Ritterfest Potsdam

Unter dem Motto „13. Pfingstspektakel im Volkspark Potsdam“ veranstaltete das Wandertheater COCOLORUS BUDENZAUBER das diesjährige Ritterfest in Brandenburgs Landeshauptstadt.

Vom 03. bis 05. Juni fanden sich zahlreiche Akteure im BUGA Park ein unter anderem handgemachte Musik mit und von Cocolorus Diaboli und Fortuna Musica sowie Weltmusik mit Soul O’Henri. Ein umfangreiches Kinderprogramm mit den böhmischen Rittern, dem Zauberer „Santini“, Gauklern und Märcheninszenierungen sorgten für jede Menge kurzweil.

Leider spielte das Wetter sonderlich mit, da es den ganzen Samstag und den meisten Teil des Sonntags regnete. Ab Sonntag Abend gab sich Petrus einen Ruck und zauberte strahlenden Sonnenschein, so das die Besucher anstatt dem Regen auf das Gelände strömten.

Ebenfalls auf dem Spektakel fand sich wie in jedem Jahr der historrische Markt, Ritter- und Wikingerlager sowie über 200 Akteure täglich ab 10 Uhr ein und öffneten ihre Tore und Zelte.

Auf dem gesamten Festgelände gab es viel Action wie z.B. das Axtwerfen, ein Trampolin, Bogenschiessen und aufgebaute Wikingerschiffe sowie Katapulte.

Der Eintritt kostete für Erwachsene 7 Euro, man konnte aber an allen Tagen nach einmal bezahltem Eintritt die Veranstaltung besuchen. Kinder zwischen 7 und 16 Jahren zahlten 3,00 Euro Eintritt.

Und auch hier haben wir wieder viele Bilder mitgebracht:

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Historisches Apfelfest in Potsdam

Vom 01. bis 02. Oktober 2016 fand in Potsdam das Historische Apfelfest statt.

Veranstaltet wurde da Event vom Wandertheater Cocolorus Budenzauber im BUGA Park, mitten in Potsdam. Zu sehen gab es zunächst einmal, wie der Name des Festes schon vermuten lässt, viele Apfel. Eine große Ausstellung an Äpfel und Birnen wurde hier präsentiert. Auch konnte man hier beim Keltern frischen Apfelsaftes direkt zuschauen und Kinder konnten direkt dabei mithelfen. Kulinarisch gab es außer den verschiedensten Kreationen aus Äpfeln auf dem Marktgeländer aber auch noch tierische Produkte vom Feuerfleisch vom Grill über Bratwürstchen bis hin zu Backfisch alles was man sich so wünschen konnte. Das Getränkeangebot war auch reichlich vorhanden vom Apfelsaft bis hin zum Met war alles auf dem historischen Apfelfest vertreten.

Der Markt teilte sich in einen großen Marktbereich mit mehreren Bühnen. Zwischen zahlreichen Händlern boten die Mitglieder des Wandertheater ihre Künste an, vom Kindertheater über kleinere Showkämpfe bis zum Auftritt zahlreicher Bands auf der Hauptbühne wurden die Besucher, welche 5 Euro Eintritt pro Person gezahlt hatten, gut unterhalten. Ein Highlight war der Auftritt der Band Cocolorus Diaboli auf der großen Hauptbühne.

An den Markt schloss sich ein kleines Mittelalterlager an. Hier boten die verschiedenen Gruppen Bogenschiessen sowie Vorführungen von Bogenschützen zu Fuß und vom Pferde an. Die einzelnen Lagergruppen zeigten den Besuchern mittelalterliches Lagerleben. Besonders bei Kindern kamen die beiden Drachenboote auf dem Platz gut an. Viele Impressionen des Marktes habe ich in einer kleinen Bildergalerie festgehalten:

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Die Entwicklung der romanischen Sprachen

Einen kurzen Beitrag über die Entstehung der romanischen Sprachen hat uns Rita Denzer von der Sprachschule Escuela De Idiomas Nerja  zukommen lassen, welchen wir hiermit gerne teilen möchten.

