Die Entwicklung der romanischen Sprachen

Einen kurzen Beitrag über die Entstehung der romanischen Sprachen hat uns Rita Denzer von der Sprachschule Escuela De Idiomas Nerja  zukommen lassen, welchen wir hiermit gerne teilen möchten.

Die romanischen Sprachen sind eine Gruppe von Sprachen, die ihren Ursprung im Vulgärlatein bzw. Volkslatein haben. Volkslatein war ein Dialekt, der vor allem von Soldaten, Siedlern und Kaufleuten im alten Römischen Reich gesprochen wurde. Heute gibt es etwa 15 romanische Sprachen, wobei zu den meist gesprochenen Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugisisch und Rumänisch zählen.

Von allen Sprachfamilien sind die romanischen wahrscheinlich am einfachsten zu identifizieren. Viele der romanischen Sprachen teilen grammatikalischen Formen und viele Wörter des Grundwortschatzes, welche trotz der phonologischen Abweichungen erkennbar bleiben. All dies kann, bis auf einige wenigen Unterbrechungen bis zu den Sprachen des Römischen Reiches zurückgeführt werden. Schon der Name „romanische Sprachen“ weist ja in gewisser Hinsicht auf eine direkte Verbindung dieser Sprachen mit der Stadt Rom.

Die Vergrößerung des Römischen Reiches zwischen 350 v. Chr. bis hin zu 150 n. Chr. machten Latein zur dominanten Muttersprache auf dem Westeuropäischem Festland. Nach dem Zerfall des Reiches im 5. Jahrhundert jedoch, zerfiel auch die lateinische Sprache und es entwickelten sich lokal unterscheidbare Formen, die letztendlich zu dem wurden was wir heute unter anderem als Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch und Rumänisch kennen .

Die Niederlassungen von Siedlern aus Portugal, Spanien und Frankreich ab dem 15. Jahrhundert sorgten für eine enorme Verbreitung der Sprachen auf anderen Kontinenten. Das Ausmaß dieser Verbreitung sorgte dafür, dass heutzutage ungefähr zwei-drittel aller Menschen, die romanische Sprachen sprechen, außerhalb Europas leben.

Geschätzt gibt es ungefähr 800 Millionen Menschen, die Romanische Sprachen als Muttersprache sprechen. Diese leben neben Europa, vor allem in Amerika, aber auch in vielen kleineren Regionen, die man auf der ganzen Welt verteilt finden kann. Hinzu kommen unzählbare Bilinguisten, die diese Sprachen als Zweitsprache beherrschen.

Text: Rita Denzer

Hier auch noch einige Anwendungsbeispiele in einem kleinen Legocomic. Es wurde berühmte (und auch weniger berühmte) lateinische Zitate in dem Comic verwendet:

Comic/Bilder: Andreas von Schwarzenfells

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Helden und Diebe – Unterschiede der modernen Mittelaltergewandung

Das Mittelalter scheint uns heute einerseits sehr weit entfernt, andererseits zieht es auch viele Menschen immer wieder stark in seinen Bann. Wenn irgendwo ein mittelalterlicher Markt stattfindet, kann man sicher sein, dass er ein Magnet ist. Worum es dabei aber wohl weniger geht, ist ein reales Eintauchen in eine längst vergangene Zeit. Es geht vielmehr um den Spaß daran, dass Kleidung, die man im Mittelalter getragen hat, Schmuck, den man trug, Essen und die Getränke, die man konsumierte, so ganz „anders“ sind.

Andreas von Schwarzenfells als "König Artus"Wenn man sich die Kleidung der Menschen ansieht, die auf Mittelalter-Märkten so gelungen in Szene gesetzt wird, wird deutlich, dass die Rollen, die sich in der Kleidung widerspiegeln, dankenswerter Weise passé sind. Im Mittelalter war es eben klar zu unterscheiden, wer wo „stand“, welchen Standes er buchstäblich war. Prinzessin oder Magd? Die Kleiderordnung, die im Mittelalter strikt eingehalten wurde, spielt heute keine Rolle mehr. Und so sieht man auf Märkten, die noch einmal in diese Zeit eintauchen, Frauen, die sich völlig freiwillig als Magd gewanden, weil sie es im Alltag natürlich nicht sind, sondern als Lehrerin oder Architektin ihr Geld verdienen.

