Werkzeuge im Mittelalter

Einen interessanten Gastbeitrag über Werkzeuge im Mittelalter hat uns Jörg Herling für den Mittelalter-Blog zugeschickt. Diesen Beitrag möchten wir hier veröffentlichen:

Werkzeuge im Mittelalter

Im Mittelalter waren Werkzeuge zum Beispiel im Haushalt, in handwerklichen Berufen oder im landwirtschaftlichen Bereich essentiell. Im frühen Mittelalter gab es universelle Werkzeuge für jedermann, wie beispielsweise Messer, Zange, Hammer oder Axt, die von den Männern oft am Gürtel getragen wurden. Obwohl die Eigenschaften von Eisen bereits bekannt waren, wurden auch im Mittelalter noch viele Werkzeuge aus Holz oder Stein hergestellt, da die Eisenverarbeitung noch nicht überall verbreitet oder gänzlich zu teuer war.

Zu den meist genutzten Werkzeugen der Bauern gehörten Hacke, Beil und Spaten. Die mittelalterlichen Spaten sahen den heutigen bereits sehr ähnlich. Der größte Unterschied ist, dass sie aus Holz bestanden und gänzlich die Schneide mit einer Metallkante versetzt war. Zum Ackerbau dienten Pflug und Egge, welche von Ochsen oder Pferden über das Feld gezogen wurden und den Bauern das Pflügen und Sähen erleichterten.

Später erst, als sich die Handwerker spezialisierten, wurden auch spezielle Werkzeuge für die jeweiligen Berufe entwickelt und angefertigt. In diesem Zusammenhang entstanden auch im späten Mittelalter die Zünfte, die Vorläufer unser heutigen Gewerkschaften, welche sich für die Rechte der verschiedenen Berufsgruppen einsetzten.

Das Messer

Ein sehr beliebtes Werkzeug war im Mittelalter das Messer, da es für unzählige Zwecke eingesetzt werden konnte. Das mittelalterliche Allzweckmesser gehörte zu der Standardausrüstung und auch Frauen trugen es stets mit sich, da ein Messer auch ein wichtiges Werkzeug für die Nahrungszubereitung war. Rostfreie Messer gab es im Mittelalter natürlich noch nicht, aber einige Wissenschaftler argumentieren, dass es sogar gesundheitsfördernd und nicht schädlich sei, wenn Rost mit Lebensmitteln in Kontakt kommt. Der Gebrauch des Messers beim Essen selbst etablierte sich später, denn erst ab dem 18. Jahrhundert wurden Messer und Gabel als Essbesteck benutzt, da gute Tischmanieren im bürgerlichen Europa zunehmend wichtiger wurden.

Eine Weiterentwicklung des Allzweckmessers ist der Dolch, welcher besonders  in den mittelalterlichen Heeren als Waffe benutzt wurde. Zuerst war der Dolch nur eine Zweitwaffe, die beim Verlust des Schwertes zum Einsatz kommen sollte, doch da es keine standesspezifischen Vorgaben zum Dolch gab, wurde dieser zu einer beliebten Waffe, die zum Übel stolzer Ritter häufig verdeckt getragen wurde.

Fazit

Allgemein kann man sagen, dass unsere einfachen Werkzeuge heute noch genau so wie im späten Mittelalter benutzt werden. Zwar haben wir eine größere Auswahl an Materialien wie beispielsweise Aluminium oder Plastik und können feinere Werkzeuge mit Hilfe von Maschinen herstellen, doch das Prinzip ist immer noch das gleiche, also sollten wir uns bei unseren Vorfahren für die Ideenvielfalt bedanken.

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Mode im Mittelalter und ihre Bedeutung

Wenn man über die Geschichte des Mittelalters sprich, dann erzählt man vor allem über die die Ära der Wikinger, den Kampf zwischen den Papst und den Kaiser um die Macht (sog. Investiturstreit), den Schwarzen Tod, die Eroberung von Konstantinopel durch die Türken oder die Entdeckung von Amerika durch Kolumbus. Nebenbei erwähnt man auch Musik, Bildhauerei und Architektur als wichtige Aspekte von dem Mittelalter. Dabei soll man aber nicht über die Mode des Mittelalters vergessen.

Was hat die Mode im Mittelalter ausgedrückt?

Man kann sagen, dass die Mode von der gesellschaftlichen Position des Menschen im Mittelalter zeugte. Somit hat sich in der Bekleidung die Zugehörigkeit zu einer gewissen sozialen Schicht widergespiegelt. Und wie hat die Mode damals eigentliche ausgesehen? Dazu dienen vor allem schriftliche und bildliche Quellen aus dieser Zeit, weil originelle Kleidungen aus dem Mittelalter sehr selten sind, was auf die kurze Beständigkeit der damals benutzten Materialien (Leinenstoff oder Wolle) zurückzuführen ist.