Die romanischen Sprachen sind eine Gruppe von Sprachen, die ihren Ursprung im Vulgärlatein bzw. Volkslatein haben. Volkslatein war ein Dialekt, der vor allem von Soldaten, Siedlern und Kaufleuten im alten Römischen Reich gesprochen wurde. Heute gibt es etwa 15 romanische Sprachen, wobei zu den meist gesprochenen Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugisisch und Rumänisch zählen.

Von allen Sprachfamilien sind die romanischen wahrscheinlich am einfachsten zu identifizieren. Viele der romanischen Sprachen teilen grammatikalischen Formen und viele Wörter des Grundwortschatzes, welche trotz der phonologischen Abweichungen erkennbar bleiben. All dies kann, bis auf einige wenigen Unterbrechungen bis zu den Sprachen des Römischen Reiches zurückgeführt werden. Schon der Name „romanische Sprachen“ weist ja in gewisser Hinsicht auf eine direkte Verbindung dieser Sprachen mit der Stadt Rom.

Die Vergrößerung des Römischen Reiches zwischen 350 v. Chr. bis hin zu 150 n. Chr. machten Latein zur dominanten Muttersprache auf dem Westeuropäischem Festland. Nach dem Zerfall des Reiches im 5. Jahrhundert jedoch, zerfiel auch die lateinische Sprache und es entwickelten sich lokal unterscheidbare Formen, die letztendlich zu dem wurden was wir heute unter anderem als Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch und Rumänisch kennen .

Die Niederlassungen von Siedlern aus Portugal, Spanien und Frankreich ab dem 15. Jahrhundert sorgten für eine enorme Verbreitung der Sprachen auf anderen Kontinenten. Das Ausmaß dieser Verbreitung sorgte dafür, dass heutzutage ungefähr zwei-drittel aller Menschen, die romanische Sprachen sprechen, außerhalb Europas leben.

Geschätzt gibt es ungefähr 800 Millionen Menschen, die Romanische Sprachen als Muttersprache sprechen. Diese leben neben Europa, vor allem in Amerika, aber auch in vielen kleineren Regionen, die man auf der ganzen Welt verteilt finden kann. Hinzu kommen unzählbare Bilinguisten, die diese Sprachen als Zweitsprache beherrschen.

Text: Rita Denzer

Hier auch noch einige Anwendungsbeispiele in einem kleinen Legocomic. Es wurde berühmte (und auch weniger berühmte) lateinische Zitate in dem Comic verwendet:

Comic/Bilder: Andreas von Schwarzenfells

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Helden und Diebe – Unterschiede der modernen Mittelaltergewandung

Das Mittelalter scheint uns heute einerseits sehr weit entfernt, andererseits zieht es auch viele Menschen immer wieder stark in seinen Bann. Wenn irgendwo ein mittelalterlicher Markt stattfindet, kann man sicher sein, dass er ein Magnet ist. Worum es dabei aber wohl weniger geht, ist ein reales Eintauchen in eine längst vergangene Zeit. Es geht vielmehr um den Spaß daran, dass Kleidung, die man im Mittelalter getragen hat, Schmuck, den man trug, Essen und die Getränke, die man konsumierte, so ganz „anders“ sind.

Andreas von Schwarzenfells als "König Artus"Wenn man sich die Kleidung der Menschen ansieht, die auf Mittelalter-Märkten so gelungen in Szene gesetzt wird, wird deutlich, dass die Rollen, die sich in der Kleidung widerspiegeln, dankenswerter Weise passé sind. Im Mittelalter war es eben klar zu unterscheiden, wer wo „stand“, welchen Standes er buchstäblich war. Prinzessin oder Magd? Die Kleiderordnung, die im Mittelalter strikt eingehalten wurde, spielt heute keine Rolle mehr. Und so sieht man auf Märkten, die noch einmal in diese Zeit eintauchen, Frauen, die sich völlig freiwillig als Magd gewanden, weil sie es im Alltag natürlich nicht sind, sondern als Lehrerin oder Architektin ihr Geld verdienen.