Fortschritt lässt sich eben auch am Spiel mit den Rollen, mit Kleidung ablesen. Heute ein Bettler, morgen ein Prinz. Darum liebeAndreas von Schwarzenfells als "Deutschordensritter"n viele Freunde des Mittelalterlichen sowohl die Märkte als auch Vereine, in denen man mittelalterliche Szenen nachstellt. Das alles ist ein großer Spaß, keine Ständevorschrift zwingt den modernen Menschen mehr dazu, dieses oder jenes zu tragen. Dass es im Berufsleben auch „Dress-Codes“ gibt, steht außer Frage, aber diese sind offen, und die zugrunde liegenden Hierarchien sind flach. Mittelalterliches, das steht darum für vieles: für das Gefühl, heute in einer aufgeklärten Welt ohne Oben und Unten zu leben, dafür, dass man Rollen und Kostüme variabel wechseln kann und natürlich für die Freude an der Verkleidung. Letzteres ist ganz sicher sogar der Hauptgrund für die Popularität des Mittelalterlichen.

Andreas von Schwarzenfells als "Strauchdieb"Wer sich auch heute noch gern gewandet wie die Mägde im Mittelalter, wie die Landstreicher aus längst vergangenen Zeiten oder wie die Adligen und Prinzessinnen im 12. Jahrhundert, der findet bei genauer Suche auch heute noch die eine oder andere Anlaufstelle für schöne Mittelalter-Kleidung und Requisiten. Der Onlineshop larp-fashion.de bietet beispielsweise eine wohlsortierte Kollektion an Kleidung rund um die Mittelalter-Szene und verschiedensten LARP-Accessoires. Wer noch einmal in die Vergangenheit zurückreisen und in die Geschichte eintauchen möchte, kann hier auf der Suche nach der passenden Gewandung fündig werden.

Text: Silke Zink

Bilder: Andreas Hoffmann
Hinweis: die dargestellte Gewandung ist nicht über den o.g. Onlineshop erhältlich.

Anbei eine Bildergalerie mit verschiedenen Gewandungsbeispielen aus unterschiedlichen Ständen aus dem Mittelalter

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Werkzeuge im Mittelalter

Einen interessanten Gastbeitrag über Werkzeuge im Mittelalter hat uns Jörg Herling für den Mittelalter-Blog zugeschickt. Diesen Beitrag möchten wir hier veröffentlichen:

Werkzeuge im Mittelalter

Im Mittelalter waren Werkzeuge zum Beispiel im Haushalt, in handwerklichen Berufen oder im landwirtschaftlichen Bereich essentiell. Im frühen Mittelalter gab es universelle Werkzeuge für jedermann, wie beispielsweise Messer, Zange, Hammer oder Axt, die von den Männern oft am Gürtel getragen wurden. Obwohl die Eigenschaften von Eisen bereits bekannt waren, wurden auch im Mittelalter noch viele Werkzeuge aus Holz oder Stein hergestellt, da die Eisenverarbeitung noch nicht überall verbreitet oder gänzlich zu teuer war.

Zu den meist genutzten Werkzeugen der Bauern gehörten Hacke, Beil und Spaten. Die mittelalterlichen Spaten sahen den heutigen bereits sehr ähnlich. Der größte Unterschied ist, dass sie aus Holz bestanden und gänzlich die Schneide mit einer Metallkante versetzt war. Zum Ackerbau dienten Pflug und Egge, welche von Ochsen oder Pferden über das Feld gezogen wurden und den Bauern das Pflügen und Sähen erleichterten.