Materialien und Formen der mittelalterlichen Bekleidung

Wie heute, so auch im Mittelalter haben sich die Modetrends geändert. Ein Beispiel für die obige These waren die Kleidungen der Bauern. Am Anfang haben Personen aus diesem Stand vor allem praktische Kleidungen getragen. Sie waren weit, bequem, arbeitsgeeignet sollten möglich viele Bewegungsfreiheit besorgen. Aus diesem Grund waren sie oft ähnlich aussehend – sowohl für Frauen als auch für Männer. Im Lauf der Zeit entwickelte sich ein Modetrend, nach dem Kleidungen für Frauen deutlich anders gestaltet wurden. Die Männer trugen Kittel, Kleider und weite Hosen. Die Frauen haben einfache Formen der Kleider getragen (wie Cote).

mittelalterliche Kleidung

Bei den höheren Ständen war die Kleidung aus besseren und farbenreichen Materialien gefertigt. Beispielsweise im 12. Jh. bestand die Kleidung einer hochgeboren Frau aus einem Hemd (Untergewand) und einem Rock (Obergewand), die eng am Körper geschnürt waren. Somit war die weibliche Figur entsprechend betont. Als Kopfbedeckungen hatten die Frauen Hauben und Schleier getragen. Die Kleidung eines hochgeborenen Mannes war meistens dreiteilig und bestand aus einem Untergewand, einem Rock und einem Mantel. Als Kopfbedeckungen der Männer dienten Hüte und Schapel. Über den Status zeugten auch die Schuhe. Bauer haben vor allem Bundschuhe und die hoch geborenen Personen Schnabelschuhe aus Leder mit einer langen Spitze getragen.

Die häufigsten Materialien waren Wolle, Leinen und Flachs. Die Bauer haben selbst ihre Kleidungen gefertigt. Die Kleidung einer hoch geborenen Person wurde in Werkstätten erstellt und bestand aus besseren Materialien. Außer den vorgenannten Stoffen benutzte man auch kostbare Materialien wie Seide oder Brokat.

Auf der Webseite des Ateliers HistorischeSchneiderei (www.historischeschneiderei.de) kann man Beispiele für Kleidungen aus verschiedenen Epochen ansehen.

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Neuer Film: Ironclad

Zugegeben, ganz neu ist der Film auch nicht mehr, sondern aus 2011. Eine unabhängige, walisische Produktion und, wie ich finde, ein gelungener Mittelalterfilm: Ironclad

Worum gehts? Im England des 13. Jahrhunderts wird der tyrannische, englische König, King John von aufständischen Adeligen besiegt. King John wird gezwungen die „Magna Carta“ zu unterzeichnen, ein Vertrag der dem Adel  neue Freiheiten gegenüber der englischen Krone gewährt. Doch schon kurz nach der Unterzeichnung weigert sich King John den Vertrag zu erfüllen. Er heuert ein Heer nordischer Söldner an, die in seinem Auftrag die aufständischen Adeligen bestrafen. Der König erobert sich die Burgen der Adeligen zurück und stellt sie unter seine Herrschaft. Um ihn aufzuhalten erhält Baron de Albany vom Erzbischof Langton, einem Rivalen des Königs, den Auftrag mit einer Handvoll ausgewählter Männer die strategisch wichtige Burg Rochester Castle einzunehmen und gegen die dänischen Söldner des Königs zu verteidigen. Der Baron stellt einen Trupp aus wenigen Männer zusammen, darunter Bogenschützen, Tempelritter, Diebe und Mörder um seinen Auftrag zu erfüllen. Die Schlacht um Rochester Castle hat aber gerade erst begonnen…

Der Film erinnert in der Handlung stark an die Western-Legende „Die glorreichen Sieben“, denn auch hier versucht eine handvoll Männer, die allesamt Spezialisten auf ihrem Gebiet sind, eine Burg gegen eine große Übermacht zu verteidigen. Die Kampfszenen sind teilweise sehr blutig und unverblümt verfilmt. Ein spannender und unterhaltsamer Film aus dem Mittelalter-Genre der meine Empfehlung verdient.

Hier noch der Trailer dazu:

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Infos zum Mittelalter – Leben im Mittelalter

Eine sehr interessante Webseite zum Thema „Mittelalter“, ganz im besonderen das europäische Mittelalter möchte ich heute hier vorstellen.

Auf der Webplattform www.Leben-im-Mittelalter.net findet Ihr viele Informationen, Beiträge, Hinweise und Tipps rund um das Thema Mittelalter. Christian Moser und seine Redaktion haben auf dieser Webseite viele Fakten über das Mittelalter zusammengetragen. Die Fachbeiträge sind sehr gut recherchiert, man erfährt viel über das Leben im Mittelalter der verschiedenen Stände, den Alltag in Klostern und Burgen. Einen guten Einblick bieten die Beiträge der Seite auch in das Leben der Ritter, Mönche, Bauern und des Adels. Über Kleidung und Kultur des Mittelalters kann man sich auf dieser schön gestalteten Webseite ebenso gut informieren wie über Feudalismus, Recht und Religion. Leben im Mittelalter - Webseite

Untermalt werden die Beiträge durch passende, historische Bilder oder Nachstellungen von historischen Gegebenheiten. Wenn etwas Neues auf der Seite hinzugekommen ist, informiert die Redaktion in einem kleinen Blog auf der Seite die Leser. Abgerundet wir der Webauftritt von „Leben im Mittelalter“ durch eine kleine Wissensdatenbank und die sehr informative Rubrik „Schon gewusst?“, die auch mich immer noch überraschen kann.

