Archive for the ‘Allgemein’ Category

22
Dez

Frohe Weihnachten

   Posted by: Andreas

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14
Nov

Mittelaltercomic Folge 5: Die Eurokrise

   Posted by: Andreas

Und hier gleich die nächste Folge von “Don Pedro… und Achmed”. Aus aktuellem Anlass, sozusagen:

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14
Nov

Länger nichts geschrieben…

   Posted by: Andreas

Hallo, liebe Leser.

Jetzt habe ich hier schon länger nichts mehr in meinem Blog geschrieben. Dafür entschuldige ich mich hiermit mal offiziell bei Euch. Es ist nicht so, dass mir hier die Themen ausgehen würden, ganz im Gegenteil. Aber in der letzten Zeit bin ich einfach nicht mehr zum Bloggen hier gekommen. Im Oktober war ich auch mal zwei Wochen in Spanien und dann war jedes Wochenende auch wieder was anderes. Naja, jetzt bin ich wieder hier und gelobe Besserung.

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Wenn man von “Mittelaltermusik” spricht, ist oft die Musik gemeint, die diverse Künstler auf den Mittelaltermärkten verlauten lassen. Das allgemeine Bild, was jetzt die meisten von Euch im Kopf haben sind die Männer mit nackten Oberkörper und ledernen … (ja, was eigentlich? Lederne Schürzen? Lederne Kilts? was genau ist das eigentlich, was die da immer anhaben? Ich hab noch nie sooo genau hingeschaut) … sagen wir mal Lendenschürzen, die wild auf den Trommeln rumschlagen, die Sackpfeifen oder auch Dudelsäcke aufheulen lassen und wild irgend einen Text in ein (vom Veranstalter zur Verfügung gestelltes) Mikrofon gröhlen. Das ganze sieht eigentlich schon garnicht mehr nach “Mittelalter” aus, sondern erinnert eher schon ein die späte Steinzeit. Lustigerweise sind moderne Hits, wie z.B. “We will rock you” auch die meist gespielten Lieder auf den Mittelaltermärkten.

Doch, wahrlich, ich sage Euch: es geht auch anders. Jüngst in diesem Jahr auf dem Cave Cladium habe ich mal wieder eine Band gesehen, die nicht durch stundenlange Soundchecks am Mikrofon den Start des Bruchenballturniers unnötig lange verhindert haben! Unserem Lager hatten sich für die Tage auf dem Cave Gladium ein paar Mädels angeschlossen, die auch noch wunderbare Musik machen konnten, ohne mit nackten Oberkörper und Lederlendenschurz auf der Bühne zu gröhlen (obwohl das marketingtechnisch vielleicht kein schlechter Tipp für Euch wäre Mädels, als die Sache mit.. naja.. egal). Die vier Mädels nennen sich Padda Musa und sind meist auf der kleinen Bühne (ganz und gar ohne technische Verstärker usw.) aufgetreten. Ich war jedenfalls sehr angenehm überrascht, das es so etwas auch noch gibt. Ganz im Stile der Streuner oder Irrlichter, einfach mal unters Volk gegangen und losgelegt. Und die Mädels beherrschen ihre Instrumente und können dazu auch noch singen. Wahnsinn, oder?

Jetzt will ich Euch natürlich auch einige Eindrücke von Padda Musa vermittelt, die übrigens hier auf Facebook zu finden sind:

Und natürlich auch noch eine kleine Gesangskostprobe:

 

Ich persönlich wünsche mir mehr solche Musik auf den Märkten und wünsche auch Padda Musa weiterhin viel Glück und Erfolg, denn Eure Musik ist klasse.

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8
Sep

Ein Geist im Mittelalter?

   Posted by: Andreas

Heute schreibe ich mal mehr oder weniger in eigener Sache. Ich möchte Euch heute etwas zeigen, dass es durchaus auch wert ist in einem Mittelalter-Blog präsentiert zu werden.