Später erst, als sich die Handwerker spezialisierten, wurden auch spezielle Werkzeuge für die jeweiligen Berufe entwickelt und angefertigt. In diesem Zusammenhang entstanden auch im späten Mittelalter die Zünfte, die Vorläufer unser heutigen Gewerkschaften, welche sich für die Rechte der verschiedenen Berufsgruppen einsetzten.

Das Messer

Ein sehr beliebtes Werkzeug war im Mittelalter das Messer, da es für unzählige Zwecke eingesetzt werden konnte. Das mittelalterliche Allzweckmesser gehörte zu der Standardausrüstung und auch Frauen trugen es stets mit sich, da ein Messer auch ein wichtiges Werkzeug für die Nahrungszubereitung war. Rostfreie Messer gab es im Mittelalter natürlich noch nicht, aber einige Wissenschaftler argumentieren, dass es sogar gesundheitsfördernd und nicht schädlich sei, wenn Rost mit Lebensmitteln in Kontakt kommt. Der Gebrauch des Messers beim Essen selbst etablierte sich später, denn erst ab dem 18. Jahrhundert wurden Messer und Gabel als Essbesteck benutzt, da gute Tischmanieren im bürgerlichen Europa zunehmend wichtiger wurden.

Eine Weiterentwicklung des Allzweckmessers ist der Dolch, welcher besonders  in den mittelalterlichen Heeren als Waffe benutzt wurde. Zuerst war der Dolch nur eine Zweitwaffe, die beim Verlust des Schwertes zum Einsatz kommen sollte, doch da es keine standesspezifischen Vorgaben zum Dolch gab, wurde dieser zu einer beliebten Waffe, die zum Übel stolzer Ritter häufig verdeckt getragen wurde.

Fazit

Allgemein kann man sagen, dass unsere einfachen Werkzeuge heute noch genau so wie im späten Mittelalter benutzt werden. Zwar haben wir eine größere Auswahl an Materialien wie beispielsweise Aluminium oder Plastik und können feinere Werkzeuge mit Hilfe von Maschinen herstellen, doch das Prinzip ist immer noch das gleiche, also sollten wir uns bei unseren Vorfahren für die Ideenvielfalt bedanken.

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Essen im Mittelalter

Eine Frage die sicherlich viele interessiert ist immer: was hat man im Mittelalter (also sagen wir mal im Zeitraum zwischen dem Jahr 1100 und 1400) eigentlich gegessen? Da Essen auch eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist, möchte ich dieser Frage hier doch mal nachgehen.

Kochen im Mittelalter. Salz war wichtigstes Gewürz.

Wenn man sich bei diversen Themen-Restaurants zu einem sogenannten „Ritteressen“ anmeldet, dann wird einem schon viel geboten. Vorspeise, Brot, Käse und eine leckere Kartoffelsuppe, Hauptgericht Wild, Geflügel, afrikanischer Springbock mit Bratkartoffeln…. dazu leckeren Salat und Tomaten und so weiter und so fort. War das wirklich zu üppig im Mittelalter?

Zunächst einmal waren einige Lebensmittel und Zutaten, die wir heute kennen und die aus unserer modernen Küche garnicht mehr wegzudenken sind, im Mittelalter noch gar nicht bekannt. Die bei sogenannten „Ritteressen“ (ich hoffe die essen da nicht wirklich einen Ritter) so beliebten Kartoffeln z.B. gab es im Speiseplan des mittelalterlichen Normalbürgers nicht (wir erinnern uns dunkel, das die Kartoffel erst aus Amerika eingeführt wurde, da hilft es auch nicht ihr so wohlklingende „Mittelalternamen“ wie etwa „Erdäpfel“ zu geben). Anstatt der Kartoffel kannte man aber sehr wohl den Pastinak, eine Art Mischung aus Kartoffel und Rübe.Aber was aßen die Menschen im Mittelalter denn dann, wenn es keine Pommes mit Hamburger und Ketchup gab?