Fortschritt lässt sich eben auch am Spiel mit den Rollen, mit Kleidung ablesen. Heute ein Bettler, morgen ein Prinz. Darum liebeAndreas von Schwarzenfells als "Deutschordensritter"n viele Freunde des Mittelalterlichen sowohl die Märkte als auch Vereine, in denen man mittelalterliche Szenen nachstellt. Das alles ist ein großer Spaß, keine Ständevorschrift zwingt den modernen Menschen mehr dazu, dieses oder jenes zu tragen. Dass es im Berufsleben auch „Dress-Codes“ gibt, steht außer Frage, aber diese sind offen, und die zugrunde liegenden Hierarchien sind flach. Mittelalterliches, das steht darum für vieles: für das Gefühl, heute in einer aufgeklärten Welt ohne Oben und Unten zu leben, dafür, dass man Rollen und Kostüme variabel wechseln kann und natürlich für die Freude an der Verkleidung. Letzteres ist ganz sicher sogar der Hauptgrund für die Popularität des Mittelalterlichen.

Andreas von Schwarzenfells als "Strauchdieb"Wer sich auch heute noch gern gewandet wie die Mägde im Mittelalter, wie die Landstreicher aus längst vergangenen Zeiten oder wie die Adligen und Prinzessinnen im 12. Jahrhundert, der findet bei genauer Suche auch heute noch die eine oder andere Anlaufstelle für schöne Mittelalter-Kleidung und Requisiten. Der Onlineshop larp-fashion.de bietet beispielsweise eine wohlsortierte Kollektion an Kleidung rund um die Mittelalter-Szene und verschiedensten LARP-Accessoires. Wer noch einmal in die Vergangenheit zurückreisen und in die Geschichte eintauchen möchte, kann hier auf der Suche nach der passenden Gewandung fündig werden.

Text: Silke Zink

Bilder: Andreas Hoffmann
Hinweis: die dargestellte Gewandung ist nicht über den o.g. Onlineshop erhältlich.

Anbei eine Bildergalerie mit verschiedenen Gewandungsbeispielen aus unterschiedlichen Ständen aus dem Mittelalter

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Werkzeuge im Mittelalter

Einen interessanten Gastbeitrag über Werkzeuge im Mittelalter hat uns Jörg Herling für den Mittelalter-Blog zugeschickt. Diesen Beitrag möchten wir hier veröffentlichen:

Werkzeuge im Mittelalter

Im Mittelalter waren Werkzeuge zum Beispiel im Haushalt, in handwerklichen Berufen oder im landwirtschaftlichen Bereich essentiell. Im frühen Mittelalter gab es universelle Werkzeuge für jedermann, wie beispielsweise Messer, Zange, Hammer oder Axt, die von den Männern oft am Gürtel getragen wurden. Obwohl die Eigenschaften von Eisen bereits bekannt waren, wurden auch im Mittelalter noch viele Werkzeuge aus Holz oder Stein hergestellt, da die Eisenverarbeitung noch nicht überall verbreitet oder gänzlich zu teuer war.

Zu den meist genutzten Werkzeugen der Bauern gehörten Hacke, Beil und Spaten. Die mittelalterlichen Spaten sahen den heutigen bereits sehr ähnlich. Der größte Unterschied ist, dass sie aus Holz bestanden und gänzlich die Schneide mit einer Metallkante versetzt war. Zum Ackerbau dienten Pflug und Egge, welche von Ochsen oder Pferden über das Feld gezogen wurden und den Bauern das Pflügen und Sähen erleichterten.

Später erst, als sich die Handwerker spezialisierten, wurden auch spezielle Werkzeuge für die jeweiligen Berufe entwickelt und angefertigt. In diesem Zusammenhang entstanden auch im späten Mittelalter die Zünfte, die Vorläufer unser heutigen Gewerkschaften, welche sich für die Rechte der verschiedenen Berufsgruppen einsetzten.