Die Seite ist sehr informativ und auch sehr übersichtlich aufgebaut. Eine Suchfunktion unterstützt beim gezielten Suchen nach neuen Themen. Auch verzichtet die Seite auf unnötigen Schnickschnack wie Flash-Animationen usw. und konzentriert sich auf das Wesentliche: die Präsentation und Bereitstellung von Informationen. So soll es sein. Meinen Dank und die besten Grüße an die Redaktion von LiM für diese wunderbare Plattform.

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Musik auf Mittelaltermärkten

Wenn man von „Mittelaltermusik“ spricht, ist oft die Musik gemeint, die diverse Künstler auf den Mittelaltermärkten verlauten lassen. Das allgemeine Bild, was jetzt die meisten von Euch im Kopf haben sind die Männer mit nackten Oberkörper und ledernen … (ja, was eigentlich? Lederne Schürzen? Lederne Kilts? was genau ist das eigentlich, was die da immer anhaben? Ich hab noch nie sooo genau hingeschaut) … sagen wir mal Lendenschürzen, die wild auf den Trommeln rumschlagen, die Sackpfeifen oder auch Dudelsäcke aufheulen lassen und wild irgend einen Text in ein (vom Veranstalter zur Verfügung gestelltes) Mikrofon gröhlen. Das ganze sieht eigentlich schon garnicht mehr nach „Mittelalter“ aus, sondern erinnert eher schon ein die späte Steinzeit. Lustigerweise sind moderne Hits, wie z.B. „We will rock you“ auch die meist gespielten Lieder auf den Mittelaltermärkten.

Doch, wahrlich, ich sage Euch: es geht auch anders. Jüngst in diesem Jahr auf dem Cave Cladium habe ich mal wieder eine Band gesehen, die nicht durch stundenlange Soundchecks am Mikrofon den Start des Bruchenballturniers unnötig lange verhindert haben! Unserem Lager hatten sich für die Tage auf dem Cave Gladium ein paar Mädels angeschlossen, die auch noch wunderbare Musik machen konnten, ohne mit nackten Oberkörper und Lederlendenschurz auf der Bühne zu gröhlen (obwohl das marketingtechnisch vielleicht kein schlechter Tipp für Euch wäre Mädels, als die Sache mit.. naja.. egal). Die vier Mädels nennen sich Padda Musa und sind meist auf der kleinen Bühne (ganz und gar ohne technische Verstärker usw.) aufgetreten. Ich war jedenfalls sehr angenehm überrascht, das es so etwas auch noch gibt. Ganz im Stile der Streuner oder Irrlichter, einfach mal unters Volk gegangen und losgelegt. Und die Mädels beherrschen ihre Instrumente und können dazu auch noch singen. Wahnsinn, oder?

Jetzt will ich Euch natürlich auch einige Eindrücke von Padda Musa vermittelt, die übrigens hier auf Facebook zu finden sind:

Und natürlich auch noch eine kleine Gesangskostprobe:

 

Ich persönlich wünsche mir mehr solche Musik auf den Märkten und wünsche auch Padda Musa weiterhin viel Glück und Erfolg, denn Eure Musik ist klasse.

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Ein Geist im Mittelalter?

Heute schreibe ich mal mehr oder weniger in eigener Sache. Ich möchte Euch heute etwas zeigen, dass es durchaus auch wert ist in einem Mittelalter-Blog präsentiert zu werden.

Schon seit längerem ist meine Frau auf einer Webseite sehr aktiv. Diese Seite nennt sich Dshini.net und man kann dort Wünsche einstellen, die man sich dann mit vielen Klicks auf Banner  und Spiele erarbeiten kann. Seit dem 01.09. läuft auf dieser Seite ein Kreativwettbewerb. Es ging darum, etwas Kreatives über diese Seite zu erstellen. Das „Maskottchen“ (wie man früher sagte) dieser Seite ist ein (ich glaube) weiblicher Flaschengeist. Meine Frau hat sich für den Wettbewerb etwas ganz tolles ausgedacht: sie hat eine kleine Bildergeschichte erstellt, auf der zu sehen ist, wie der Geist (Dshini, oder heisst es die Geist?) einer Magd im Mittelalter hilft, bestimmte Wünsche zu erfüllen.

Das ganze ist, wie ich finde, sehr schön geworden und unter diesem Link: http://wurzelfarm.de/dshini/dshini.html zu finden.

Das wäre auch meine Lieblingsaufgabe - und anschliessend noch leertrinken

Die Texte sind manchmal etwas schwer zu verstehen, wenn man selbst nicht auf der Seite aktiv ist. Mir ging das genauso. Aber ich habe rausgefunden das „Daylies“ ein Paket von Tagesaufgaben sind, die man wohl zu erfüllen hat. Hat man eine Aufgabe erfolgreich erfüllt, dann bekommt man „Dshinis“ oder „Dshins“ dafür, das ist so eine Art Währung. Hat man genug Dshinis gesammelt, dann kann man diese gegen einen realen Sachwert (den Wunsch, den ich oben schon angesprochen habe) eintauschen.