Schon seit längerem ist meine Frau auf einer Webseite sehr aktiv. Diese Seite nennt sich Dshini.net und man kann dort Wünsche einstellen, die man sich dann mit vielen Klicks auf Banner  und Spiele erarbeiten kann. Seit dem 01.09. läuft auf dieser Seite ein Kreativwettbewerb. Es ging darum, etwas Kreatives über diese Seite zu erstellen. Das “Maskottchen” (wie man früher sagte) dieser Seite ist ein (ich glaube) weiblicher Flaschengeist. Meine Frau hat sich für den Wettbewerb etwas ganz tolles ausgedacht: sie hat eine kleine Bildergeschichte erstellt, auf der zu sehen ist, wie der Geist (Dshini, oder heisst es die Geist?) einer Magd im Mittelalter hilft, bestimmte Wünsche zu erfüllen.

Das ganze ist, wie ich finde, sehr schön geworden und unter diesem Link: http://wurzelfarm.de/dshini/dshini.html zu finden.

Das wäre auch meine Lieblingsaufgabe - und anschliessend noch leertrinken

Die Texte sind manchmal etwas schwer zu verstehen, wenn man selbst nicht auf der Seite aktiv ist. Mir ging das genauso. Aber ich habe rausgefunden das “Daylies” ein Paket von Tagesaufgaben sind, die man wohl zu erfüllen hat. Hat man eine Aufgabe erfolgreich erfüllt, dann bekommt man “Dshinis” oder “Dshins” dafür, das ist so eine Art Währung. Hat man genug Dshinis gesammelt, dann kann man diese gegen einen realen Sachwert (den Wunsch, den ich oben schon angesprochen habe) eintauschen.

Ich bin mir sicher, Euch gefällt der kleine Legocomic (mit dessen Erstellung ich so gut wie rein garnichts zu tun habe…) auch so gut wie mir. Dann würde ich Euch auch bitten, dafür abzustimmen und zwar unter dem dort angegebenen Link ( oder direkt hier: http://www.dshini.net/de/competition/show/928 ). Die Abstimmung läuft noch bis zum 15.09. und der Beitrag ist zur Zeit noch auf Platz 3. Man kann dort jede Stunde erneut abstimmen.

Ansonsten möchte ich noch darauf hinweisen: Liebe Dshinianer, wenn ich oben irgend einen Unsinn geschrieben habe, bitte lasst es mich wissen und schickt mir eine Mail. Ich übernehme aber keine Haftung für die Richtigkeit der Dshini-internen Fachbegriffe.

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Ich greife mit diesem Beitrag mal die Anregung von meinem Kollegen Mario auf, der kürzlich sagte “Du musst mal über die Veranstaltungen in deinem Blog berichten, BEVOR die stattfinden. Sonst is es ja immer zu spät, sich die noch anzuschauen. Daher jetzt mal vorher der Bericht von der Veranstaltung der nächsten beiden Wochenenden. Wer das jetzt nicht vorher liest, ist aber selbst schuld ;-)

Bereits am nächsten Sonntag, dem 14.08. ist es wieder Zeit, den Drachen zu jagen! Mit einem großen historischen Festzug zur Drachenstich-Arena in Furth im Wald (Bayern) ziehen die Ritter, Knappen, Knechte, Mägde und Burgdamen durch Furth im Wald und eröffnen somit das historische Treiben in der Stadt. Hier wird natürlich eine angemessene Abordnung des vereinigten teutschen Lagers vertreten sein. Weitere Informationen zum Drachenstich in Furth im Wald, einem sensationellen Schauspiel findet ihr hier: www.drachenstich.de