Das Messer

Ein sehr beliebtes Werkzeug war im Mittelalter das Messer, da es für unzählige Zwecke eingesetzt werden konnte. Das mittelalterliche Allzweckmesser gehörte zu der Standardausrüstung und auch Frauen trugen es stets mit sich, da ein Messer auch ein wichtiges Werkzeug für die Nahrungszubereitung war. Rostfreie Messer gab es im Mittelalter natürlich noch nicht, aber einige Wissenschaftler argumentieren, dass es sogar gesundheitsfördernd und nicht schädlich sei, wenn Rost mit Lebensmitteln in Kontakt kommt. Der Gebrauch des Messers beim Essen selbst etablierte sich später, denn erst ab dem 18. Jahrhundert wurden Messer und Gabel als Essbesteck benutzt, da gute Tischmanieren im bürgerlichen Europa zunehmend wichtiger wurden.

Eine Weiterentwicklung des Allzweckmessers ist der Dolch, welcher besonders  in den mittelalterlichen Heeren als Waffe benutzt wurde. Zuerst war der Dolch nur eine Zweitwaffe, die beim Verlust des Schwertes zum Einsatz kommen sollte, doch da es keine standesspezifischen Vorgaben zum Dolch gab, wurde dieser zu einer beliebten Waffe, die zum Übel stolzer Ritter häufig verdeckt getragen wurde.

Fazit

Allgemein kann man sagen, dass unsere einfachen Werkzeuge heute noch genau so wie im späten Mittelalter benutzt werden. Zwar haben wir eine größere Auswahl an Materialien wie beispielsweise Aluminium oder Plastik und können feinere Werkzeuge mit Hilfe von Maschinen herstellen, doch das Prinzip ist immer noch das gleiche, also sollten wir uns bei unseren Vorfahren für die Ideenvielfalt bedanken.

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Essen im Mittelalter

Eine Frage die sicherlich viele interessiert ist immer: was hat man im Mittelalter (also sagen wir mal im Zeitraum zwischen dem Jahr 1100 und 1400) eigentlich gegessen? Da Essen auch eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist, möchte ich dieser Frage hier doch mal nachgehen.

Kochen im Mittelalter. Salz war wichtigstes Gewürz.

Wenn man sich bei diversen Themen-Restaurants zu einem sogenannten „Ritteressen“ anmeldet, dann wird einem schon viel geboten. Vorspeise, Brot, Käse und eine leckere Kartoffelsuppe, Hauptgericht Wild, Geflügel, afrikanischer Springbock mit Bratkartoffeln…. dazu leckeren Salat und Tomaten und so weiter und so fort. War das wirklich zu üppig im Mittelalter?

Zunächst einmal waren einige Lebensmittel und Zutaten, die wir heute kennen und die aus unserer modernen Küche garnicht mehr wegzudenken sind, im Mittelalter noch gar nicht bekannt. Die bei sogenannten „Ritteressen“ (ich hoffe die essen da nicht wirklich einen Ritter) so beliebten Kartoffeln z.B. gab es im Speiseplan des mittelalterlichen Normalbürgers nicht (wir erinnern uns dunkel, das die Kartoffel erst aus Amerika eingeführt wurde, da hilft es auch nicht ihr so wohlklingende „Mittelalternamen“ wie etwa „Erdäpfel“ zu geben). Anstatt der Kartoffel kannte man aber sehr wohl den Pastinak, eine Art Mischung aus Kartoffel und Rübe.Aber was aßen die Menschen im Mittelalter denn dann, wenn es keine Pommes mit Hamburger und Ketchup gab?

