirklich klasse waren. Es gibt diese Märkte auch noch, man muss sie nur finden. Man kann für 5,- Euro Eintritt wirklich gut unterhalten werden, man kann auf solchen Mittelaltermärkten in Zelte schauen, darf Schwerter anfassen (wenn man vorher fragt!), wird von Ritterkämpfen und Theaterstücken unterhalten. Auf solchen Märkten begegnet man Musiker, die ohne Mikrofon und technischen Kram einfach mal vor den Zelten stehen bleiben und ein Stück auf ihren Lauten, Drehleiern und Flöten speilen und dabei auch ohne technische Verstärker so laut singen, dass man sie weit über den Markt hört. Es gibt noch Lager, die sich nicht hinter Zäunen verstecken, dort kann man in die Zelte reinschauen und den Darstellern über die Schulter schauen. Und ist dabei ein gern gesehener Gast. Es gibt sogar noch günstige Stände, die eine Grundverpflegung für wenig Geld anbieten, ich habe sie gesehen.
Doch zunehmend scheinen mir “Mittelalter”-Märkte aus dem Boden gestampft zu werden, die wohl nur ein Ziel haben: mit wenig Einsatz maximalen Gewinn zu erzielen. Das ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht noch nicht mal verwerflich, sondern ein durchaus kaufmännisches Vorgehen. Jedoch bin ich der Meinung, man darf damit den Namen “Mittelalter” nicht zu teuer verkaufen.

Sicher kann sich auch jeder selbst ein Bild von der aktuellen Situation machen. Die wirklich guten Märkte zu finden, wird meiner Meinung nach, immer schwerer.

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Am Wochenende beschlossen wir mal spontan einen Mittelaltermarkt in unserer Nähe (Hessen) zu besuchen. Ohne viel Aufwand (also nicht in Gewandung) wollten wir uns den Markt in einem Schlossgarten mal anschauen, von dem wir kurz zuvor auf einem Plakat gelesen hatten.

“Biste mal ganz Tourist,” dachte ich “und schaust dir das mal so an, wie das die vielen Besucher immer sehen, die auf solche Mittelater-Veranstaltungen kommen”. Gesagt getan, hingefahren. Parkplatz war auch schnell gefunden und dann auf die Suche gemacht nach der Veranstaltung in der kleinen Stadt. Wir sahen da einen blauen Plastikpavilion unter dem lustig gekleidete Menschen auf Bierzeltganituren saßen. Mensch, dachte ich, gehen wir da doch mal hin und fragen, wo denn hier der Mittelaltermarkt stattfindet. Zu unserer Überaschung erklärte man uns dort, dass es sich bereits um den Eingang zum Mittelaltermarkt im Schlosspark handele. Naja, wenn man nicht so.. ganz genau hinschaute, dann hätte man die Plastikplane vom Pavillon ja auch für normale Leinenzeltplane halten können. Und das Alugestänge darunter könnte ja… glänzendes Holz oder so sein… Gut, ein wenig Phantasie braucht man halt schon. Offensichtlich erkannte das Personal, welches die gesammelten Kleidungsstücke aus mindestens 5 Jahrhunderten zum Besten trug, unsere Absicht den Markt zu betreten und man begrüßte uns freudig mit den Worten “Das macht 10 Euro für beide.” Na endlich was mittelalterliches: die wollen Wegzoll von uns haben! 10 Euro, ich hab das kurz im Kopf nachgerechnet und bin dann auf 5 Euro pro Person gekommen. Naja, für den Preis wird man sicher auch was geboten bekommen… dachte ich.

Das erste, was wir im blauen Partyzelt-Pavillon mit den Bierbänken für unsere 10 Euro bekamen, waren zwei neongrüne Armbändchen. Hier war für mich der Punkt erreicht, wo ich wirklich sagen muss: hätte ich Gewandung angehabt, dann hätte ich mir diese nicht mit einem neongrünen Armbändchen versauen lassen. Aber wir waren ja (zum Glück) nicht gewandet und waren ja auch bereit da jeden Partyspaß mitzumachen. Also her mit den Bändchen, richtig festmachen und los gehts. Tauchen wir ein in die Welt des Mittelalters.

