Archive for the ‘Allgemein’ Category

1
Aug

Mittelaltercomic Folge 4: William Wallace

   Posted by: Andreas

Don Pedro verweilt immer noch in England und ist dort einer großen Ungerechtigkeit auf die Schliche gekommen. Aber seht selbst:

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Vom 22. bis 24. Juli 2011 war es wieder so weit: Das Mittelalter lebt auf dem Grieser Spitz in Regensburg!

Bereits am Donnerstag haben die ersten dort Ihre Zelte aufgebaut. Wir kamen diesmal erst am Freitag, und bauten das vereinigte teutsche Lager direkt an der Spitze des Spitzes (kann man das so sagen?) auf. Auch wenn wir auf das große, schwarz-weiße Zelt diesmal verzichteten, so hatten wir doch noch einige Zelte in unserem Lager aufzubieten. Als Küchen- und Versorgungszelt diente uns heuer ein kleines rundes Schwarzenfellser Zelt (schwarz-gelb), was jedoch auch ausreichte.

Trotz der schlechten Wettervorhersage wagten wir am Freitag Mittag den Aufbau des Lagers, der dann schon gegen 14:00 Uhr abgeschlossen war. Und ich kann sagen: das Wetter hielt das ganze Wochenende super durch. Wir hatten keinen Regen, bis auf Sonntag Vormittag, da hat es mal kurz genieselt, aber da waren wir zum Glück im Zuber beim Michel. Das Lagerwochenende in Regensburg war wieder super schön. Das wider Erwartens gute Wetter lockte doch viele Besucher an den Grieser Spitz und in unserem Lager gab es neben den Waffen und Rüstungen der Ritter, den Zelten der Burgfräuleins und Ritter auch ein neues Highlight: Hoger von Soisburg präsentierte seinen selbst gebauten Steh- und Kniepranger und diverse Schandgeigen aus Holz. Unter dem großen Sonnensegel, dass wir diesmal mit Seitenwänden aus den beiden kleineren Segeln ausgestattet hatten, konnte man Katharina von Schwarzenfells beim Brettchenweben zuschauen und sich das ganze auch erklären lassen. Auch beim Kochen und Braten konnte der neugierige Besucher dem vereinigten teutschen Lager zuschauen, es wurde auf der großen Kochstelle gekockt und gegrillt.

Da wir in diesem Jahr keinen Schaukampf aufführten, konnten wir uns etwas mehr Zeit nehmen für andere Dinge. Einen ausgiebigen Zubertermin z.B. oder das geniale Puppenspiel der Kistlers, deren Hozlwurmzirkus oder die Pest-Show am Abend waren für uns willkommen Programmpunkte. Aber auch der Gaukler Jolandolo (seine Freunde nennen ihn auch www.derfahnenschwinger.de ) begeisterte uns mit seiner Vorführung, wie auch die Dreschflegel mit ihrem Schaukampfstück und natürlich Fjonn von den Inseln.

Das diesjährige Mittelalter Spectaculum am Grieser Spitz in Regensburg war von Händlern, Lagernden, Darstellern und Besuchern gut frequentiert. Die üblichen Kritikpunkte aus den vergangenen Jahren bleiben aber dennoch bestehen: der Schneider-Weiße Stand war nicht gerade ein Glanzstück mit seinen Bierbänken und den dazu passenden Sonnenschirmen. In diesem Jahr schlug sogar der Fernsehsender SAT 1 eine kleine Sendestation mitten im Mittelalterlager auf: in einem runden, aufblasbaren Plastik-Sat1-Ball konnte man auf einem Flachbildschirm aktuelle Nachrichten und Wetter schauen und ein Kamerateam von Sat 1 Bayern 17:30 war ständig irgendwo zum Filmen. Hier hätte man sicher einen besseren Platz für den Sat1-Stand gefunden als mitten im Ritterlager… aber naja, das war sicher auch eine einmalige Sache. Außerdem waren die Mitarbeiter von SAT1 sehr nett und man konnte sich auch gegenseitig beim Abbauen helfen.