Gekocht wurde im Mittelalter auf offenem Feuer. Hier die Zubereitung einer Pilzpfanne (Pilze mit Honig)

Der mittelalterliche Speiseplan war sehr regional geprägt. Meist kam das auf den Tisch, was in der Region eben verfügbar war. An der Küste gab es also mehr Fisch, in den Weinregionen mehr Wein usw. Auch richtete sich das mittelalterliche Menü an der Kirche aus. Da im Mittelalter eben alle katholisch waren (oder eben damals einfach nur christlich), mussten sich alle an die Fastenzeit halten, da war es dann z.B. verboten Fleisch zu essen. Man aß dann eben Fisch, der in Salz eingelegt haltbar gemacht wurde und so auch den längeren Transport von der Küste ins Landesinnere meist genießbar überstand. Fische wurden auch in Fischteichen und Seen im Landesinneren gezüchtet.

Der übliche Speiseplan des Durchschnitt-Mittelalter-Menschen (also einem Bauer) war eher einseitig. Es gab zwei Hauptmahlzeiten, eine ca. zwischen 10 und 12 Uhr und eine Abendmahlzeit kurz vor der Dunkelheit. Gegessen wurde meist ein Brei aus Mehl aus Milch oder Wasser, gewürzt mit Kräutern oder gesüßt mit Honig. Brot war ebenfalls ein Grundnahrungsmittel im Mittelalter. wurde aber gerne auch an Feiertagen auch gegessen. An Getreide kannte man Weizen, Dinkel, Roggen und Hafer. Als Getreideersatz dienten Bohnen, Erbsen, Rüben und Kraut.

Der Bauer konnte das verwerten, was ihm nach Abgabe an den Lehnsherren noch übrig blieb. Das war meist nicht mehr viel (kam aber auf den Lehnsherren an 😉 ) . Fleisch bekam der Bauer nur von seinen Schweinen, Rindern, Ziegen oder dem Geflügel. Wild aus dem Wald kam nur beim Adel auf den Tisch, denn dieser hatte das Jagdrecht in den Wäldern. Durch die Abgaben der leibeigenen Bauern waren die Tische des Adels natürlich reicher gedeckt, aber solche Fressorgien wie unsere „Ritteressen“ kamen im Mittelalter auch nur sehr selten und dann wahrscheinlich auch nur am königlichen Hofe vor (aber dennoch ohne Kartoffeln). Die Speisen wurden zunächst mit einheimischen Gewürzen bzw. Zutaten verfeinert, wie Salz, Ingwer, Petersilie, Kümmel, Lauch, Rainfarn und Quitte und natürlich, wie schon erwähnt, Honig oder Nelken zum Süßen. Später kamen noch exotische Gewürze wie Pfeffer, Safran, Zimt (ab dem 14. Jahrhundert) hinzu, die unsere Küche noch bis heute prägen.

Überliefert sind Rezepte von mittelalterlichen Gerichten in Klöstern und vom Adel. Das älteste Kochbuch des deutschen Mittelalter stammt aus dem Jahr 1350 und nennt sich „Das Buch von guoter Spise„. In den meisten Rezepten werden gleich eine stattliche Anzahl von mehreren, verschiedenen Gewürzen für ein Gericht verwendet. Man geht daher davon aus, dass die meisten Gerichte im Mittelalter stark überwürzt waren. Das mag sicher mit einer ganz anderen Geschmackswahrnehmung des mittelalterlichen Menschen zusammenhängen. Haltbar machte man die Nahrungsmittel durch Trocknen, Räuchern oder Einsalzen, so konnte Fleisch und Fisch länger haltbar gemacht werden.

In schlimmen Zeiten, nach Missernten, Tierseuchen oder Krieg blieb den Menschen im Mittelalter oft nichts anderes übrig, als sich von Wurzlen und Beeren aus dem Wald oder sogar Gras zu ernähren.

Und um zu zeigen, wie regional unterschiedlich die mittelalterliche Küche damals war, habe ich Euch natürlich auch noch ein Bild vorbereitet, welches natürlich überhaupt nicht ernst zu nehmen ist….

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Ritterspiele Steinau an der Straße

Schloss Steinau

Nach den ganzen Lagern auf Märkten tut es ab und zu mal richtig gut, einfach nur als Besucher einen Mittelaltermarkt aufzusuchen. Das haben wir am vergangenen Wochenende gemacht. Bei uns, ganz in der Nähe, in Steinau an der Straße fanden die „Ritterspiele Steinau“ vom 25. bis 26. August 2012 statt.