Gekocht wurde im Mittelalter auf offenem Feuer. Hier die Zubereitung einer Pilzpfanne (Pilze mit Honig)

Der mittelalterliche Speiseplan war sehr regional geprägt. Meist kam das auf den Tisch, was in der Region eben verfügbar war. An der Küste gab es also mehr Fisch, in den Weinregionen mehr Wein usw. Auch richtete sich das mittelalterliche Menü an der Kirche aus. Da im Mittelalter eben alle katholisch waren (oder eben damals einfach nur christlich), mussten sich alle an die Fastenzeit halten, da war es dann z.B. verboten Fleisch zu essen. Man aß dann eben Fisch, der in Salz eingelegt haltbar gemacht wurde und so auch den längeren Transport von der Küste ins Landesinnere meist genießbar überstand. Fische wurden auch in Fischteichen und Seen im Landesinneren gezüchtet.

Der übliche Speiseplan des Durchschnitt-Mittelalter-Menschen (also einem Bauer) war eher einseitig. Es gab zwei Hauptmahlzeiten, eine ca. zwischen 10 und 12 Uhr und eine Abendmahlzeit kurz vor der Dunkelheit. Gegessen wurde meist ein Brei aus Mehl aus Milch oder Wasser, gewürzt mit Kräutern oder gesüßt mit Honig. Brot war ebenfalls ein Grundnahrungsmittel im Mittelalter. wurde aber gerne auch an Feiertagen auch gegessen. An Getreide kannte man Weizen, Dinkel, Roggen und Hafer. Als Getreideersatz dienten Bohnen, Erbsen, Rüben und Kraut.

Der Bauer konnte das verwerten, was ihm nach Abgabe an den Lehnsherren noch übrig blieb. Das war meist nicht mehr viel (kam aber auf den Lehnsherren an 😉 ) . Fleisch bekam der Bauer nur von seinen Schweinen, Rindern, Ziegen oder dem Geflügel. Wild aus dem Wald kam nur beim Adel auf den Tisch, denn dieser hatte das Jagdrecht in den Wäldern. Durch die Abgaben der leibeigenen Bauern waren die Tische des Adels natürlich reicher gedeckt, aber solche Fressorgien wie unsere „Ritteressen“ kamen im Mittelalter auch nur sehr selten und dann wahrscheinlich auch nur am königlichen Hofe vor (aber dennoch ohne Kartoffeln). Die Speisen wurden zunächst mit einheimischen Gewürzen bzw. Zutaten verfeinert, wie Salz, Ingwer, Petersilie, Kümmel, Lauch, Rainfarn und Quitte und natürlich, wie schon erwähnt, Honig oder Nelken zum Süßen. Später kamen noch exotische Gewürze wie Pfeffer, Safran, Zimt (ab dem 14. Jahrhundert) hinzu, die unsere Küche noch bis heute prägen.

Überliefert sind Rezepte von mittelalterlichen Gerichten in Klöstern und vom Adel. Das älteste Kochbuch des deutschen Mittelalter stammt aus dem Jahr 1350 und nennt sich „Das Buch von guoter Spise„. In den meisten Rezepten werden gleich eine stattliche Anzahl von mehreren, verschiedenen Gewürzen für ein Gericht verwendet. Man geht daher davon aus, dass die meisten Gerichte im Mittelalter stark überwürzt waren. Das mag sicher mit einer ganz anderen Geschmackswahrnehmung des mittelalterlichen Menschen zusammenhängen. Haltbar machte man die Nahrungsmittel durch Trocknen, Räuchern oder Einsalzen, so konnte Fleisch und Fisch länger haltbar gemacht werden.

In schlimmen Zeiten, nach Missernten, Tierseuchen oder Krieg blieb den Menschen im Mittelalter oft nichts anderes übrig, als sich von Wurzlen und Beeren aus dem Wald oder sogar Gras zu ernähren.

Und um zu zeigen, wie regional unterschiedlich die mittelalterliche Küche damals war, habe ich Euch natürlich auch noch ein Bild vorbereitet, welches natürlich überhaupt nicht ernst zu nehmen ist….