Fazit: auch in diesem Jahr haben wir wieder einen schönen Mittelaltermarkt in Regensburg erlebt, auch dank des guten Wetters. Es hat wieder viel Spaß gemacht und hier sind noch einige Bilder:

Hier noch einige weiterführende Links zum Thema Mittelaltermarkt in Regensburg:

Webseite des Veranstalters “Stadtmaus” in Regensburg mit weiteren Bildern zur Veranstaltung 2011
Webseite vereinigtes teutsches Lager mit der kompletten Bildergalerie
Zeitungsbericht der Mittelbayrischen Zeitung, auf der Seite der Stadtmaus
Video vom mittelbayrische.tv (starring: Holger & Waltraud bei Minute 00:42 )

und weils so schön war:
Video von mittelbayrische.tv 2010 (starring: vereingtes teutsches Lager 00:25 und 00:33 sowie 01:03 )

 

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5
Jul

Eine mittelalterliche Hochzeit

   Posted by: Andreas

Wir schreiben den 25.06. im Jahre des Herrn 1312 anno domini.

Das Volk, die Verwandten und Freunde haben sich bereits vor der St. Petrikirche versammelt. Da tritt das Brautpaar, ein Markgraf und seine holde Dame in die Mitte des Kreises, den die Anwesenden vor dem Hauptportal der Kirche gebildet haben. Der Pfarrer tritt mit seinem Novizen hervor und spricht die Worte zur Trauung.

Das Brautpaar gibt sich das Ja-Wort unter freiem Himmel. “Ja, mit Gottes Hilfe.” Danach segnet der Pfarrer die Gemeinde und das Brautpaar und gemeinsam zieht man in die Kirche ein und feiert dort einen Gottesdienst.

Nach der Trauung begibt sich der Zug der Hochzeitsgäste, angeführt vom Brautpaar in die nahe gelegene Burg. Dort feiert man in der geschmückten Halle und dem Rittersaal ausgiebig. Es gibt leckeres Essen, Braten vom Schwein usw. und Bier und Wein.

Gegessen wird aus Tellern aus Brot, einem ausgehölten Brotleib der sowohl für die flüssigen als auch die festen Speisen sowie Soßen diente.

Getrunken wurde aus Bechern aus Ton oder Holz.

Eine Hochzeit im Mittelalter setzte sich aus verschiedenen Rechtsakten zusammen: der Trauung, der Heimführung (und der Feier und dem Essen), danach folgte zu späteren Stunde die Beschreitung des Ehebettes und die Darreichung der Morgengabe. Im Mittelalter wurde der Begriff “Hochzeit” allerdings noch für alle hohen, kirchlichen Feiertage verwendet. Da an diesen Feiertagen, besonders an Pfingsten besonders gerne geheiratet wurde (da hatte einfach auch jeder Zeit…) verschmolzen die Begriffe schließlich und heute sagt man einfach Hochzeit zu einer Trauung mit anschliessender Feier. Die anschließende “Beschreitung des Ehebettes” musste im Mittelalter noch unter Zeugen durchgeführt werden, dieser Akt machte die Ehe endgültig rechtskräftig.

Und wie kam es im Mittelalter zu einer Hochzeit? Nunja, das romantischste, was wir uns so vorstellen ist natürlich, wenn der Ritter über die Wiese galoppiert kommt, sich schon beim Reiten in die holde Burgdame auf den Zinnen der Burg verliebt, ihr den Hof macht mit Minnegedichten (ihr ein paar besiegte Wikinger zu Füßen legt!?), ihr ein Ständchen singt (wer macht denn sowas?) und sich die beiden unsterblich ineinander verlieben…

Die Realität im Mittelalter sah wahrlich etwas anders aus. Sicher gab es auch die romantische, von mir eben beschriebene Version, das war aber leider nur die Ausnahme. Die Realität sah im Mittelalter anders aus: Ehen wurden schon in frühster Kindheit von den Eltern oder Verwandten der zukünftigen Brautleute arrangiert. Die Adelshäuser nutzten solche Ehen um verwandtschaftliche Bindungen zu festigen, mehr Land und Besitztümer aufzuhäufen und ihre Macht auszubauen. Das Alter der zur Heirat-ausgesuchten spielte dabei fast keine Rolle. Eigentlich galten im Frühmittelalter mit dem 13. Lebensjahr als heiratsfähig, im Spätmittelalter dann mit 15 bis 18 Jahren. Aber ich sagte: eigentlich. Denn die Adelshäuser hielten sich da nicht immer dran. Der kleine Prinz Henry Plantagenet (England), der ältere Bruder von Richard Löwenherz, wurde im Alter von 5 Jahren mit der zweijährigen Tochter des französchischen Königs Ludwig VII vermählt. Die Kinder hatten sich damals den Willen der Eltern zu fügen und wurden mit der “besten Partie” schon in frühster Kindheit versprochen oder sogar schon verheiratet. Liebe kam in dem meisten mittelalterlichen Ehen daher wenn überhaupt erst nach der Hochzeit auf…

Deshalb bleiben wir lieber bei unserer romantischen Mittelalterhochzeit und schauen uns lieber noch ein paar Bilder an:

Unserem Brautpaar wünschen wir jedenfalls alles Gute!