Ich bin mir sicher, Euch gefällt der kleine Legocomic (mit dessen Erstellung ich so gut wie rein garnichts zu tun habe…) auch so gut wie mir. Dann würde ich Euch auch bitten, dafür abzustimmen und zwar unter dem dort angegebenen Link ( oder direkt hier: http://www.dshini.net/de/competition/show/928 ). Die Abstimmung läuft noch bis zum 15.09. und der Beitrag ist zur Zeit noch auf Platz 3. Man kann dort jede Stunde erneut abstimmen.

Ansonsten möchte ich noch darauf hinweisen: Liebe Dshinianer, wenn ich oben irgend einen Unsinn geschrieben habe, bitte lasst es mich wissen und schickt mir eine Mail. Ich übernehme aber keine Haftung für die Richtigkeit der Dshini-internen Fachbegriffe.

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Mittelalter-Veranstaltungen jetzt bewerten!

Aus aktuellem Anlass (da das Thema „Mittelalter“-Märkte jetzt mal gerade wieder auf verschiedenen Blogs diskutiert wird, schreibe ich heute mal eine kleine Anleitung zum Bewerten von besuchten Mittelalter-Veranstaltungen.

Warum sollte man überhaupt eine besuchte Mittelalter-Veranstaltung bewerten? Ganz einfach: Ziel der Marktbewertungen ist es, eine Art „Guide“ für Mittelaltermärkte zu erstellen. Hier kann man z.B. anderen durch eine Marktbewertung mitteilen, welcher Eindruck der Markt auf den Besucher gemacht hat. Was toll war, was nicht so toll war usw. Das kann anderen, mutmaßlichen Besuchern schon bei der Entscheidung „gehe ich jetzt auf den Markt in… oder nicht?“ helfen, wenn dieser sich dann die Marktbewertung vom gleichen Markt im letzten Jahr anschauen kann. Der zweite, große Aspekt der Marktbewertungen ist die Qualität der Märkte. Hier hat sich in der letzten Zeit einiges getan (siehe meine letzten Blogeinträge). Einige Märkte scheinen nicht mehr unbedingt so viel wert auf Ambiente oder eine gewisse „Grundauthenzität“ zu legen. Auch das sollte in die Bewertungen mit einfließen, so dass auch Veranstalter ein Feedback bekommen, wie der Markt oder die Veranstaltung bei den Besuchern angekommen ist. Weiterhin weiß man auch schon in etwa wie viel Geld man sich denn eigentlich für den Marktbesuch einstecken muss, wenn man in einer Marktbewertung schon lesen kann, was Parken, Eintritt, Essen und Trinken kosten.

Prinzip verstanden? Super, dann kanns ja losgehen. Sind nur noch zwei kleine Fragen zu klären:
1. Wo kann ich denn solche Marktbewertungen abgeben? – Ein großes Bewertungsportal, speziell für Mittelalter-Veranstaltungen findet Ihr unter www.Marktbewertungen.de . Hier findet Ihr Marktbewertungen von Besuchern nach Bundesländern getrennt aufgelistet. Marktbewertungen.de ist Teil der Mittelalter-Internet Community www.Mittelalter-Treffpunkt.de , in der sich seit 2008 Mittelalter-Fans treffen.

2. Was gehört alles in eine Marktbewertung (bei www.Marktbewertungen.de ) hinein? – Auch diese Frage ist relativ leicht zu beantworten. Das Bewertungsportal bietet eine Vorlage mit verschiedenen Fragen, die einfach nur ausgefüllt werden müssen. Es ist aber wichtig, dass man schon beim Marktbesuch auf einige Dinge achtet. Von Mittelalter-Treffpunkt.de gibts da ein schönes Tutorial mit den Lego-Figuren, dass ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Einfach auf das erste Bild links klicken und dann mit dem Weiter-Button durch die Bilder durchklicken.

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„Mittelalter“-Märkte vs. „normale“ Märkte

Hallo, nach der lustigen Bildergeschichte im letzten Beitrag, jetzt wieder mal was etwas in die ernstere Richtung. Es geht wieder einmal um die Mittelaltermärkte.

Vor Kurzem war bei uns in Poppenhausen der „2. Rhöner Brot- und Biermarkt „. Der war vor allem deshalb toll, weil wir nur aus der Haustüre gehen mussten und schon mitten drin waren. Der Besuch dieses „normalen“ Marktes hat mich aber dann doch mal ins Grübeln gebracht. Wenn ich den Brot- und Biermarkt nämlich mal mit dem letzten, von mir besuchten, Mittelaltermarkt vergleiche, dann stellen sich mir doch einige Fragen. Vor allem die Frage, wohin die „Mittelalter“-Märkte gerade steuern ist mir da sehr in den Sinn gekommen.

Aber vergleichen wir doch mal: zunächst mal: Eintrittspreis. Auf dem Mittelaltermarkt: 5,- Euro. Auf dem Biermarkt: 0,- Euro. Oha, denkt man da jetzt. Aber dafür wurde einem bei dem Mittelaltermarkt ja sicher mehr geboten, schließlich hat man Eintritt gezahlt. Naja, weit gefehlt. Was wurde einem auf dem Mittelaltermarkt geboten? Ein paar Typen mit freiem Oberkörper die auf einem Dudelsack (ja, es war wirklich ein DUDELsack und keine Sackpfeife!) das mittelalterliche Lied „Yellow Submarine“ (oder war das vielleicht doch nicht mittelalterlich??) fehlerfrei nachspielen konnten. Ich glaube, „We will rock you“ gehörte auch noch zum umfangreichen Repertoire. Super. Auf dem Biermarkt erklang zünftige „Biermusik“ des Musikvereins Cäcilia, das passte zum Ambiente und die hatten auch keine freien Oberkörper.