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Landsknechte im Mittelalter

Landsknechte kamen erst spät (ab dem 15. und 16. Jahrhundert) im Mittelalter auf. Da Ritter für die Fürsten sehr teuer wurden und durch zunehmende (Platten)Rüstungen immer schwerfälliger wurden, suchte man bald nach einer „günstigeren“ Alternative. Hier boten sich zu Fuß kämpfende Söldner an, welche nur mit relativ leichten Rüstungen und Langspießen (Piken) durchaus gefährlich für gegnerische Ritter werden konnten. Diese Söldner nennt man heute „Landsknechte“, sie kämpften für Geld und meist für die Seite, die sie am besten bezahlte. Eine hohe Disziplin im Kampf zeichnete diese Söldner aus und machte sie bald im deutschen Raum im Spätmittelalter bekannt und gefürchtet. Landsknechtregimenter kämpften in Formationen und festen Marschordnungen, was für die mittelalterlichen Ritterheere nicht üblich war.

Jedoch konnte auch das Anheuern von Landsknechten für den Kriegsherren „nach hinten losgehen“. Erhielten die Landsknechte nicht ihren versprochenen Sold, dann verheerten und plünderten sie ganze Landstriche ihres „Auftraggebers“.

Natürlich habe ich zum Thema „Landsknechte“ auch wieder eine kleine Geschichte mit den Legofiguren vorbereitet:

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Endlich bewiesen: erste wissenschaftliche Funde belegen den „Steckstuhl“

Bei archäologischen Ausgrabung auf der Falkenburg (bei Detmold-Berlebeck, Kreis Lippe) wurden schon vor Wochen einige Holzbohlen gefunden,

mittelalterlicher Steckstuhl, Burg Falkenburg

die den Archäologen Rätsel aufgaben. Prof. Dr. Müller von der LWL-Archäologie, Westfalen, bestätigte heute: „Wir haben diese Eichenbretter in sehr gutem Zustand in einem der Räume der Falkenburg, direkt nebeneinander liegend gefunden. Das erste Brett war an einem Ende abgerundet und es befand sich ein Schlitz am unteren Ende des Brettes. Das zweite Brett war auch an einem Ende abgerundet und wurde dann zum anderen Ende hin schmäler. Bei einer Datierung kamen wir  zu der Feststellung, das beide Bretter aus dem 13. Jahrhundert stammten. Zunächst wussten wir auch nicht viel mit den Brettern anzufangen, wir gingen davon aus, dass diese zur Deckenverkleidung des Rittersaales gehört haben mussten. Jedoch nach einigen Experimenten stellten wir fest, dass die beiden Bretter exakt ineinander gesteckt werden konnten und so eine Sitzmöglichkeit bieten. Auch an den dann offensichtlichen Sitzflächen konnten wir unter dem Elektronenmikroskop Faserreste von Mittelalterlicher Kleidung feststellen…

Lange Zeit war die Existenz des zweiteiligen Steckstuhles im Mittelalter von Reenactors und Mittelalter-Darstellen sowie von den Archäologen umstritten. Einen verwertbaren Beweis unter den Fundstücken der damaligen Zeit fand sich bisher nicht. Mit diesem Fund kann nun endlich der zweiteilige Bretter-Steckstuhl um das Jahr 1200 eindeutig nachgewiesen werden. Ein Fund, der nicht nur die Mittelalterszene begeistern wird. Der lang umstrittene Steckstuhl: es gab ihn tatsächlich bereits im Mittelalter. Man geht davon aus, dass dieser mittelalterliche Steckstuhl auch die Vorlage für die Steckstühle nordamerikanischer Trapper war sowie von afrikanischen Stämmen als „Geburtenstuhl“ nachgebaut wurde.

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Infos zum Mittelalter – Leben im Mittelalter

Eine sehr interessante Webseite zum Thema „Mittelalter“, ganz im besonderen das europäische Mittelalter möchte ich heute hier vorstellen.