Auch die (Ehe)Ringe im Mittelalter sahen etwas anders aus als heute. Unser Paar hat sich diese Ringe (Originalrepliken aus dem 12. Jahrhundert, ausgestellt im British Museum London) ausgesucht:

So wie oben beschrieben und auf den Bildern dargestellt könnte eine Hochzeit im Mittelalter stattgefunden haben, wir hätten es jedenfalls genau so gemacht ;-)

Vielen Dank

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Hallo, nach der lustigen Bildergeschichte im letzten Beitrag, jetzt wieder mal was etwas in die ernstere Richtung. Es geht wieder einmal um die Mittelaltermärkte.

Vor Kurzem war bei uns in Poppenhausen der “2. Rhöner Brot- und Biermarkt “. Der war vor allem deshalb toll, weil wir nur aus der Haustüre gehen mussten und schon mitten drin waren. Der Besuch dieses “normalen” Marktes hat mich aber dann doch mal ins Grübeln gebracht. Wenn ich den Brot- und Biermarkt nämlich mal mit dem letzten, von mir besuchten, Mittelaltermarkt vergleiche, dann stellen sich mir doch einige Fragen. Vor allem die Frage, wohin die “Mittelalter”-Märkte gerade steuern ist mir da sehr in den Sinn gekommen.

Aber vergleichen wir doch mal: zunächst mal: Eintrittspreis. Auf dem Mittelaltermarkt: 5,- Euro. Auf dem Biermarkt: 0,- Euro. Oha, denkt man da jetzt. Aber dafür wurde einem bei dem Mittelaltermarkt ja sicher mehr geboten, schließlich hat man Eintritt gezahlt. Naja, weit gefehlt. Was wurde einem auf dem Mittelaltermarkt geboten? Ein paar Typen mit freiem Oberkörper die auf einem Dudelsack (ja, es war wirklich ein DUDELsack und keine Sackpfeife!) das mittelalterliche Lied “Yellow Submarine” (oder war das vielleicht doch nicht mittelalterlich??) fehlerfrei nachspielen konnten. Ich glaube, “We will rock you” gehörte auch noch zum umfangreichen Repertoire. Super. Auf dem Biermarkt erklang zünftige “Biermusik” des Musikvereins Cäcilia, das passte zum Ambiente und die hatten auch keine freien Oberkörper.

Kommen wir mal zum eben schon angesprochenen Ambiente. Was gabs denn so auf dem Mittelaltermarkt zu sehen? Ja, da waren die vielen Lagergruppen, die dort ihre Lager und Zelte aufgeschlagen haben. Leider ist es wohl auch in der letzten Zeit in der Szene Sitte geworden, dass man sein Zelt, sein Schwert, seine Kochstelle mit einem möglichst abschreckend aussehenden Zaun gegen neugierige Besucher absichert. Warum eigentlich noch niemand auf die Idee gekommen ist, dafür Stacheldraht herzunehmen, damit es auch ja kein Besucher wagt diese heilige Absperrung gar zu übersteigen, entzieht sich aber meiner Kenntnis. Naja, man kann ja auch von der Absperrung aus zuschauen, was die da so in ihren Zelten bzw. unter ihren Sonnensegeln machen… und was machen die da? Ja.. eigentlich garnix. Wenn man zu richtigen Uhrzeit kommt (meistens so um die Mittagszeit), dann kann man vereinzelte Exemplare der Gattung homo gromius (der gemeine Mittelalterfan) evtl. sogar im Rudel bei der Nahrungsaufnahme beobachten. Das wäre dann aber schon ein großes Highlight. Auf die Idee, sich mal zur Absperrung zu begeben, wo ja der Besucher schon seit ein paar Minuten angestrengt versucht zu erkennen, was da unter dem Sonnensegel getrieben wird und den Besucher evlt. anzusprechen, sprich eine Kommunikation aufzubauen, ist an diesem Tag aber niemand gekommen. War auch schon nachmittags. Vielleicht lags daran.
Andres auf dem Biermarkt. Da gabs eigentlich überall Stände und Zelte wo einem jeder gleich was zeigen oder anbieten wollte. Ok, die wollen ihre Produkte da auch verkaufen, aber immerhin.