Kommen wir mal zum eben schon angesprochenen Ambiente. Was gabs denn so auf dem Mittelaltermarkt zu sehen? Ja, da waren die vielen Lagergruppen, die dort ihre Lager und Zelte aufgeschlagen haben. Leider ist es wohl auch in der letzten Zeit in der Szene Sitte geworden, dass man sein Zelt, sein Schwert, seine Kochstelle mit einem möglichst abschreckend aussehenden Zaun gegen neugierige Besucher absichert. Warum eigentlich noch niemand auf die Idee gekommen ist, dafür Stacheldraht herzunehmen, damit es auch ja kein Besucher wagt diese heilige Absperrung gar zu übersteigen, entzieht sich aber meiner Kenntnis. Naja, man kann ja auch von der Absperrung aus zuschauen, was die da so in ihren Zelten bzw. unter ihren Sonnensegeln machen… und was machen die da? Ja.. eigentlich garnix. Wenn man zu richtigen Uhrzeit kommt (meistens so um die Mittagszeit), dann kann man vereinzelte Exemplare der Gattung homo gromius (der gemeine Mittelalterfan) evtl. sogar im Rudel bei der Nahrungsaufnahme beobachten. Das wäre dann aber schon ein großes Highlight. Auf die Idee, sich mal zur Absperrung zu begeben, wo ja der Besucher schon seit ein paar Minuten angestrengt versucht zu erkennen, was da unter dem Sonnensegel getrieben wird und den Besucher evlt. anzusprechen, sprich eine Kommunikation aufzubauen, ist an diesem Tag aber niemand gekommen. War auch schon nachmittags. Vielleicht lags daran.
Andres auf dem Biermarkt. Da gabs eigentlich überall Stände und Zelte wo einem jeder gleich was zeigen oder anbieten wollte. Ok, die wollen ihre Produkte da auch verkaufen, aber immerhin.

Jetzt mal zum wichtigen Teil: dem Essen. Ich mag das ja bekanntlich, also das Essen. Von daher kann man schon sagen, dass ich zumindest auf DEM Gebiet Experte bin. Also was gabs zu essen? Auf dem Mittelaltermarkt: gegrillte Fleischspieße, bei einem Anbieter, der sich passender Weiße „der Spießer“ nannte. In der Mittelalterszene sind wir auch so kreativ, dass wir tollen Dingen außergewöhnliche Namen geben, deshalb sind das keine Grillspieße sondern Ritterspieße. Ich gebe zu, von der Wortschöpfung her ist das ein wenig unglücklich gewählt, könnte man hier doch der Annahme verfallen, es wären Teile eines Ritters aufgespießt worden. Wahrscheinlich orientiert sich der Name aber an der angestrebten Kundschaft: den Rittern. Zudem gabs auch leckere Brote mit Knoblauch und so weiter. Geschmacklich war das sehr gut, muss ich sagen. Bis man sieht, was es kostet: Ritterspieß: 5,- Euro (aufsteigen), Knoblauchbrot: 5,- euro.. achso, Sie möchten noch 7-8 kleine Speckwürfel draufhaben? Ja, dann macht das 5,50 Euro für EIN (in Zahlen: 1) Knoblauchbrot. Nein, das war kein ganzer Laib Brot mit 5 ganzen Knoblauchzehen drauf. Das war.. so ein kleines Ding.. vielleicht so groß wie ein BigMac. Möglicherweise sind in den gezahlten 5,50 Euro für ein solches Knoblauchbrot auch noch 40% Aktienanteile an der Verkaufsbude des Verkäufers enthalten, aber darauf hat man mich wohl vergessen hinzuweisen.
Und jetzt ratet mal, was ein Knoblauchbrot auf dem Biermarkt gekostet hat? Ja.. gut geraten: 1,50 Euro. Und der Verkaufsstand auf dem Biermarkt, wo es die Brote gab, war jetzt optisch nicht schlechter als der auf dem Mittelaltermarkt. Festzustellen ist ein krasser Preisanstieg bei Knoblauchbroten im Mittelalter. Das liegt sicher daran, dass der Knoblauchkurs im Mittelalter noch sehr hoch war…
Aber wir stellen fest: Essen auf Mittelaltermärkten: sehr teuer. Vielleicht kann mir irgendwann mal jemand erklären, warum das so ist, verstehen kann ichs absolut nicht.

Was für das Essen gilt, gilt leider auch für die Getränke. Bier auf MA-Markt im Durchsnitt: 5,- Euro für 0.33 l. Bier auf dem Biermarkt: 2,70 Euro. Das Lustige dabei ist: auf den Mittelaltermärkten kommen findige Bierverkäufer ja auf die Idee, ihr Produkt noch mit diversen Zusätzen zu „verbessern“. Da gibt es dann ein „Kirschbier“, ein „Metbier“ usw.
Haltet Euch fest, denn jetzt kommt der Knaller: auf dem Biermarkt gabs Bier, das ist nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut. Irgendwie lustig, oder? Auf dem Biermarkt war das Bier mittelalterlicher als auf dem Mittelaltermarkt.