Das Wochenende vom 19.08. bis 21.08. steht dann wieder unter dem Motto “Hüte dich vor dem Schwert – Cave Gladium”. Das wohl größte, mittelalterliche Heerlager Bayerns schlägt in diesem Jahr etwas weniger Zelte auf als in den Vorjahren, jedoch wird es bestimmt wieder gigantisch. Hier werden die Zelte des vereinigten teutschen Lagers auch wie gewohnt zu besichtigen sein. Weitere Informationen zum Cave Gladium findet ihr hier: www.cave-gladium.de

P.S.: alle Bruchenballmannschaften können in diesem Jahr aufatmen: der zweimalige Meister (2008, 2009) und einmalige Vizemeister (2010), die sensationelle Mannschaft des vereinigten teutschen Lagers wird in diesem Jahr nicht mehr am Turnier teilnehmen. Wir haben beschlossen, unsere Bruchenball-Karriere aufzugeben und den jüngeren Talenten eine Chance zu geben. Also strengt Euch an, Bruchenballspieler. Wir werden das ganze aber mit professionellem Auge beobachten.

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1
Aug

Mittelaltercomic Folge 4: William Wallace

   Posted by: Andreas

Don Pedro verweilt immer noch in England und ist dort einer großen Ungerechtigkeit auf die Schliche gekommen. Aber seht selbst:

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Vom 22. bis 24. Juli 2011 war es wieder so weit: Das Mittelalter lebt auf dem Grieser Spitz in Regensburg!

Bereits am Donnerstag haben die ersten dort Ihre Zelte aufgebaut. Wir kamen diesmal erst am Freitag, und bauten das vereinigte teutsche Lager direkt an der Spitze des Spitzes (kann man das so sagen?) auf. Auch wenn wir auf das große, schwarz-weiße Zelt diesmal verzichteten, so hatten wir doch noch einige Zelte in unserem Lager aufzubieten. Als Küchen- und Versorgungszelt diente uns heuer ein kleines rundes Schwarzenfellser Zelt (schwarz-gelb), was jedoch auch ausreichte.

Trotz der schlechten Wettervorhersage wagten wir am Freitag Mittag den Aufbau des Lagers, der dann schon gegen 14:00 Uhr abgeschlossen war. Und ich kann sagen: das Wetter hielt das ganze Wochenende super durch. Wir hatten keinen Regen, bis auf Sonntag Vormittag, da hat es mal kurz genieselt, aber da waren wir zum Glück im Zuber beim Michel. Das Lagerwochenende in Regensburg war wieder super schön. Das wider Erwartens gute Wetter lockte doch viele Besucher an den Grieser Spitz und in unserem Lager gab es neben den Waffen und Rüstungen der Ritter, den Zelten der Burgfräuleins und Ritter auch ein neues Highlight: Hoger von Soisburg präsentierte seinen selbst gebauten Steh- und Kniepranger und diverse Schandgeigen aus Holz. Unter dem großen Sonnensegel, dass wir diesmal mit Seitenwänden aus den beiden kleineren Segeln ausgestattet hatten, konnte man Katharina von Schwarzenfells beim Brettchenweben zuschauen und sich das ganze auch erklären lassen. Auch beim Kochen und Braten konnte der neugierige Besucher dem vereinigten teutschen Lager zuschauen, es wurde auf der großen Kochstelle gekockt und gegrillt.

Da wir in diesem Jahr keinen Schaukampf aufführten, konnten wir uns etwas mehr Zeit nehmen für andere Dinge. Einen ausgiebigen Zubertermin z.B. oder das geniale Puppenspiel der Kistlers, deren Hozlwurmzirkus oder die Pest-Show am Abend waren für uns willkommen Programmpunkte. Aber auch der Gaukler Jolandolo (seine Freunde nennen ihn auch www.derfahnenschwinger.de ) begeisterte uns mit seiner Vorführung, wie auch die Dreschflegel mit ihrem Schaukampfstück und natürlich Fjonn von den Inseln.