Jetzt mal zum wichtigen Teil: dem Essen. Ich mag das ja bekanntlich, also das Essen. Von daher kann man schon sagen, dass ich zumindest auf DEM Gebiet Experte bin. Also was gabs zu essen? Auf dem Mittelaltermarkt: gegrillte Fleischspieße, bei einem Anbieter, der sich passender Weiße “der Spießer” nannte. In der Mittelalterszene sind wir auch so kreativ, dass wir tollen Dingen außergewöhnliche Namen geben, deshalb sind das keine Grillspieße sondern Ritterspieße. Ich gebe zu, von der Wortschöpfung her ist das ein wenig unglücklich gewählt, könnte man hier doch der Annahme verfallen, es wären Teile eines Ritters aufgespießt worden. Wahrscheinlich orientiert sich der Name aber an der angestrebten Kundschaft: den Rittern. Zudem gabs auch leckere Brote mit Knoblauch und so weiter. Geschmacklich war das sehr gut, muss ich sagen. Bis man sieht, was es kostet: Ritterspieß: 5,- Euro (aufsteigen), Knoblauchbrot: 5,- euro.. achso, Sie möchten noch 7-8 kleine Speckwürfel draufhaben? Ja, dann macht das 5,50 Euro für EIN (in Zahlen: 1) Knoblauchbrot. Nein, das war kein ganzer Laib Brot mit 5 ganzen Knoblauchzehen drauf. Das war.. so ein kleines Ding.. vielleicht so groß wie ein BigMac. Möglicherweise sind in den gezahlten 5,50 Euro für ein solches Knoblauchbrot auch noch 40% Aktienanteile an der Verkaufsbude des Verkäufers enthalten, aber darauf hat man mich wohl vergessen hinzuweisen.
Und jetzt ratet mal, was ein Knoblauchbrot auf dem Biermarkt gekostet hat? Ja.. gut geraten: 1,50 Euro. Und der Verkaufsstand auf dem Biermarkt, wo es die Brote gab, war jetzt optisch nicht schlechter als der auf dem Mittelaltermarkt. Festzustellen ist ein krasser Preisanstieg bei Knoblauchbroten im Mittelalter. Das liegt sicher daran, dass der Knoblauchkurs im Mittelalter noch sehr hoch war…
Aber wir stellen fest: Essen auf Mittelaltermärkten: sehr teuer. Vielleicht kann mir irgendwann mal jemand erklären, warum das so ist, verstehen kann ichs absolut nicht.

Was für das Essen gilt, gilt leider auch für die Getränke. Bier auf MA-Markt im Durchsnitt: 5,- Euro für 0.33 l. Bier auf dem Biermarkt: 2,70 Euro. Das Lustige dabei ist: auf den Mittelaltermärkten kommen findige Bierverkäufer ja auf die Idee, ihr Produkt noch mit diversen Zusätzen zu “verbessern”. Da gibt es dann ein “Kirschbier”, ein “Metbier” usw.
Haltet Euch fest, denn jetzt kommt der Knaller: auf dem Biermarkt gabs Bier, das ist nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut. Irgendwie lustig, oder? Auf dem Biermarkt war das Bier mittelalterlicher als auf dem Mittelaltermarkt.

Warum gehe ich jetzt so auf Mittelaltermärkte los? Weil ich langsam glaube, dass der Name “Mittelalter” langsam viel zu kommerziell ausgenutzt wird. Versteht mich nicht falsch, ich war schon auf vielen Mittelaltermärkten, die wirklich klasse waren. Es gibt diese Märkte auch noch, man muss sie nur finden. Man kann für 5,- Euro Eintritt wirklich gut unterhalten werden, man kann auf solchen Mittelaltermärkten in Zelte schauen, darf Schwerter anfassen (wenn man vorher fragt!), wird von Ritterkämpfen und Theaterstücken unterhalten. Auf solchen Märkten begegnet man Musiker, die ohne Mikrofon und technischen Kram einfach mal vor den Zelten stehen bleiben und ein Stück auf ihren Lauten, Drehleiern und Flöten speilen und dabei auch ohne technische Verstärker so laut singen, dass man sie weit über den Markt hört. Es gibt noch Lager, die sich nicht hinter Zäunen verstecken, dort kann man in die Zelte reinschauen und den Darstellern über die Schulter schauen. Und ist dabei ein gern gesehener Gast. Es gibt sogar noch günstige Stände, die eine Grundverpflegung für wenig Geld anbieten, ich habe sie gesehen.
Doch zunehmend scheinen mir “Mittelalter”-Märkte aus dem Boden gestampft zu werden, die wohl nur ein Ziel haben: mit wenig Einsatz maximalen Gewinn zu erzielen. Das ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht noch nicht mal verwerflich, sondern ein durchaus kaufmännisches Vorgehen. Jedoch bin ich der Meinung, man darf damit den Namen “Mittelalter” nicht zu teuer verkaufen.