Warum gehe ich jetzt so auf Mittelaltermärkte los? Weil ich langsam glaube, dass der Name „Mittelalter“ langsam viel zu kommerziell ausgenutzt wird. Versteht mich nicht falsch, ich war schon auf vielen Mittelaltermärkten, die wirklich klasse waren. Es gibt diese Märkte auch noch, man muss sie nur finden. Man kann für 5,- Euro Eintritt wirklich gut unterhalten werden, man kann auf solchen Mittelaltermärkten in Zelte schauen, darf Schwerter anfassen (wenn man vorher fragt!), wird von Ritterkämpfen und Theaterstücken unterhalten. Auf solchen Märkten begegnet man Musiker, die ohne Mikrofon und technischen Kram einfach mal vor den Zelten stehen bleiben und ein Stück auf ihren Lauten, Drehleiern und Flöten speilen und dabei auch ohne technische Verstärker so laut singen, dass man sie weit über den Markt hört. Es gibt noch Lager, die sich nicht hinter Zäunen verstecken, dort kann man in die Zelte reinschauen und den Darstellern über die Schulter schauen. Und ist dabei ein gern gesehener Gast. Es gibt sogar noch günstige Stände, die eine Grundverpflegung für wenig Geld anbieten, ich habe sie gesehen.
Doch zunehmend scheinen mir „Mittelalter“-Märkte aus dem Boden gestampft zu werden, die wohl nur ein Ziel haben: mit wenig Einsatz maximalen Gewinn zu erzielen. Das ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht noch nicht mal verwerflich, sondern ein durchaus kaufmännisches Vorgehen. Jedoch bin ich der Meinung, man darf damit den Namen „Mittelalter“ nicht zu teuer verkaufen.

Sicher kann sich auch jeder selbst ein Bild von der aktuellen Situation machen. Die wirklich guten Märkte zu finden, wird meiner Meinung nach, immer schwerer.

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Mittelaltermärkte oder Phantasie-Veranstaltungen?

Am Wochenende beschlossen wir mal spontan einen Mittelaltermarkt in unserer Nähe (Hessen) zu besuchen. Ohne viel Aufwand (also nicht in Gewandung) wollten wir uns den Markt in einem Schlossgarten mal anschauen, von dem wir kurz zuvor auf einem Plakat gelesen hatten.

„Biste mal ganz Tourist,“ dachte ich „und schaust dir das mal so an, wie das die vielen Besucher immer sehen, die auf solche Mittelater-Veranstaltungen kommen“. Gesagt getan, hingefahren. Parkplatz war auch schnell gefunden und dann auf die Suche gemacht nach der Veranstaltung in der kleinen Stadt. Wir sahen da einen blauen Plastikpavilion unter dem lustig gekleidete Menschen auf Bierzeltganituren saßen. Mensch, dachte ich, gehen wir da doch mal hin und fragen, wo denn hier der Mittelaltermarkt stattfindet. Zu unserer Überaschung erklärte man uns dort, dass es sich bereits um den Eingang zum Mittelaltermarkt im Schlosspark handele. Naja, wenn man nicht so.. ganz genau hinschaute, dann hätte man die Plastikplane vom Pavillon ja auch für normale Leinenzeltplane halten können. Und das Alugestänge darunter könnte ja… glänzendes Holz oder so sein… Gut, ein wenig Phantasie braucht man halt schon. Offensichtlich erkannte das Personal, welches die gesammelten Kleidungsstücke aus mindestens 5 Jahrhunderten zum Besten trug, unsere Absicht den Markt zu betreten und man begrüßte uns freudig mit den Worten „Das macht 10 Euro für beide.“ Na endlich was mittelalterliches: die wollen Wegzoll von uns haben! 10 Euro, ich hab das kurz im Kopf nachgerechnet und bin dann auf 5 Euro pro Person gekommen. Naja, für den Preis wird man sicher auch was geboten bekommen… dachte ich.

Das erste, was wir im blauen Partyzelt-Pavillon mit den Bierbänken für unsere 10 Euro bekamen, waren zwei neongrüne Armbändchen. Hier war für mich der Punkt erreicht, wo ich wirklich sagen muss: hätte ich Gewandung angehabt, dann hätte ich mir diese nicht mit einem neongrünen Armbändchen versauen lassen. Aber wir waren ja (zum Glück) nicht gewandet und waren ja auch bereit da jeden Partyspaß mitzumachen. Also her mit den Bändchen, richtig festmachen und los gehts. Tauchen wir ein in die Welt des Mittelalters.