Das diesjährige Mittelalter Spectaculum am Grieser Spitz in Regensburg war von Händlern, Lagernden, Darstellern und Besuchern gut frequentiert. Die üblichen Kritikpunkte aus den vergangenen Jahren bleiben aber dennoch bestehen: der Schneider-Weiße Stand war nicht gerade ein Glanzstück mit seinen Bierbänken und den dazu passenden Sonnenschirmen. In diesem Jahr schlug sogar der Fernsehsender SAT 1 eine kleine Sendestation mitten im Mittelalterlager auf: in einem runden, aufblasbaren Plastik-Sat1-Ball konnte man auf einem Flachbildschirm aktuelle Nachrichten und Wetter schauen und ein Kamerateam von Sat 1 Bayern 17:30 war ständig irgendwo zum Filmen. Hier hätte man sicher einen besseren Platz für den Sat1-Stand gefunden als mitten im Ritterlager… aber naja, das war sicher auch eine einmalige Sache. Außerdem waren die Mitarbeiter von SAT1 sehr nett und man konnte sich auch gegenseitig beim Abbauen helfen.

Fazit: auch in diesem Jahr haben wir wieder einen schönen Mittelaltermarkt in Regensburg erlebt, auch dank des guten Wetters. Es hat wieder viel Spaß gemacht und hier sind noch einige Bilder:

Hier noch einige weiterführende Links zum Thema Mittelaltermarkt in Regensburg:

Webseite des Veranstalters “Stadtmaus” in Regensburg mit weiteren Bildern zur Veranstaltung 2011
Webseite vereinigtes teutsches Lager mit der kompletten Bildergalerie
Zeitungsbericht der Mittelbayrischen Zeitung, auf der Seite der Stadtmaus
Video vom mittelbayrische.tv (starring: Holger & Waltraud bei Minute 00:42 )

und weils so schön war:
Video von mittelbayrische.tv 2010 (starring: vereingtes teutsches Lager 00:25 und 00:33 sowie 01:03 )

 

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5
Jul

Eine mittelalterliche Hochzeit

   Posted by: Andreas

Wir schreiben den 25.06. im Jahre des Herrn 1312 anno domini.

Das Volk, die Verwandten und Freunde haben sich bereits vor der St. Petrikirche versammelt. Da tritt das Brautpaar, ein Markgraf und seine holde Dame in die Mitte des Kreises, den die Anwesenden vor dem Hauptportal der Kirche gebildet haben. Der Pfarrer tritt mit seinem Novizen hervor und spricht die Worte zur Trauung.

Das Brautpaar gibt sich das Ja-Wort unter freiem Himmel. “Ja, mit Gottes Hilfe.” Danach segnet der Pfarrer die Gemeinde und das Brautpaar und gemeinsam zieht man in die Kirche ein und feiert dort einen Gottesdienst.

Nach der Trauung begibt sich der Zug der Hochzeitsgäste, angeführt vom Brautpaar in die nahe gelegene Burg. Dort feiert man in der geschmückten Halle und dem Rittersaal ausgiebig. Es gibt leckeres Essen, Braten vom Schwein usw. und Bier und Wein.

Gegessen wird aus Tellern aus Brot, einem ausgehölten Brotleib der sowohl für die flüssigen als auch die festen Speisen sowie Soßen diente.

Getrunken wurde aus Bechern aus Ton oder Holz.

Eine Hochzeit im Mittelalter setzte sich aus verschiedenen Rechtsakten zusammen: der Trauung, der Heimführung (und der Feier und dem Essen), danach folgte zu späteren Stunde die Beschreitung des Ehebettes und die Darreichung der Morgengabe. Im Mittelalter wurde der Begriff “Hochzeit” allerdings noch für alle hohen, kirchlichen Feiertage verwendet. Da an diesen Feiertagen, besonders an Pfingsten besonders gerne geheiratet wurde (da hatte einfach auch jeder Zeit…) verschmolzen die Begriffe schließlich und heute sagt man einfach Hochzeit zu einer Trauung mit anschliessender Feier. Die anschließende “Beschreitung des Ehebettes” musste im Mittelalter noch unter Zeugen durchgeführt werden, dieser Akt machte die Ehe endgültig rechtskräftig.