Sicher kann sich auch jeder selbst ein Bild von der aktuellen Situation machen. Die wirklich guten Märkte zu finden, wird meiner Meinung nach, immer schwerer.

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29
Mai

Mittelaltercomic Folge 3: Die Landkarte

   Posted by: Andreas

Hier nun der (bestimmt lang ersehnte) dritte Teil des Lego-Comics mit dem legendären Don Pedro und natürlich auch Achmed.

Don Pedro beschließt nun endlich diese Karte, mit der er und Achmed sich schon so oft verlaufen haben, loszuwerden… doch sehet selbst:

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Am Wochenende beschlossen wir mal spontan einen Mittelaltermarkt in unserer Nähe (Hessen) zu besuchen. Ohne viel Aufwand (also nicht in Gewandung) wollten wir uns den Markt in einem Schlossgarten mal anschauen, von dem wir kurz zuvor auf einem Plakat gelesen hatten.

“Biste mal ganz Tourist,” dachte ich “und schaust dir das mal so an, wie das die vielen Besucher immer sehen, die auf solche Mittelater-Veranstaltungen kommen”. Gesagt getan, hingefahren. Parkplatz war auch schnell gefunden und dann auf die Suche gemacht nach der Veranstaltung in der kleinen Stadt. Wir sahen da einen blauen Plastikpavilion unter dem lustig gekleidete Menschen auf Bierzeltganituren saßen. Mensch, dachte ich, gehen wir da doch mal hin und fragen, wo denn hier der Mittelaltermarkt stattfindet. Zu unserer Überaschung erklärte man uns dort, dass es sich bereits um den Eingang zum Mittelaltermarkt im Schlosspark handele. Naja, wenn man nicht so.. ganz genau hinschaute, dann hätte man die Plastikplane vom Pavillon ja auch für normale Leinenzeltplane halten können. Und das Alugestänge darunter könnte ja… glänzendes Holz oder so sein… Gut, ein wenig Phantasie braucht man halt schon. Offensichtlich erkannte das Personal, welches die gesammelten Kleidungsstücke aus mindestens 5 Jahrhunderten zum Besten trug, unsere Absicht den Markt zu betreten und man begrüßte uns freudig mit den Worten “Das macht 10 Euro für beide.” Na endlich was mittelalterliches: die wollen Wegzoll von uns haben! 10 Euro, ich hab das kurz im Kopf nachgerechnet und bin dann auf 5 Euro pro Person gekommen. Naja, für den Preis wird man sicher auch was geboten bekommen… dachte ich.

Das erste, was wir im blauen Partyzelt-Pavillon mit den Bierbänken für unsere 10 Euro bekamen, waren zwei neongrüne Armbändchen. Hier war für mich der Punkt erreicht, wo ich wirklich sagen muss: hätte ich Gewandung angehabt, dann hätte ich mir diese nicht mit einem neongrünen Armbändchen versauen lassen. Aber wir waren ja (zum Glück) nicht gewandet und waren ja auch bereit da jeden Partyspaß mitzumachen. Also her mit den Bändchen, richtig festmachen und los gehts. Tauchen wir ein in die Welt des Mittelalters.

Schon nach den ersten Schritten nach dem Kassenpavillion und bereits auf dem Veranstaltungsgelände (also dem Schlosspark) standen auf der Wiese mehrere Autos. Auf einigen dieser neumodischen Blechdrachen waren noch Inschriften wie “Zack, zack, zack, wir machen Mittelalter-Schabernack” und ähnliches zu lesen. Ich vermute mal, die Fahrzeuge gehörten einigen der Darstellern. Eigentlich super, für 5 Euro Eintritt bekommt man einen Mittelaltermarkt UND eine Autoshow. Was will man denn bitte mehr? Achso.. ja Mittelalter. Wir machten uns dann also auf das Mittelalter auf dem Markt zu suchen. Wir entdeckten da auch gleich ein mittelalterliches Reittier, den gemeinen, kleinen Esel. Wenn man allerdings genau hinschaute, dann stand der Esel in einer Umzäunung aus.. naja, ihr werdet es erraten: aus einem Plastikzaun, der gehalten wurde von Plastikzaunpfählen. Im schlichten weiß gehalten sind diese Pfähle in der Lage dem Ansturm eines galoppierenden Esels durchaus nachzugeben, aber nicht zu brechen.