Organisiert wurde dieser Mittelaltermarkt von der Trimburger Ritterschaft, welche auch in diesem Jahr wieder den großen Mittelaltermarkt auf ihrer Stammburg, der Trimburg in Franken ausgerichtet haben. Ich weiß, ich hab hier nicht drüber berichtet, aber der Mittelaltermarkt auf der Trimburg war sehr schön. Daher setzten wir auch große Erwartungen an den Markt in Steinau. Und ich kann schon mal vorweg sagen: wir wurden nicht enttäuscht.

Der Mittelaltermarkt in Steinau fand in der sehr schönen Kulisse der historischen Altstadts und des Schlosses Steinau statt. Der Marktplatz vor den Toren des Schloßes war schon mit allerelei Ständen belegt, die die üblichen Waren anboten: ein wenig Essen, Schmuck, Seife, Truhen  und Kästchen, Holzeugs usw.

Der Eintritt lag bei 6 Euro pro Erwachsenem und 3 Euro pro Kind über Schwertmass (ich glaube das war 1,20 m aber die kennen glaube ich mein großes Schwert nicht 😉 ). Historisch Gewandete kamen auch ohne Eintritt zu bezahlen hinein, allerdings musste dafür die Gewandung auch wirklich historisch sein und man lies am Eingang nicht jeden mit einem Carbone-Kleid hinein. Wir waren nicht gewandet und mussten so auch voll zahlen. Ich muss aber sagen, die 6 Euro haben sich schon gelohnt pro Person. Denn der Markt bot allerlei Programm: bereits um 13 Uhr, gerade als wir angekommen waren, kam uns der historische Umzug der Marktteilnehmer und lagernden entgegen. Zugegeben, der Zug war, wie der Markt auch, nicht besonders groß, aber schön.

Von 14 bis 15 Uhr spielten dann die Spielleute im Schloßhof auf. Wir haben die Zeit genutzt um etwas zu essen. Hier kredenzte uns das THW aus einem THW-Zelt Pommes mit wahlweise Steak oder Curry-Wurst. Bestimmt hätte ich mich darüber auf anderen Märkten mal wieder tierisch aufgeregt, weil das THW ja keine Anstalten machte entweder ihr standard-THW-Zelt etwas mittelalterlicher aussehen zu lassen, noch haben die Mitglieder des THW versucht über ihre T-Shirts in THW-Blau mit THW-gelber Aufschrift mittelalterlicher zu gestalten, aber die Preise waren ok und irgendwie passte das THW auch in die Ecke vom Schlosshof rein. Es gab aber auch Stände mit etwas mehr mittelalterlichem Essen und Trinken in so fern…. is ok.

schönes Ambiente

Nach dem Essen faszinierten uns das Würzburger Greifenpack mit einem wirklich toll gemachten Showkampf. Nicht nur einfaches hau-drauf-und-stirb Gemenge, sondern mal wieder ein richtiger Schau-Kampf mit witziger Rahmenhandlung, tollen Einlagen und guten Schwertkämpfen. Die Gruppe verstand es, das Publikum für die Aufführung zu begeistern und auch einzubinden. Die dargestellten Charaktere waren mir sofort sympathisch und begleiteten mit ausgefallen Ideen und Witz durch eine wunderbare Aufführung.  Die gleiche Gruppe hatte um 17 Uhr einen weiteren Auftritt, den wir uns auch nicht entgehen lassen wollten. Zwischenzeitlich waren wir mal kurz zuhause um mein Kettenhemd zu holen, da sich im Mittelalterlager tatsächlich jemand fand, der mir mal die etwas größeren Löcher in meinem Hemd ausbessern wollte. Danke nochmal an Andreas Feldmann, Du hast alles gegeben, aber König Artus hat mit diesem Kettenhemd schon so oft gegen spanische Raubritter gekämpft, dass eine Reparatur schon sehr nervenaufreiben sein kann.