Und wie kam es im Mittelalter zu einer Hochzeit? Nunja, das romantischste, was wir uns so vorstellen ist natürlich, wenn der Ritter über die Wiese galoppiert kommt, sich schon beim Reiten in die holde Burgdame auf den Zinnen der Burg verliebt, ihr den Hof macht mit Minnegedichten (ihr ein paar besiegte Wikinger zu Füßen legt!?), ihr ein Ständchen singt (wer macht denn sowas?) und sich die beiden unsterblich ineinander verlieben…

Die Realität im Mittelalter sah wahrlich etwas anders aus. Sicher gab es auch die romantische, von mir eben beschriebene Version, das war aber leider nur die Ausnahme. Die Realität sah im Mittelalter anders aus: Ehen wurden schon in frühster Kindheit von den Eltern oder Verwandten der zukünftigen Brautleute arrangiert. Die Adelshäuser nutzten solche Ehen um verwandtschaftliche Bindungen zu festigen, mehr Land und Besitztümer aufzuhäufen und ihre Macht auszubauen. Das Alter der zur Heirat-ausgesuchten spielte dabei fast keine Rolle. Eigentlich galten im Frühmittelalter mit dem 13. Lebensjahr als heiratsfähig, im Spätmittelalter dann mit 15 bis 18 Jahren. Aber ich sagte: eigentlich. Denn die Adelshäuser hielten sich da nicht immer dran. Der kleine Prinz Henry Plantagenet (England), der ältere Bruder von Richard Löwenherz, wurde im Alter von 5 Jahren mit der zweijährigen Tochter des französchischen Königs Ludwig VII vermählt. Die Kinder hatten sich damals den Willen der Eltern zu fügen und wurden mit der “besten Partie” schon in frühster Kindheit versprochen oder sogar schon verheiratet. Liebe kam in dem meisten mittelalterlichen Ehen daher wenn überhaupt erst nach der Hochzeit auf…

Deshalb bleiben wir lieber bei unserer romantischen Mittelalterhochzeit und schauen uns lieber noch ein paar Bilder an:

Unserem Brautpaar wünschen wir jedenfalls alles Gute!

Auch die (Ehe)Ringe im Mittelalter sahen etwas anders aus als heute. Unser Paar hat sich diese Ringe (Originalrepliken aus dem 12. Jahrhundert, ausgestellt im British Museum London) ausgesucht:

So wie oben beschrieben und auf den Bildern dargestellt könnte eine Hochzeit im Mittelalter stattgefunden haben, wir hätten es jedenfalls genau so gemacht ;-)

Vielen Dank

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Hallo, nach der lustigen Bildergeschichte im letzten Beitrag, jetzt wieder mal was etwas in die ernstere Richtung. Es geht wieder einmal um die Mittelaltermärkte.

Vor Kurzem war bei uns in Poppenhausen der “2. Rhöner Brot- und Biermarkt “. Der war vor allem deshalb toll, weil wir nur aus der Haustüre gehen mussten und schon mitten drin waren. Der Besuch dieses “normalen” Marktes hat mich aber dann doch mal ins Grübeln gebracht. Wenn ich den Brot- und Biermarkt nämlich mal mit dem letzten, von mir besuchten, Mittelaltermarkt vergleiche, dann stellen sich mir doch einige Fragen. Vor allem die Frage, wohin die “Mittelalter”-Märkte gerade steuern ist mir da sehr in den Sinn gekommen.