Schon nach den ersten Schritten nach dem Kassenpavillion und bereits auf dem Veranstaltungsgelände (also dem Schlosspark) standen auf der Wiese mehrere Autos. Auf einigen dieser neumodischen Blechdrachen waren noch Inschriften wie „Zack, zack, zack, wir machen Mittelalter-Schabernack“ und ähnliches zu lesen. Ich vermute mal, die Fahrzeuge gehörten einigen der Darstellern. Eigentlich super, für 5 Euro Eintritt bekommt man einen Mittelaltermarkt UND eine Autoshow. Was will man denn bitte mehr? Achso.. ja Mittelalter. Wir machten uns dann also auf das Mittelalter auf dem Markt zu suchen. Wir entdeckten da auch gleich ein mittelalterliches Reittier, den gemeinen, kleinen Esel. Wenn man allerdings genau hinschaute, dann stand der Esel in einer Umzäunung aus.. naja, ihr werdet es erraten: aus einem Plastikzaun, der gehalten wurde von Plastikzaunpfählen. Im schlichten weiß gehalten sind diese Pfähle in der Lage dem Ansturm eines galoppierenden Esels durchaus nachzugeben, aber nicht zu brechen.

Was will ich hier eigentlich mit meinen Reiseberichten erzählen? Ach ja, es geht ums Thema Mittelalter. Wenn Veranstalter schon ein so tolles Ambiente, wie diesen Schlosspark mit kleinem See und angrenzendem Barockschloss, ausgesucht haben, wieso versuchen sie denn dann nicht, sich zumindest hier auch etwas anzupassen. Es ist doch wirklich nicht so schwer (es folgen jetzt ein paar kostenlose Tipps von mir an Veranstalter, sie dürfen sich das gerne ausdrucken oder auch mitschreiben): so einen Eingangsbereich hat man doch schnell aufgebaut: vier große Pfähle und ein (kleines) Sonnensegel drüber. Darunter könnt ihr ja eure Bierbänke stellen, aber werft doch zumindest eine Tischdenke drüber und kaschiert das ganze vorne noch etwas mit Stroh (wahlweise auch Heu). Dazu noch zwei ordentlich gewandete Söldner mit langen Spießen rechts und links aufgestellt und fertig ist der mittelalterlich-anmutende Eingangsbereich. Ein Sonnensegel und ein paar (vorsicht, es sollten mindesten 4 Stück sein, sonst wird die Konstruktion instabil und erschlägt möglicherweise im Umfallen noch zahlende Besucher) Stangen mit Abspannseilen sollte sich ein Veranstalter, der regelmässig Mittelalterveranstaltungen veranstaltet schon mal auf Lager legen. Evtl. kann man da im Vorfeld auch eine der Lagergruppen bitten, sowas mal mitzubringen, die haben das meist auch mehrfach. Machen die bestimmt gerne, wenn man die auch gut behandelt. Glauben sie mir,für etwas trockenes Feuerholz sind die Lagernden ihr bester Freund!
Kommen wir noch zu diesen Eintrittsbändchen. Die müssen nicht sein! Zumindest nicht in knalligen Neonfarben! Wenns denn umbedingt die Bänder sein müssen, dann bitte auch nur für die ungewandeten Besuchern. Ihr macht euch da bei den Gewandeten echt unbeliebt damit. Es gibt prima Alternativen dazu. Beispielsweise Eintrittskarten oder die tollen Stempel auf die Hand… und.. und… und.

Ich finde, auf solche Kleinigkeiten sollte man schon achten, sonst reisst das immer mehr ein. Irgendwann laufen dann noch Animateure in diesen Stoffpuppengewändern.. so wie in den Freizeitparks, ihr wisst schon.. Micky Maus und so.. herum. Auch das Thema Autos: die gehören einfach auf einen separaten Parkplatz und nicht auf das Veranstaltungsgelände. Wenn ich Eintritt zahle für einen Mittelaltermarkt, dann will ich auch Mittelaltermarkt sehen und keinen Gebrauchtwagenmarkt. Selbst wenn es in der Innenstadt nicht genügend Parkplätze gibt: professionelle Veranstalter mieten dafür eine Wiese etwas außerhalb und richten zu den Stoßzeiten eben einen Fahrdienst ein. Das alles ist möglich auf Mittelalterveranstaltungen und sollte vom Veranstalter auch berücksichtigt werden. Allerdings habe ich auch kein Problem damit, wenn ihr die Plastikzelte da weiterhin aufstellt und die Autos zwischen den Zelten parkt, die Besucher und Daresteller mit Neonbändern „schmückt“ usw. ABER dann nennt es BITTE NICHT „Mittelaltermarkt“!

Ist das Niveau von Mittelalterveranstaltungen denn mittlerweile so weit gesunken? Benötigen wir wirklich Kontrollen und Gütesiegel für Veranstaltungen, die sich „Mittelalterveranstaltung“ nennen dürfen, wie es ja schon geplant ist? Ich bin der Meinung, so weit sollte es nicht kommen. Damit es nicht so weit kommt, sollte sich aber jeder Veranstalter mal selbst kritisch beobachten und mal darüber nachdenken, was es denn bedeutet einen „Mittelaltermarkt“ auszurichten. Ich habe hier im letzten Jahr viele schöne Veranstaltungen gesehen und besucht, aber leider findet sich auch immer wieder der ein oder andere Markt, der eben nur auf das „schnelle Geld“ ausgerichtet ist.