Die zweite Aufführung des Würzburger Greifenpacks haben wir uns dann natürlich auch angeschaut. Zu unserer überraschung nicht die gleiche Aufführung wie schon am Mittag, sondern ein komplett anderes Stück, mit anderer Story, anderen Waffen, anderen Kleidern.. aber den selben Gesichtern ;-). Mir hat ja bei der zweiten Aufführung der König am besten gefallen… ich weiss auch nicht warum 🙂 .

Alles in allem war der Mittelaltermarkt in Steinau an der Straße in diesem Jahr ein sehr gelungener Markt. Klein aber fein, die Lager beschränkten sich auf den Burggraben um das Schloss, waren aber alle sehr schön hergerichtet. Das Programm war abwechslungsreich, zwischen den Hauptprogrammpunkten bot auch ein Zauberer eine kleine Show an und in vielen der Lager konnte man bei Handwerk und Waffenkunst über die Schulter schauen. Ich stufe den Markt unter „klein aber fein“ ein, sehr schöne Kulisse, schöne Lager und Darsteller, umfangreiches Programm machten diesen Markt zu einem tollen Erlebnis.

Und natürlich gibt es auch noch ein „paar“ Bilder die meine Behauptungen nur unterstützen:

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Landsknechte im Mittelalter

Landsknechte kamen erst spät (ab dem 15. und 16. Jahrhundert) im Mittelalter auf. Da Ritter für die Fürsten sehr teuer wurden und durch zunehmende (Platten)Rüstungen immer schwerfälliger wurden, suchte man bald nach einer „günstigeren“ Alternative. Hier boten sich zu Fuß kämpfende Söldner an, welche nur mit relativ leichten Rüstungen und Langspießen (Piken) durchaus gefährlich für gegnerische Ritter werden konnten. Diese Söldner nennt man heute „Landsknechte“, sie kämpften für Geld und meist für die Seite, die sie am besten bezahlte. Eine hohe Disziplin im Kampf zeichnete diese Söldner aus und machte sie bald im deutschen Raum im Spätmittelalter bekannt und gefürchtet. Landsknechtregimenter kämpften in Formationen und festen Marschordnungen, was für die mittelalterlichen Ritterheere nicht üblich war.

Jedoch konnte auch das Anheuern von Landsknechten für den Kriegsherren „nach hinten losgehen“. Erhielten die Landsknechte nicht ihren versprochenen Sold, dann verheerten und plünderten sie ganze Landstriche ihres „Auftraggebers“.

Natürlich habe ich zum Thema „Landsknechte“ auch wieder eine kleine Geschichte mit den Legofiguren vorbereitet:

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Mode im Mittelalter und ihre Bedeutung

Wenn man über die Geschichte des Mittelalters sprich, dann erzählt man vor allem über die die Ära der Wikinger, den Kampf zwischen den Papst und den Kaiser um die Macht (sog. Investiturstreit), den Schwarzen Tod, die Eroberung von Konstantinopel durch die Türken oder die Entdeckung von Amerika durch Kolumbus. Nebenbei erwähnt man auch Musik, Bildhauerei und Architektur als wichtige Aspekte von dem Mittelalter. Dabei soll man aber nicht über die Mode des Mittelalters vergessen.

Was hat die Mode im Mittelalter ausgedrückt?

Man kann sagen, dass die Mode von der gesellschaftlichen Position des Menschen im Mittelalter zeugte. Somit hat sich in der Bekleidung die Zugehörigkeit zu einer gewissen sozialen Schicht widergespiegelt. Und wie hat die Mode damals eigentliche ausgesehen? Dazu dienen vor allem schriftliche und bildliche Quellen aus dieser Zeit, weil originelle Kleidungen aus dem Mittelalter sehr selten sind, was auf die kurze Beständigkeit der damals benutzten Materialien (Leinenstoff oder Wolle) zurückzuführen ist.