Aber vergleichen wir doch mal: zunächst mal: Eintrittspreis. Auf dem Mittelaltermarkt: 5,- Euro. Auf dem Biermarkt: 0,- Euro. Oha, denkt man da jetzt. Aber dafür wurde einem bei dem Mittelaltermarkt ja sicher mehr geboten, schließlich hat man Eintritt gezahlt. Naja, weit gefehlt. Was wurde einem auf dem Mittelaltermarkt geboten? Ein paar Typen mit freiem Oberkörper die auf einem Dudelsack (ja, es war wirklich ein DUDELsack und keine Sackpfeife!) das mittelalterliche Lied “Yellow Submarine” (oder war das vielleicht doch nicht mittelalterlich??) fehlerfrei nachspielen konnten. Ich glaube, “We will rock you” gehörte auch noch zum umfangreichen Repertoire. Super. Auf dem Biermarkt erklang zünftige “Biermusik” des Musikvereins Cäcilia, das passte zum Ambiente und die hatten auch keine freien Oberkörper.

Kommen wir mal zum eben schon angesprochenen Ambiente. Was gabs denn so auf dem Mittelaltermarkt zu sehen? Ja, da waren die vielen Lagergruppen, die dort ihre Lager und Zelte aufgeschlagen haben. Leider ist es wohl auch in der letzten Zeit in der Szene Sitte geworden, dass man sein Zelt, sein Schwert, seine Kochstelle mit einem möglichst abschreckend aussehenden Zaun gegen neugierige Besucher absichert. Warum eigentlich noch niemand auf die Idee gekommen ist, dafür Stacheldraht herzunehmen, damit es auch ja kein Besucher wagt diese heilige Absperrung gar zu übersteigen, entzieht sich aber meiner Kenntnis. Naja, man kann ja auch von der Absperrung aus zuschauen, was die da so in ihren Zelten bzw. unter ihren Sonnensegeln machen… und was machen die da? Ja.. eigentlich garnix. Wenn man zu richtigen Uhrzeit kommt (meistens so um die Mittagszeit), dann kann man vereinzelte Exemplare der Gattung homo gromius (der gemeine Mittelalterfan) evtl. sogar im Rudel bei der Nahrungsaufnahme beobachten. Das wäre dann aber schon ein großes Highlight. Auf die Idee, sich mal zur Absperrung zu begeben, wo ja der Besucher schon seit ein paar Minuten angestrengt versucht zu erkennen, was da unter dem Sonnensegel getrieben wird und den Besucher evlt. anzusprechen, sprich eine Kommunikation aufzubauen, ist an diesem Tag aber niemand gekommen. War auch schon nachmittags. Vielleicht lags daran.
Andres auf dem Biermarkt. Da gabs eigentlich überall Stände und Zelte wo einem jeder gleich was zeigen oder anbieten wollte. Ok, die wollen ihre Produkte da auch verkaufen, aber immerhin.