Auf der Webplattform www.Leben-im-Mittelalter.net findet Ihr viele Informationen, Beiträge, Hinweise und Tipps rund um das Thema Mittelalter. Christian Moser und seine Redaktion haben auf dieser Webseite viele Fakten über das Mittelalter zusammengetragen. Die Fachbeiträge sind sehr gut recherchiert, man erfährt viel über das Leben im Mittelalter der verschiedenen Stände, den Alltag in Klostern und Burgen. Einen guten Einblick bieten die Beiträge der Seite auch in das Leben der Ritter, Mönche, Bauern und des Adels. Über Kleidung und Kultur des Mittelalters kann man sich auf dieser schön gestalteten Webseite ebenso gut informieren wie über Feudalismus, Recht und Religion. Leben im Mittelalter - Webseite

Untermalt werden die Beiträge durch passende, historische Bilder oder Nachstellungen von historischen Gegebenheiten. Wenn etwas Neues auf der Seite hinzugekommen ist, informiert die Redaktion in einem kleinen Blog auf der Seite die Leser. Abgerundet wir der Webauftritt von „Leben im Mittelalter“ durch eine kleine Wissensdatenbank und die sehr informative Rubrik „Schon gewusst?“, die auch mich immer noch überraschen kann.

Die Seite ist sehr informativ und auch sehr übersichtlich aufgebaut. Eine Suchfunktion unterstützt beim gezielten Suchen nach neuen Themen. Auch verzichtet die Seite auf unnötigen Schnickschnack wie Flash-Animationen usw. und konzentriert sich auf das Wesentliche: die Präsentation und Bereitstellung von Informationen. So soll es sein. Meinen Dank und die besten Grüße an die Redaktion von LiM für diese wunderbare Plattform.

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Hexenverfolgung im Mittelalter?

Immer wieder hört man von der Hexenverfolgung im Mittelalter. Dabei ist das eigentlich nicht korrekt. Im Mittelalter (wir nehmen hier mal die Zeit von ca. 500 bis 1500 an), wurden „Hexen“ nicht aktiv verfolgt. Es gab sicher die Anweisung, das „…vom Teufel besessene Menschen mit dem Tode bestraft werden sollten…“ jedoch eine Verfolgung von diesen „Hexen“ war damals noch nicht vorgesehen. Erst im späten 15. Jahrhundert mit aufkommen der staatlichen, spanischen Inquisition wurde die Hexenverfolgung zu einer größeren Sache und einem ernsten Problem für viele Menschen damals. Der Begriff „Hexe“ ist auch erst seit dem späten 14. Jahrhundert schriftlich belegt.

Wie aber kam es zu einer Anschuldigung gegenüber einer Person zur Hexe? Der folgende Lego-Comic macht dies vielleicht ein wenig deutlicher:

 

Wer sich jetzt noch einen aktuellen Film mit Hexen anschauen möchte, dem kann ich den Film „Der letzte Tempelritter“ empfehlen. Wer in dem Film irgend etwas authentisches sucht ist mit dem Film sicher falsch bedient, aber einen schönen Unterhaltungswert mit Gruselfaktor hat der Film allemal. Weiterhin ist der Film mit Nicolas Cage und Christopher Lee in einer Nebenrolle auch noch gut besetzt.

Hier der Trailer als Vorgeschmack:

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Marktsprech? Ein heißes Thema…

Kürzlich habe ich in einem Forum zum Thema „Mittelalter“ über „Marktsprech“ diskutiert.

Für alle, die mit dem Begriff „Marktsprech“ jetzt nichts anfangen können mal eine kleine Erklärung:

Auf Veranstaltungen zum Thema Mittelalter sprechen die Darsteller, Händler, Gaukler und auch mancher Besucher meist eine eigene, etwas seltsam anmutende Sprache. Bei einer Darbietung wird von einem Herold zum Beispiel das „Volke“ aufgefordert die Darbieter mit einem „…reichlich Handgeklapper“ zu belohnen. Diese Art von Sprache wird „Marktsprech“ genannt. Marktsprech ist eine Kunstsprache, es gibt einige, die haben dafür sogar eigene Regeln entwickelt. In dieser Sprache, die nach Alt-deutsch klingen soll, wird eben alles etwas aufgeblasen oder es werden fantasiereiche und lustige Worte für etwas ganz gebräuchliches verwendet, wie z.B. „Afterballen“ anstatt des allgemein üblichen „Arsches“ als Begriff für das Hinterteil beider Geschlechter.