Materialien und Formen der mittelalterlichen Bekleidung

Wie heute, so auch im Mittelalter haben sich die Modetrends geändert. Ein Beispiel für die obige These waren die Kleidungen der Bauern. Am Anfang haben Personen aus diesem Stand vor allem praktische Kleidungen getragen. Sie waren weit, bequem, arbeitsgeeignet sollten möglich viele Bewegungsfreiheit besorgen. Aus diesem Grund waren sie oft ähnlich aussehend – sowohl für Frauen als auch für Männer. Im Lauf der Zeit entwickelte sich ein Modetrend, nach dem Kleidungen für Frauen deutlich anders gestaltet wurden. Die Männer trugen Kittel, Kleider und weite Hosen. Die Frauen haben einfache Formen der Kleider getragen (wie Cote).

mittelalterliche Kleidung

Bei den höheren Ständen war die Kleidung aus besseren und farbenreichen Materialien gefertigt. Beispielsweise im 12. Jh. bestand die Kleidung einer hochgeboren Frau aus einem Hemd (Untergewand) und einem Rock (Obergewand), die eng am Körper geschnürt waren. Somit war die weibliche Figur entsprechend betont. Als Kopfbedeckungen hatten die Frauen Hauben und Schleier getragen. Die Kleidung eines hochgeborenen Mannes war meistens dreiteilig und bestand aus einem Untergewand, einem Rock und einem Mantel. Als Kopfbedeckungen der Männer dienten Hüte und Schapel. Über den Status zeugten auch die Schuhe. Bauer haben vor allem Bundschuhe und die hoch geborenen Personen Schnabelschuhe aus Leder mit einer langen Spitze getragen.

Die häufigsten Materialien waren Wolle, Leinen und Flachs. Die Bauer haben selbst ihre Kleidungen gefertigt. Die Kleidung einer hoch geborenen Person wurde in Werkstätten erstellt und bestand aus besseren Materialien. Außer den vorgenannten Stoffen benutzte man auch kostbare Materialien wie Seide oder Brokat.

Auf der Webseite des Ateliers HistorischeSchneiderei (www.historischeschneiderei.de) kann man Beispiele für Kleidungen aus verschiedenen Epochen ansehen.

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Mittelaltermarkt im Klösterl an der Donau

Seit 1454 gibt es das kleine Franziskanerkloster, die Einsiedelei direkt an der Donau. Man musste schon genau hinschauen, wenn man diesen Mittelaltermarkt finden wollte. Zu Fuß musste man in Kelheim aufbrechen, links der Donau und auf der rechten Seite die Befreiungshalle im Blick, ein ganzes Stück die Donau hinauf. Dann fand man vom 11. bis 13. Mai das „Klösterl“ fast wie im Jahre 1454 vor: Reisende und Ritter hatten ihr Lager innerhalb der kleinen Klostermauern aufgeschlagen, Zelte säumten die Wege und Händler boten in hölzernen Verkaufsständen ihre Waren feil.

Die Tafel der Ritter war in einer Höhle mit natürlichem Felsdach aufgebaut, hier konnte man schattig und kühl sitzen und hatte einen guten Blick auf das mittelalterliche Treiben im Klösterl. Der Mittelaltermarkt war klein, doch man achtete hier in den meisten Fällen sehr auf das Ambiente. Es wurde dem geneigten Besucher für 2,- Euro Eintritt auch allerhand geboten: da waren die Zelte, Waffen und Gebrauchsgegenständer der Ritter und des Gefolges, die Stände der Händler und die Darbietung von Musikanten und Handwerkern.

Die Einsiedelei ist nicht nur bei einem Mittelaltermarkt einen Besuch wert. Direkt an der Donau gelegen, zwischen Kelheim und dem Donaudurchbruch mit dem Kloster Weltenburg, bietet das frühe Franziskanerkloster aus dem 15. Jahrhundert eine Kirche an, deren Dach komplett aus der Felswand des Steilhanges besteht.

Natürlich habe ich vor Ort auch ein paar Bilder gemacht. Viel Spaß dabei.

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