Schon nach den ersten Schritten nach dem Kassenpavillion und bereits auf dem Veranstaltungsgelände (also dem Schlosspark) standen auf der Wiese mehrere Autos. Auf einigen dieser neumodischen Blechdrachen waren noch Inschriften wie “Zack, zack, zack, wir machen Mittelalter-Schabernack” und ähnliches zu lesen. Ich vermute mal, die Fahrzeuge gehörten einigen der Darstellern. Eigentlich super, für 5 Euro Eintritt bekommt man einen Mittelaltermarkt UND eine Autoshow. Was will man denn bitte mehr? Achso.. ja Mittelalter. Wir machten uns dann also auf das Mittelalter auf dem Markt zu suchen. Wir entdeckten da auch gleich ein mittelalterliches Reittier, den gemeinen, kleinen Esel. Wenn man allerdings genau hinschaute, dann stand der Esel in einer Umzäunung aus.. naja, ihr werdet es erraten: aus einem Plastikzaun, der gehalten wurde von Plastikzaunpfählen. Im schlichten weiß gehalten sind diese Pfähle in der Lage dem Ansturm eines galoppierenden Esels durchaus nachzugeben, aber nicht zu brechen.

Was will ich hier eigentlich mit meinen Reiseberichten erzählen? Ach ja, es geht ums Thema Mittelalter. Wenn Veranstalter schon ein so tolles Ambiente, wie diesen Schlosspark mit kleinem See und angrenzendem Barockschloss, ausgesucht haben, wieso versuchen sie denn dann nicht, sich zumindest hier auch etwas anzupassen. Es ist doch wirklich nicht so schwer (es folgen jetzt ein paar kostenlose Tipps von mir an Veranstalter, sie dürfen sich das gerne ausdrucken oder auch mitschreiben): so einen Eingangsbereich hat man doch schnell aufgebaut: vier große Pfähle und ein (kleines) Sonnensegel drüber. Darunter könnt ihr ja eure Bierbänke stellen, aber werft doch zumindest eine Tischdenke drüber und kaschiert das ganze vorne noch etwas mit Stroh (wahlweise auch Heu). Dazu noch zwei ordentlich gewandete Söldner mit langen Spießen rechts und links aufgestellt und fertig ist der mittelalterlich-anmutende Eingangsbereich. Ein Sonnensegel und ein paar (vorsicht, es sollten mindesten 4 Stück sein, sonst wird die Konstruktion instabil und erschlägt möglicherweise im Umfallen noch zahlende Besucher) Stangen mit Abspannseilen sollte sich ein Veranstalter, der regelmässig Mittelalterveranstaltungen veranstaltet schon mal auf Lager legen. Evtl. kann man da im Vorfeld auch eine der Lagergruppen bitten, sowas mal mitzubringen, die haben das meist auch mehrfach. Machen die bestimmt gerne, wenn man die auch gut behandelt. Glauben sie mir,für etwas trockenes Feuerholz sind die Lagernden ihr bester Freund!
Kommen wir noch zu diesen Eintrittsbändchen. Die müssen nicht sein! Zumindest nicht in knalligen Neonfarben! Wenns denn umbedingt die Bänder sein müssen, dann bitte auch nur für die ungewandeten Besuchern. Ihr macht euch da bei den Gewandeten echt unbeliebt damit. Es gibt prima Alternativen dazu. Beispielsweise Eintrittskarten oder die tollen Stempel auf die Hand… und.. und… und.

Ich finde, auf solche Kleinigkeiten sollte man schon achten, sonst reisst das immer mehr ein. Irgendwann laufen dann noch Animateure in diesen Stoffpuppengewändern.. so wie in den Freizeitparks, ihr wisst schon.. Micky Maus und so.. herum. Auch das Thema Autos: die gehören einfach auf einen separaten Parkplatz und nicht auf das Veranstaltungsgelände. Wenn ich Eintritt zahle für einen Mittelaltermarkt, dann will ich auch Mittelaltermarkt sehen und keinen Gebrauchtwagenmarkt. Selbst wenn es in der Innenstadt nicht genügend Parkplätze gibt: professionelle Veranstalter mieten dafür eine Wiese etwas außerhalb und richten zu den Stoßzeiten eben einen Fahrdienst ein. Das alles ist möglich auf Mittelalterveranstaltungen und sollte vom Veranstalter auch berücksichtigt werden. Allerdings habe ich auch kein Problem damit, wenn ihr die Plastikzelte da weiterhin aufstellt und die Autos zwischen den Zelten parkt, die Besucher und Daresteller mit Neonbändern “schmückt” usw. ABER dann nennt es BITTE NICHT “Mittelaltermarkt”!

Ist das Niveau von Mittelalterveranstaltungen denn mittlerweile so weit gesunken? Benötigen wir wirklich Kontrollen und Gütesiegel für Veranstaltungen, die sich “Mittelalterveranstaltung” nennen dürfen, wie es ja schon geplant ist? Ich bin der Meinung, so weit sollte es nicht kommen. Damit es nicht so weit kommt, sollte sich aber jeder Veranstalter mal selbst kritisch beobachten und mal darüber nachdenken, was es denn bedeutet einen “Mittelaltermarkt” auszurichten. Ich habe hier im letzten Jahr viele schöne Veranstaltungen gesehen und besucht, aber leider findet sich auch immer wieder der ein oder andere Markt, der eben nur auf das “schnelle Geld” ausgerichtet ist.