Was will ich hier eigentlich mit meinen Reiseberichten erzählen? Ach ja, es geht ums Thema Mittelalter. Wenn Veranstalter schon ein so tolles Ambiente, wie diesen Schlosspark mit kleinem See und angrenzendem Barockschloss, ausgesucht haben, wieso versuchen sie denn dann nicht, sich zumindest hier auch etwas anzupassen. Es ist doch wirklich nicht so schwer (es folgen jetzt ein paar kostenlose Tipps von mir an Veranstalter, sie dürfen sich das gerne ausdrucken oder auch mitschreiben): so einen Eingangsbereich hat man doch schnell aufgebaut: vier große Pfähle und ein (kleines) Sonnensegel drüber. Darunter könnt ihr ja eure Bierbänke stellen, aber werft doch zumindest eine Tischdenke drüber und kaschiert das ganze vorne noch etwas mit Stroh (wahlweise auch Heu). Dazu noch zwei ordentlich gewandete Söldner mit langen Spießen rechts und links aufgestellt und fertig ist der mittelalterlich-anmutende Eingangsbereich. Ein Sonnensegel und ein paar (vorsicht, es sollten mindesten 4 Stück sein, sonst wird die Konstruktion instabil und erschlägt möglicherweise im Umfallen noch zahlende Besucher) Stangen mit Abspannseilen sollte sich ein Veranstalter, der regelmässig Mittelalterveranstaltungen veranstaltet schon mal auf Lager legen. Evtl. kann man da im Vorfeld auch eine der Lagergruppen bitten, sowas mal mitzubringen, die haben das meist auch mehrfach. Machen die bestimmt gerne, wenn man die auch gut behandelt. Glauben sie mir,für etwas trockenes Feuerholz sind die Lagernden ihr bester Freund!
Kommen wir noch zu diesen Eintrittsbändchen. Die müssen nicht sein! Zumindest nicht in knalligen Neonfarben! Wenns denn umbedingt die Bänder sein müssen, dann bitte auch nur für die ungewandeten Besuchern. Ihr macht euch da bei den Gewandeten echt unbeliebt damit. Es gibt prima Alternativen dazu. Beispielsweise Eintrittskarten oder die tollen Stempel auf die Hand… und.. und… und.

Ich finde, auf solche Kleinigkeiten sollte man schon achten, sonst reisst das immer mehr ein. Irgendwann laufen dann noch Animateure in diesen Stoffpuppengewändern.. so wie in den Freizeitparks, ihr wisst schon.. Micky Maus und so.. herum. Auch das Thema Autos: die gehören einfach auf einen separaten Parkplatz und nicht auf das Veranstaltungsgelände. Wenn ich Eintritt zahle für einen Mittelaltermarkt, dann will ich auch Mittelaltermarkt sehen und keinen Gebrauchtwagenmarkt. Selbst wenn es in der Innenstadt nicht genügend Parkplätze gibt: professionelle Veranstalter mieten dafür eine Wiese etwas außerhalb und richten zu den Stoßzeiten eben einen Fahrdienst ein. Das alles ist möglich auf Mittelalterveranstaltungen und sollte vom Veranstalter auch berücksichtigt werden. Allerdings habe ich auch kein Problem damit, wenn ihr die Plastikzelte da weiterhin aufstellt und die Autos zwischen den Zelten parkt, die Besucher und Daresteller mit Neonbändern “schmückt” usw. ABER dann nennt es BITTE NICHT “Mittelaltermarkt”!

Ist das Niveau von Mittelalterveranstaltungen denn mittlerweile so weit gesunken? Benötigen wir wirklich Kontrollen und Gütesiegel für Veranstaltungen, die sich “Mittelalterveranstaltung” nennen dürfen, wie es ja schon geplant ist? Ich bin der Meinung, so weit sollte es nicht kommen. Damit es nicht so weit kommt, sollte sich aber jeder Veranstalter mal selbst kritisch beobachten und mal darüber nachdenken, was es denn bedeutet einen “Mittelaltermarkt” auszurichten. Ich habe hier im letzten Jahr viele schöne Veranstaltungen gesehen und besucht, aber leider findet sich auch immer wieder der ein oder andere Markt, der eben nur auf das “schnelle Geld” ausgerichtet ist.