Jetzt mal zum wichtigen Teil: dem Essen. Ich mag das ja bekanntlich, also das Essen. Von daher kann man schon sagen, dass ich zumindest auf DEM Gebiet Experte bin. Also was gabs zu essen? Auf dem Mittelaltermarkt: gegrillte Fleischspieße, bei einem Anbieter, der sich passender Weiße “der Spießer” nannte. In der Mittelalterszene sind wir auch so kreativ, dass wir tollen Dingen außergewöhnliche Namen geben, deshalb sind das keine Grillspieße sondern Ritterspieße. Ich gebe zu, von der Wortschöpfung her ist das ein wenig unglücklich gewählt, könnte man hier doch der Annahme verfallen, es wären Teile eines Ritters aufgespießt worden. Wahrscheinlich orientiert sich der Name aber an der angestrebten Kundschaft: den Rittern. Zudem gabs auch leckere Brote mit Knoblauch und so weiter. Geschmacklich war das sehr gut, muss ich sagen. Bis man sieht, was es kostet: Ritterspieß: 5,- Euro (aufsteigen), Knoblauchbrot: 5,- euro.. achso, Sie möchten noch 7-8 kleine Speckwürfel draufhaben? Ja, dann macht das 5,50 Euro für EIN (in Zahlen: 1) Knoblauchbrot. Nein, das war kein ganzer Laib Brot mit 5 ganzen Knoblauchzehen drauf. Das war.. so ein kleines Ding.. vielleicht so groß wie ein BigMac. Möglicherweise sind in den gezahlten 5,50 Euro für ein solches Knoblauchbrot auch noch 40% Aktienanteile an der Verkaufsbude des Verkäufers enthalten, aber darauf hat man mich wohl vergessen hinzuweisen.
Und jetzt ratet mal, was ein Knoblauchbrot auf dem Biermarkt gekostet hat? Ja.. gut geraten: 1,50 Euro. Und der Verkaufsstand auf dem Biermarkt, wo es die Brote gab, war jetzt optisch nicht schlechter als der auf dem Mittelaltermarkt. Festzustellen ist ein krasser Preisanstieg bei Knoblauchbroten im Mittelalter. Das liegt sicher daran, dass der Knoblauchkurs im Mittelalter noch sehr hoch war…
Aber wir stellen fest: Essen auf Mittelaltermärkten: sehr teuer. Vielleicht kann mir irgendwann mal jemand erklären, warum das so ist, verstehen kann ichs absolut nicht.

Was für das Essen gilt, gilt leider auch für die Getränke. Bier auf MA-Markt im Durchsnitt: 5,- Euro für 0.33 l. Bier auf dem Biermarkt: 2,70 Euro. Das Lustige dabei ist: auf den Mittelaltermärkten kommen findige Bierverkäufer ja auf die Idee, ihr Produkt noch mit diversen Zusätzen zu “verbessern”. Da gibt es dann ein “Kirschbier”, ein “Metbier” usw.
Haltet Euch fest, denn jetzt kommt der Knaller: auf dem Biermarkt gabs Bier, das ist nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut. Irgendwie lustig, oder? Auf dem Biermarkt war das Bier mittelalterlicher als auf dem Mittelaltermarkt.

Warum gehe ich jetzt so auf Mittelaltermärkte los? Weil ich langsam glaube, dass der Name “Mittelalter” langsam viel zu kommerziell ausgenutzt wird. Versteht mich nicht falsch, ich war schon auf vielen Mittelaltermärkten, die wirklich klasse waren. Es gibt diese Märkte auch noch, man muss sie nur finden. Man kann für 5,- Euro Eintritt wirklich gut unterhalten werden, man kann auf solchen Mittelaltermärkten in Zelte schauen, darf Schwerter anfassen (wenn man vorher fragt!), wird von Ritterkämpfen und Theaterstücken unterhalten. Auf solchen Märkten begegnet man Musiker, die ohne Mikrofon und technischen Kram einfach mal vor den Zelten stehen bleiben und ein Stück auf ihren Lauten, Drehleiern und Flöten speilen und dabei auch ohne technische Verstärker so laut singen, dass man sie weit über den Markt hört. Es gibt noch Lager, die sich nicht hinter Zäunen verstecken, dort kann man in die Zelte reinschauen und den Darstellern über die Schulter schauen. Und ist dabei ein gern gesehener Gast. Es gibt sogar noch günstige Stände, die eine Grundverpflegung für wenig Geld anbieten, ich habe sie gesehen.
Doch zunehmend scheinen mir “Mittelalter”-Märkte aus dem Boden gestampft zu werden, die wohl nur ein Ziel haben: mit wenig Einsatz maximalen Gewinn zu erzielen. Das ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht noch nicht mal verwerflich, sondern ein durchaus kaufmännisches Vorgehen. Jedoch bin ich der Meinung, man darf damit den Namen “Mittelalter” nicht zu teuer verkaufen.

Sicher kann sich auch jeder selbst ein Bild von der aktuellen Situation machen. Die wirklich guten Märkte zu finden, wird meiner Meinung nach, immer schwerer.

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