Für mich gehörte diese etwas andere Sprache immer zu einem Mittelaltermarkt dazu. Denn sie hat mir immer gezeigt, dass man sich jetzt in einer anderen Zeit befindet, was sowohl an der Kleidung, als auch an der Kulisse und zu guter Letzt auch an der Sprache zu erkennen sei. In dem oben genannten Forum gab es nun aber auch Darsteller, die diese Sprache scharf kritisierten. Denn so wurde auch im Mittelalter nicht gesprochen. Im Mittelalter sprach man Mittelhochdeutsch, dies ist in Schriften wie in der manessischen Liederhandschrift (um 1300) noch überliefert. Dies hört sich ungefähr so an:  “

„Dû bist mîn, ich bin dîn:
des solt dû gewis sîn.
dû bist beslozzen
in mînem herzen:
verlorn ist daz slüzzelîn:
dû muost immer drinne sîn. “

Zitat von einem unbekannten Verfasser, wird aber auch oft Walter von der Vogelweide zugeschrieben. Der Text stammt aus einem Lied der hohen Minne.

Tatsächlich kommen wohl noch einige plattdeutsche Dialekte so einigermaßen an das Mittelhochdeutsch heran. Jedenfalls wird Marktsprech auch stark kritisiert: man gaukelt den Besuchern von Mittelaltermärkten vor, dass damals eine aufgeblähte Sprache in der man immer nur in der dritten Person gesprochen hat, gesprochen wurde. Das stimmt natürlich zum Einen. Zum Anderen denke ich aber: wenn die Darsteller auf Mittelalterveranstaltungen sich wirklich die Mühe machen würden und  Mittelalterhochdeutsch zu lernen… dann würde man als Besucher ja garnichts mehr verstehen. Ich sehe hier schon einen Markt für diese kleinen Übersetzungscomputer, die man in Museen bekommt und mit denen man manchmal auch Japaner in den historischen deutschen Innenstädten herumlaufen sieht. Die Protagonisten reden in original Mittelhochdeutsch und die Übersetzung kommt direkt auf japanisch, südsuhali, mandarin oder vochelsbercher-Platt aus dem Gerät 😉

Nein, soweit wollen wir natürlich nicht gehen. Fakt ist jedenfalls: das was die heute so auf Mittelalter-Veranstaltungen sprechen, wurde im Mittelalter so nie ausgesprochen. Man versucht mit dieser Kunstsprache lediglich dem Besucher ein Gefühl von einer vergangenen Zeit zu geben, indem man eben einfach anders spricht als im normalen Büroalltag. Und übrigens: die Gewänder, die man da trägt, die sind auch im 20. oder 21. Jahrhundert erst geschneidert worden und stammen so auch nicht aus dem Mittelalter. Lediglich der Schnitt der Kleidung ist der von mittelalterlichen Kleidungsstücken nachempfunden. Zum Glück, denn das wäre dann doch eine etwas große Geruchsbelästigung für die Besucher, wenn plötzlich jeder Darsteller mit Originalkleidung herumlaufen würde.

Letztlich bleibt es jedem Darsteller aber selbst überlassen, ob er lieber in eine etwas andere Sprechweise verfällt oder alles in „normalem“ Hochdeutsch erklärt und erläutert. Es wäre aber schön, wenn Besucher von Veranstaltungen hier als Kommentar auch einmal ihre Meinung unter diesem Beitrag abgeben würden.

Ein kleines Bild habe ich hier auch noch anzufügen, dies spricht allerdings (in hochdeutsch, sowie in Marktsprech) für sich:

Marktsprech ja oder nein? Das ist hier die Frage

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