Was mir bei dem besuchten Markt auch noch aufgestossen ist: irgendwann drückt einem ja mal die Blase. Man sucht also das stille Örtchen auf, welches sich dort als Toilettenwagen präsentierte. Das ist ja schon mal nicht schlecht, zumindest besser als Dixi-Klos. Jedoch verlangte man dort für “Ungewandete” pro Toilettengang (so hab ich das jedenfalls verstanden, vielleicht wars aber auch pro Liter) 50 Cent. Warum man hier mein Hemd, die Jeans und die Straßenschuhe nicht als Gewandung anerkannte, ist mir bis heute schleierhaft ;-)
Aber mal im Ernst: für eine Veranstaltung, wo ich bereits Eintritt gezahlt habe, wo ich Essen und Trinken kann (und das auch zu nicht gerade günstigen Preisen, aber dafür kann der Veranstalter wahrscheinlich nichts), da kann ich doch wohl erwarten, dass ich auch kostenlos den Abort benutzen kann?

Alles in Allem: ich appelliere hiermit dringend an die freiwillige Selbstkontrolle der Veranstalter. Lasst die Marke “Mittelaltermarkt” nicht zu einer sommerlichen Faschingsveranstaltung verkommen, sondern sorgt für das Wohl Eurer GÄSTE! Betrachtet Eure GÄSTE auch als solche, denn sie zahlen Eintritt um etwas geboten zu bekommen, was auf Plakaten von Euch angekündigt wurde.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.

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8
Mai

Hexenverfolgung im Mittelalter?

   Posted by: Andreas

Immer wieder hört man von der Hexenverfolgung im Mittelalter. Dabei ist das eigentlich nicht korrekt. Im Mittelalter (wir nehmen hier mal die Zeit von ca. 500 bis 1500 an), wurden “Hexen” nicht aktiv verfolgt. Es gab sicher die Anweisung, das “…vom Teufel besessene Menschen mit dem Tode bestraft werden sollten…” jedoch eine Verfolgung von diesen “Hexen” war damals noch nicht vorgesehen. Erst im späten 15. Jahrhundert mit aufkommen der staatlichen, spanischen Inquisition wurde die Hexenverfolgung zu einer größeren Sache und einem ernsten Problem für viele Menschen damals. Der Begriff “Hexe” ist auch erst seit dem späten 14. Jahrhundert schriftlich belegt.

Wie aber kam es zu einer Anschuldigung gegenüber einer Person zur Hexe? Der folgende Lego-Comic macht dies vielleicht ein wenig deutlicher:

 

Wer sich jetzt noch einen aktuellen Film mit Hexen anschauen möchte, dem kann ich den Film “Der letzte Tempelritter” empfehlen. Wer in dem Film irgend etwas authentisches sucht ist mit dem Film sicher falsch bedient, aber einen schönen Unterhaltungswert mit Gruselfaktor hat der Film allemal. Weiterhin ist der Film mit Nicolas Cage und Christopher Lee in einer Nebenrolle auch noch gut besetzt.

Hier der Trailer als Vorgeschmack:

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6
Mrz

Marktsprech? Ein heißes Thema…

   Posted by: Andreas

Kürzlich habe ich in einem Forum zum Thema “Mittelalter” über “Marktsprech” diskutiert.

Für alle, die mit dem Begriff “Marktsprech” jetzt nichts anfangen können mal eine kleine Erklärung:

Auf Veranstaltungen zum Thema Mittelalter sprechen die Darsteller, Händler, Gaukler und auch mancher Besucher meist eine eigene, etwas seltsam anmutende Sprache. Bei einer Darbietung wird von einem Herold zum Beispiel das “Volke” aufgefordert die Darbieter mit einem “…reichlich Handgeklapper” zu belohnen. Diese Art von Sprache wird “Marktsprech” genannt. Marktsprech ist eine Kunstsprache, es gibt einige, die haben dafür sogar eigene Regeln entwickelt. In dieser Sprache, die nach Alt-deutsch klingen soll, wird eben alles etwas aufgeblasen oder es werden fantasiereiche und lustige Worte für etwas ganz gebräuchliches verwendet, wie z.B. “Afterballen” anstatt des allgemein üblichen “Arsches” als Begriff für das Hinterteil beider Geschlechter.