Was mir bei dem besuchten Markt auch noch aufgestossen ist: irgendwann drückt einem ja mal die Blase. Man sucht also das stille Örtchen auf, welches sich dort als Toilettenwagen präsentierte. Das ist ja schon mal nicht schlecht, zumindest besser als Dixi-Klos. Jedoch verlangte man dort für “Ungewandete” pro Toilettengang (so hab ich das jedenfalls verstanden, vielleicht wars aber auch pro Liter) 50 Cent. Warum man hier mein Hemd, die Jeans und die Straßenschuhe nicht als Gewandung anerkannte, ist mir bis heute schleierhaft ;-)
Aber mal im Ernst: für eine Veranstaltung, wo ich bereits Eintritt gezahlt habe, wo ich Essen und Trinken kann (und das auch zu nicht gerade günstigen Preisen, aber dafür kann der Veranstalter wahrscheinlich nichts), da kann ich doch wohl erwarten, dass ich auch kostenlos den Abort benutzen kann?

Alles in Allem: ich appelliere hiermit dringend an die freiwillige Selbstkontrolle der Veranstalter. Lasst die Marke “Mittelaltermarkt” nicht zu einer sommerlichen Faschingsveranstaltung verkommen, sondern sorgt für das Wohl Eurer GÄSTE! Betrachtet Eure GÄSTE auch als solche, denn sie zahlen Eintritt um etwas geboten zu bekommen, was auf Plakaten von Euch angekündigt wurde.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.

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3
Dez

Wir sind auf dem Weihnachtsmarkt in Netphen

   Posted by: Andreas

Von Freitag, 03.12. bis Sonntag 05.12. sind wir im “Winterlager” auf einem schönen Weihnachtsmarkt in Netphen (www.netphen.de )

Dort haben wir unser Lager aufgeschlagen und zeigen allerhand Mittelalterliches. Samstag und Sonntag haben wir 2x täglich eine Rittershow, hier sind natürlich alle recht herzlich eingeladen. Auch unser Lager (wir sind mit 4 Zelten vertreten) könnt ihr gerne besichtigen, falls es Euch in die Nähe am Wochenende verschlägt. Hier noch die entsprechende Ankündigung in der lokalen Presse:

Quelle: http://www.netphen.de/doc.cfm?seite=328&urlDoc=pfaddownloads/328downloads/NeNa_11_20102.pdf

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12
Sep

Bericht vom Burgfest in Burghausen

   Posted by: Andreas

Endlich mal wieder etwas Zeit um hier in meinem Blog mal wieder Beiträge zu schreiben. Ich werde jetzt die Berichte von den besuchten Mittelalterfesten so nach und nach hier nachholen.

Fangen wir mal mit Burghausen an.

Vom 10. bis 11. Juli fand in Burghausen das historische Burgfest statt. Burghausen liegt ziemlich im Süden Deutschlands an der Grenze zu Österreich. Die haben da jedenfalls einen Fluss und wenn man da die Brücke überquert ist man schon in Österreich. Eigentlich ne tolle Sache. Aber wir (Kathy und ich) hatten leider nicht die Zeit dazu, da mal eben hinzufahren (oder zu laufen, war nämlich auch nicht weit). Wir waren auch nur eine Nacht dort. Sind am Samstag Morgen sehr früh losgefahren und waren so gegen 10 Uhr dann im Lager in Burghausen. Zum Glück hatten die anderen das Lager am Freitag Nachmittag und Abend schon so weit aufgebaut, so das wir im Grunde nur noch unser Bett aufschlagen mussten und unserer Sachen in das große Zelt räumen mussten (unser Zelt haben wir wegen einer Nacht nicht mitgenommen und das war auch gut so, wie sich die Platzverhältnise vor Ort zeigten). Die Burghausener Burg liegt hoch über der Stadt auf einem langen Gebirgszug. Die Burg ist die größte Burg Europas und ist etwas über einen Kilometer lang (gefühlt waren es über 10 km!!). Leute, das Ding is wirklich riesig. Die Veranstalter haben sich auch Mühe gegeben, die ganze Burg war durchzogen mit Lagern und (Verkaufs)Ständen und natürlich waren auch die Kistlers da und haben neben ihrem Puppentheater auch wieder den Holzwurmzirkus zum Besten gegeben. Das Wetter war richtig schön, eigentlich zu schön. Es waren 30 bis 35 Grad im Schatten, sehr heiss. Wir hatten auch zwei Schaukampf-Auftritte am Samstag und Sonntag.
Leider hatten die Organisatoren irgendwie vergessen uns eine Bühne für unseren Schaukampf zu reservieren so das wir uns erst mühsam ein Stück Wiese vor einer kleinen Mauer erobern mussten. Bei den eben genannten Temparaturen (das waren nämlich nur Außentemperaturen, unterm Helm wars noch deutlich heißer!) war das Schauspiel auch kein Kindergeburtstag.