Was mir bei dem besuchten Markt auch noch aufgestossen ist: irgendwann drückt einem ja mal die Blase. Man sucht also das stille Örtchen auf, welches sich dort als Toilettenwagen präsentierte. Das ist ja schon mal nicht schlecht, zumindest besser als Dixi-Klos. Jedoch verlangte man dort für „Ungewandete“ pro Toilettengang (so hab ich das jedenfalls verstanden, vielleicht wars aber auch pro Liter) 50 Cent. Warum man hier mein Hemd, die Jeans und die Straßenschuhe nicht als Gewandung anerkannte, ist mir bis heute schleierhaft 😉
Aber mal im Ernst: für eine Veranstaltung, wo ich bereits Eintritt gezahlt habe, wo ich Essen und Trinken kann (und das auch zu nicht gerade günstigen Preisen, aber dafür kann der Veranstalter wahrscheinlich nichts), da kann ich doch wohl erwarten, dass ich auch kostenlos den Abort benutzen kann?

Alles in Allem: ich appelliere hiermit dringend an die freiwillige Selbstkontrolle der Veranstalter. Lasst die Marke „Mittelaltermarkt“ nicht zu einer sommerlichen Faschingsveranstaltung verkommen, sondern sorgt für das Wohl Eurer GÄSTE! Betrachtet Eure GÄSTE auch als solche, denn sie zahlen Eintritt um etwas geboten zu bekommen, was auf Plakaten von Euch angekündigt wurde.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.

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Neues Buch: Ritter, Gaukler, Beutelschneider

Ein neues Buch wird derzeit in Frankfurt auf der Buchmesse vorgestellt. Und dieses Buch über das Mittelalter ist durchaus würdig, hier von mir einmal vorgestellt zu werden.

Der Titel des Buches lautet „Ritter, Gaukler, Beutelschneider“ und im Untertitel „Mittelalter im heut'“ lässt der Autor Tom Freiwah schon durchblicken worum es geht. Ganz klar es geht um die Mittelalterszene. Und diese wird vom Autor in diesem Buch sehr humoristisch betrachtet. Nun ist dieses Buch auch sehr reich verziert mit vielen Bilder von Personen, die im Titel bereits genannt werden (also Ritter, Gaukler usw.), es finden sich aber auch viele Schnappschüsse unten den Bildern. Die Aufmachung und der Aufbau des Buches ist sehr schön, es ist einfach ein „mittelalterliches Buch“ und das nicht nur in der Optik. Der Autor schreibt die Texte zu den Bildern und Themen, die in diesem Buch behandelt werden, in dem typischen „Marktsprech“, der Sprache des heutigen Mittelalters. Die Vielfalt der Themen ist ebenso reichlich wie die Anzahl der Bilder, denn zu jedem Thema finden sich zahlreiche Bilder in diesem Buch. Die Themen reichen von den Lagern der Mittelalterbegeisterten über die Ritter zu den Kreuzrittern über Barden, Gaukler zum Medicus der Minne und so weiter. Ich glaube es gibt kein „mittelalterliches“ Thema was in diesem Buch nicht auf lustige Weise auf die Schippe genommen wird.

Mir hat dieses Buch aufgrund der schönen Aufmachung und der vielen Bilder (ich guck ja so gern Bilder 😉 ) sehr gut gefallen. Die Texte sind klasse, wenn ich eben mal zitieren darf: „Die Form des Helmes wurd meyst anatomisch an des Ritters Dickkopf und seyn Zinken angepasst, was so manche lust’ge Form hervor gebracht.“ Man erfährt auch viele „Geheimnisse aus dem Mittelalter, darunter z.B. auch, warum zwei Templer gleichzeitig auf einem Pferd reiten können. Das Buch hat mich persönlich an ein Wilhelm Busch Buch von aus meiner Kindheit erinnert. Ich denke, ich lehne mich mal nicht zu weit aus dem Burgfenster wenn ich den Autor Tom Freiwah hier als den „Wilhelm Busch der Mittelalterszene“ bezeichne. Das Buch ist interessant und man entdeckt auch beim zweiten, dritten oder vierten mal lesen auch noch neue Details. Sehr nett finde ich die verschiedenen Werbebanner in diesem Buch, beispielsweise vom „Vatikanischen Ablass-Fond (investieren Sie in die Sicherheit ihres Seelenheils)“. Sehr schön. 25 Euro wird das Buch im Handel kosten und ich finde, das ist es auch wert.

Fazit: Für Mittelalterbegeisterte ist das Buch sehr erfrischend und amüsant, ja fast schon ein Must-Have! Aber auch für die Leute, die noch nicht mal in ihrer Freizeit viel mit dem Mittelalter zu tun haben, ist das Buch ein interessanter Hinschauer und auch gerne mal Hineinschauer. An die Schreibweise muss man sich etwas gewöhnen ist aber meiner Meinung nach absolut passend zur Aufmachung und den Bildern.

Wo bekommt ihr nun das Buch? Noch ist es nicht im Handel und wird gerade auf der Buchmesse in Frankfurt vorgestellt. Dort kann man es auch schon käuflich erwerben, am Stand des Verlages „Arcore-x.de“. Online wird es dann wohl auch bald unter www.dieBüchermacher.de zu bekommen sein.

Und so sieht es von Außen aus: Ein Buch von Tom Freiwah

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