Für mich gehörte diese etwas andere Sprache immer zu einem Mittelaltermarkt dazu. Denn sie hat mir immer gezeigt, dass man sich jetzt in einer anderen Zeit befindet, was sowohl an der Kleidung, als auch an der Kulisse und zu guter Letzt auch an der Sprache zu erkennen sei. In dem oben genannten Forum gab es nun aber auch Darsteller, die diese Sprache scharf kritisierten. Denn so wurde auch im Mittelalter nicht gesprochen. Im Mittelalter sprach man Mittelhochdeutsch, dies ist in Schriften wie in der manessischen Liederhandschrift (um 1300) noch überliefert. Dies hört sich ungefähr so an:  ”

„Dû bist mîn, ich bin dîn:
des solt dû gewis sîn.
dû bist beslozzen
in mînem herzen:
verlorn ist daz slüzzelîn:
dû muost immer drinne sîn. “

Zitat von einem unbekannten Verfasser, wird aber auch oft Walter von der Vogelweide zugeschrieben. Der Text stammt aus einem Lied der hohen Minne.

Tatsächlich kommen wohl noch einige plattdeutsche Dialekte so einigermaßen an das Mittelhochdeutsch heran. Jedenfalls wird Marktsprech auch stark kritisiert: man gaukelt den Besuchern von Mittelaltermärkten vor, dass damals eine aufgeblähte Sprache in der man immer nur in der dritten Person gesprochen hat, gesprochen wurde. Das stimmt natürlich zum Einen. Zum Anderen denke ich aber: wenn die Darsteller auf Mittelalterveranstaltungen sich wirklich die Mühe machen würden und  Mittelalterhochdeutsch zu lernen… dann würde man als Besucher ja garnichts mehr verstehen. Ich sehe hier schon einen Markt für diese kleinen Übersetzungscomputer, die man in Museen bekommt und mit denen man manchmal auch Japaner in den historischen deutschen Innenstädten herumlaufen sieht. Die Protagonisten reden in original Mittelhochdeutsch und die Übersetzung kommt direkt auf japanisch, südsuhali, mandarin oder vochelsbercher-Platt aus dem Gerät ;-)

Nein, soweit wollen wir natürlich nicht gehen. Fakt ist jedenfalls: das was die heute so auf Mittelalter-Veranstaltungen sprechen, wurde im Mittelalter so nie ausgesprochen. Man versucht mit dieser Kunstsprache lediglich dem Besucher ein Gefühl von einer vergangenen Zeit zu geben, indem man eben einfach anders spricht als im normalen Büroalltag. Und übrigens: die Gewänder, die man da trägt, die sind auch im 20. oder 21. Jahrhundert erst geschneidert worden und stammen so auch nicht aus dem Mittelalter. Lediglich der Schnitt der Kleidung ist der von mittelalterlichen Kleidungsstücken nachempfunden. Zum Glück, denn das wäre dann doch eine etwas große Geruchsbelästigung für die Besucher, wenn plötzlich jeder Darsteller mit Originalkleidung herumlaufen würde.

Letztlich bleibt es jedem Darsteller aber selbst überlassen, ob er lieber in eine etwas andere Sprechweise verfällt oder alles in “normalem” Hochdeutsch erklärt und erläutert. Es wäre aber schön, wenn Besucher von Veranstaltungen hier als Kommentar auch einmal ihre Meinung unter diesem Beitrag abgeben würden.

Ein kleines Bild habe ich hier auch noch anzufügen, dies spricht allerdings (in hochdeutsch, sowie in Marktsprech) für sich:

Marktsprech ja oder nein? Das ist hier die Frage

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28
Jan

Mittelaltercomic Folge 2: Auf in die Schenke

   Posted by: Andreas

Nach dem bahnbrechenden Erfolg des ersten Teils meines kleinen Mittelalter-Comics mit Lego Figuren folgt hier nun Teil 2. Don Pedro und Achmed möchten sich diesmal etwas in einer Schenke bei gutem Met, Bier und Wein amüsieren. Doch der Weg in die Schenke ist nicht einfach zu finden. Aber seht selbst, wohl an:

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9
Jan

Tolles Mittelalter-Musik Video: Lego-Schandmaul

   Posted by: Andreas

Leider hatte ich um Weihnachten und Neujahr nicht mehr die Zeit mich um meinen Blog hier zu kümmern. Daher jetzt als “Entschuldigung” mal wieder etwas Musik zur Aufheiterung. Folgendes Video habe ich bei Youtube gefunden. Es wurde von Herrn Müller gedreht, der hat schon viele solcher Projekte verfilmt. Die Umsetzung und die Musik von Schandmaul hat mir wirklich klasse gefallen und ich finde dieses Video ist es wert hier in meinem Blog vorgestellt zu werden. Jetzt also viel Spaß mit Lego und Schandmaul:

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