Samstag gabs auch einen tollen Umzug. Erstmal musste man sich lange durchfragen, wo denn jetzt genau der Aufstellungsort für den Umzug ist. Als wir den endlich gefunden hatten, mussten wir sage und schreibe eine Stunde in voller Rüstung in der Sonne warten, bis das dann endlich mal los ging. Und der Weg von der Altstadt in die Burg HOCH war bei dem Wetter alles andere als ein Spaziergang. Wir habens aber gerade so überlebt…

Zum Glück gab es aber unterhalb der Burg einen kristallklaren Burgsee, der auch noch angenehm temperiert war. Der Gang zum See stand also täglich mehrmals für uns auf dem Programm.

Am Sonntag Mittag/Nachmittag mussten Kathy und ich auch wieder los. Burghausen war sehr schön, eine landschaftlich sehr schöne Gegend, sollte man sich unbedingt mal anschauen, wenn man in der Nähe ist. Das Fest war (bis auf ein paar Ausnahmen) gut organisiert und sehr schön gestaltet.  Schade, dass wir nur so kurz da waren.

Ein paar Bilder habe ich natürlich auch für Euch:

P.S.: wer immer unsere Axt gestohlen hat, der gibt sie besser gleich freiwillig zurück!

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23
Jun

Kindergartenfest in Grebenhain 2010

   Posted by: Andreas

Bereits auf unserer Hochzeit hat uns ein Nachbar beim Üben unseres neuen Schaukampfstückes beobachtet. Wir wurden dann auch darauf angesprochen, das am 12. Juni ja ein Kindergartenfest des Kindergartens Crainfeld in Grebenhain stattfindet. Und das tolle war ja: dieses Fest sollte in einem mittelalterlichen Rahmen gestaltet werden. Wir haben dann auch mal zugesagt und uns gefreut, das wir diese Veranstaltung unterstützen durften.

Am Samstag, 12. Juni war es dann so weit. Wir haben mal etwas zusammengepackt, was die Kinder interessieren könnte also meine Rüstung, Waffen und Schild und auch Kathys neusten Brettchenwebrahmen, damit man auch etwas Handarbeit zeigen konnte. In Grebenhain, auf dem Tanzplatz angekommen erwartete  uns schon ein schön hergerichteter Festplatz mit großer Theke mit Kaffee und Kuchen und Getränken, sowie auch ein Grillplatz mit Steaks und Würstchen.  Die Knirpsengarde und Marktgräfinnengarde zu Burg Crainfeld, also die Kinder des Kindergarten Crainfelds waren auch schon versammelt und tanzten schon munter auf dem Platze.
Überrascht waren wir, als wir auch gleich “alte Bekannte” getroffen haben und zwar das „Freyvolk zu Hohenstaufen”. Diese muntere Truppe haben wir doch bereits 2 Wochen vorher noch in Gelnhausen in ihrem Lager bestaunen dürfen (siehe Bericht vom Stadtfest Gelnhausen) und eine Woche vorher gerade noch auf Burg Schwarzenfels (siehe Bericht Schwarzenfels).

Nach einem Einmarsch, bei dem alle Darsteller namentlich von der Kindergartenleiterin Doris Frank erwähnt wurden, zeigten uns zunächst die Hohenstaufer einen atemberaubenden Schaukampf. R itter Herzog Leonidas von Akkon und Kaynar Gunnarson zeigten ihr kämpferisches Können mit Schwert, Schild und… großer.. nein… sehr großer Axt! Nach einigen musikalischen Einlagen der Bauernkapelle aus Blankenau (die auch in alter polnisch/hessischer Tracht aufliefen) zeigten Kathy und ich den Kindern dann, was ein Ritter so alles anzieht, wenn er mal zum Kämpfen gehen möchte. Hier hat uns auch Ralf von den Hohenstaufern super unterstützt, vielen Dank noch mal an dieser Stelle.

Auch Kathys Brettchenwebrahmen machte unter den jungen und auch etwas älteren Besuchern richtig Eindruck. Erklärt wurde von ihr die mittelalterliche Technik des Brettchenwebens auf dem Brettchenwebrahmen. Die hergestellte Borte wurde anschließend den Kindern als Erinnerung überreicht. Abgerundet wurde das Fest noch durch Handwerker und Handwerkerinnen, die alte Handwerke wie Korbflechten und Wolle-Spinnen zeigten und unserem schwarz-gelben Rundzelt das bei den Kindern auch großen Anklang fand.

Hier die Bilder von diesem Tag:

Bilder von Martin und Sonja Kimpel

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